Zusammenfassung

 
Überblick

Mit der Veröffentlichung ihrer Prüfungsschwerpunkte 2013 am 11.10.2012 hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung DPR e. V. die neue Prüfungssaison eingeleitet. Nach Jahren weitgehender Konstanz wurden mit der Bilanzierung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen, den sog. nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen sowie den Fehlerkorrekturen gleich drei neue Themengebiete in die Schwerpunkte aufgenommen. Sowohl der Umfang der Änderungen als auch die gewählten Themen überraschen und werden manches Unternehmen vor größere Herausforderungen stellen. Der nachfolgende Beitrag gibt einen Überblick über die einzelnen Prüfungsschwerpunkte und erläutert mögliche präventive Maßnahmen im Rahmen der Erstellung von Abschluss und Lageberichterstattung.

I. Überblick

Seit dem Jahr 2006 veröffentlicht die DPR gegen Ende eines Kalenderjahrs ihre Prüfungsschwerpunkte, um Unternehmen die Möglichkeit zu geben, diese bei der Erstellung ihrer Rechnungslegung zu berücksichtigen. Die Prüfungsschwerpunkte betreffen dabei regelmäßig Rechnungslegungsbereiche, die durch ihre Komplexität oder ihren Ermessensspielraum ein erhöhtes Fehlerrisiko aufweisen und branchenübergreifend relevant sind. Häufig handelt es sich auch um Bilanzierungsthemen, die auf Grund konjunkturabhängiger Entwicklungen oder erstmals neu anzuwendender oder geänderter Rechnungslegungsstandards von besonderer Bedeutung sind. Eine Prüfung durch die DPR wird sich nicht auf die Prüfungsschwerpunkte beschränken. Erfahrungsgemäß kann man aber davon ausgehen, dass ein Schwerpunktthema – sofern es bei einem Unternehmen einschlägig ist – im Falle eines DPR-Verfahrens auch Teil der Prüfung sein wird.[1]

Die DPR-Prüfungsschwerpunkte 2013 umfassen im Einzelnen nachfolgende Themengebiete:[2]

1. Wertminderungen von Vermögenswerten inkl. Goodwill,

2. Bilanzierung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen,

3. Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge,

4. Konzernlagebericht,

5. Fehlerkorrekturen.

Nicht mehr explizit als eigene Prüfungsschwerpunkte aufgeführt sind gegenüber dem Vorjahr die Bilanzierung von Finanzinstrumenten, die von der Staatsschuldenkrise betroffen sind, die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen sowie die Bewertung von als Finanzinvestition gehaltenen zum Fair Value bilanzierten Immobilien.[3] Insbesondere der Wegfall der äußerst komplexen Themengebiete "Finanzinstrumente" (offizieller Prüfungsschwerpunkt seit der Bilanzsaison 2009) und "Unternehmenszusammenschlüsse" (offizieller Prüfungsschwerpunkt seit der Bilanzsaison 2007) überraschen; waren doch beide Themenkomplexe stets in den jährlichen Fehler-Hitlisten der DPR der vergangenen Jahre enthalten.[4] Sie sind jedoch nicht vollständig verschwunden. So tauchen Teilaspekte des Schwerpunkts "Unternehmenszusammenschlüsse" bei genauer Betrachtung auch wieder im neuen Schwerpunkt "nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge" auf.[5]

Praxistipp: Neben den offiziellen Prüfungsschwerpunkten sollten in Vorbereitung auf ein DPR-Verfahren auch weitere Themengebiete berücksichtigt werden, die erfahrungsgemäß einen hohen Stellenwert bei der Prüfung einnehmen (sog. inoffizielle Prüfungsschwerpunkte). Zu diesen werden weiterhin auch "Unternehmenszusammenschlüsse" sowie "Finanzinstrumente" zu zählen sein.

[1] Vgl. Zülch u. a., Enforcement-Guide, 2012, S. 79. Zur präventiven Wirkung der Prüfungen durch die DPR vgl. Hommelhoff, in: Canaris/Habersack/Schäfer, Staub HGB, 5. Aufl. 2012, vor § 342b HGB, Rn. 5 f.
[2] Vgl. DPR, Prüfungsschwerpunkte 2013, Ziff. 1 bis 5 (alle Zitate); abrufbar unter: www.frep.info/docs/press_releases/2012/20121011_pruefungsschwerpunkte_2013.pdf (Abruf: 24.10.2012).
[3] Vgl. DPR, Prüfungsschwerpunkte 2012, Ziff. 1, 4 und 5; abrufbar unter: www.frep.info/docs/press_releases/2011/20111020_pruefungsschwerpunkte_2012.pdf (Abruf: 24.10.2012).
[4] Vgl. KPMG's Audit Committee Institute, Financial Reporting Update für Aufsichtsräte, Frühjahr 2012, S. 15; abrufbar unter: www.audit-committee-institute.de/docs/aci_financial_reporting_update_2012.pdf#page=15 (Abruf: 24.10.2012). Vgl. exemplarisch auch DPR, Tätigkeitsbericht 2011 vom 18.1.2012, S. 7; abrufbar unter: www.frep.info/docs/jahresberichte/2011/2011_tb_pruefstelle.pdf (Abruf: 24.10.2012).
[5] S. hierzu Abschn. "II.3. Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge".

II. DPR-Prüfungsschwerpunkte im Einzelnen

1. Wertminderungen von Vermögenswerten inkl. Goodwill

Nach IAS 36.9 haben Unternehmen einen Wertminderungstest durchzuführen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen (sog. Triggering Events), dass ein Vermögenswert oder eine Gruppe von Vermögenswerten wertgemindert sein könnte.[6] Daneben ist für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. noch nicht nutzungsfähige immaterielle Vermögenswerte sowie für den Goodwill aus Unternehmenszusammenschlüssen ein jährlicher Wertminderungstest erforderlich – unabhängig davon, ob ein Triggering Event vorliegt (IAS 36.10).

Eine Wertminderung (Impairment) liegt immer dann vor, wenn der Buchwert größer als der erzielbare Betrag ist (IAS 36.8). Kann für einen Vermögenswert ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge