Die Verlustverrechnung für Kapitaleinkünfte, für die der Abgeltungsteuersatz anzuwenden ist, ergibt sich aus § 20 Abs. 6 EStG.

Umgekehrt bedeutet das: Unterliegen die Kapitaleinkünfte der tariflichen ESt nach § 32a EStG, findet § 20 Abs. 6 EStG keine Anwendung und die Verluste aus § 20 EStG können mit anderen Einkünften ausgeglichen bzw. verrechnet werden.

  • Die Verlustverrechnung nach § 20 Abs. 6 EStG gilt nicht, wenn die Einkünfte nach § 32d Abs. 2 Nr. 1-3 EStG tariflich besteuert werden.[1]
  • Das Verlustverrechnungsverbot gilt ebenfalls nicht, wenn ein Antrag nach § 32d Abs. 6 EStG gestellt wurde (Günstigerprüfung)[2] und sämtliche Kapitalerträge der tariflichen Einkommensteuer zu unterwerfen sind.[3]

Übersicht zu § 20 Abs. 6 EStG

 
Satz 1-3 Allgemeine Verlustverrechnungsregelung (Verrechnung nur mit positiven Kapitaleinkünften; darüber hinaus: Verlustvortrag) gilt ab 2009
Satz 4 Aktienveräußerungsverluste (Verrechnung nur mit Aktienveräußerungsgewinnen; darüber hinaus: Verlustvortrag) gilt ab 2009
Satz 5 Termingeschäftsverluste (Verrechnung nur mit Termingeschäftsgewinnen und Stillhalterprämien, max. 10.000 EUR p. a.; darüber hinaus: Verlustvortrag) gilt ab 2021
Satz 6 Verluste aus wertlosen Kapitalanlagen (Verrechnung mit anderen Kapitaleinkünften, max. 10.000 EUR p. a.; darüber hinaus: Verlustvortrag) gilt ab 2020
 
Hinweis

Anmerkung der Redaktion: Verlustverrechnung bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Durch das Jahressteuergesetz 2020 wird die bisherige Verrechnungsbeschränkung in § 20 Abs. 6 Satz 5 und 6 EStG in Höhe von 10.000 EUR auf 20.000 EUR angehoben. Für Verluste aus der ganzen oder teilweisen Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung, aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter, aus der Übertragung wertloser Wirtschaftsgüter auf einen Dritten oder aus einem sonstigen Ausfall von Wirtschaftsgütern wird die Verlustverrechnungsbeschränkung rückwirkend auf Verluste, die nach dem 31.12.2019 entstehen angehoben. Für Verluste aus Termingeschäften findet die Verrechnungsbeschränkung bereits nach aktueller Regelung auf Verluste Anwendung, die nach dem 31.12.2020 entstehen.

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