Digitalisierung im Rechnung... / 4 Mitarbeiter im Rechnungswesen: Anforderungen

Die Digitalisierung ist eine Revolution. Im Bereich der Herstellung von Produkten ist es bereits die vierte grundsätzliche Veränderung, worauf auch die Bezeichnung von Industrie 4.0 für die enge digitale Verbindung von Maschinen, Logistik und Disposition hinweist. Wie in den vorhergehenden industriellen Revolutionen (Nutzung der Dampfkraft, Elektrisierung und Automatisierung) sind erhebliche Veränderungen der Arbeitswelt zu erwarten. Doch diese haben in der Vergangenheit, trotz aller immer wieder laut gewordener Kritik, zum 8-Stunden-Tag, zur 5-Tage-Woche und zu 30 Tagen Urlaub und zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen geführt.

Die Digitalisierung geht weit über den rein technischen Bereich im Unternehmen hinaus. Auch in der Verwaltung, dem Vertrieb oder dem Einkauf wird es zu signifikanten Veränderungen in den Abläufen und den Aufgaben selbst kommen. Vollkommen neue Formen der Arbeit werden entstehen, Veränderungen in der Buchhaltung, in der Kostenrechnung und im Controlling werden kommen.

4.1 Veränderte Anforderungen

Das notwendige Zahlenverständnis, um in der Buchhaltung die Werte intuitiv zu erfassen und in der Kostenrechnung bzw. dem Controlling die Auffälligkeiten schnell zu entdecken, wird auch weiter notwendig sein. Allerdings verliert die Fähigkeit zur konzentrierten, schnellen Verbuchung großer Zahlenmengen an Gewicht. Immer gleiche Abläufe verschwinden, so dass wesentlich mehr Flexibilität und Eigenverantwortung erwartet wird. Gefordert wird das Verständnis für digitale Abläufe, das Erkennen von Problembereichen und der sichere Umgang mit neuen digitalen Anwendungen.

4.2 Veränderte Ausbildung

Eine kaufmännische Ausbildung ist für die Mitarbeiter im Rechnungswesen weiterhin die Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit. Für verantwortliche Positionen wird ein Studium mit entsprechender Ausrichtung wichtiger, als es heute bereits ist. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass in der Ausbildung auch wesentliche digitale Inhalte eine Rolle spielen. Das müssen Schulen und Hochschulen den zukünftigen Buchhaltern, Kostenrechnern und Controllern anbieten. Die Menschen im Rechnungswesen müssen das Angebot allerdings auch annehmen. Die theoretischen Kenntnisse der Digitalisierungsabläufe werden vom Arbeitgeber vorausgesetzt.

4.3 Veränderte Weiterbildung

Weiterbildung ist schon seit langem in allen Berufen notwendig, um den schnellen Wandel bewältigen zu können. Bisher war, von den PC-Standardprogrammen abgesehen, im Rechnungswesen die Investition in buchhalterisches und kostenrechnerisches Fachwissen besonders wichtig. Die Weiterbildungsinhalte, bisher dominiert von jährlichen Änderungen im Steuerrecht oder von neuen Controlling-Hypes, werden ergänzt durch die Vermittlung von Fähigkeiten digitaler Anwendungen. Die sichere Navigation im Netz, die intuitive Bedienung von Apps und die Möglichkeiten zum Schutz von Daten sind wichtig. Diese Themen werden im beruflichen Alltag nicht ohne weiteres vermittelt. Der Arbeitgeber setzt diese Fähigkeiten voraus.

 
Hinweis

Weiterbildung digital

Weiterbildung ist auch im Rechnungswesen durch die digitale Entwicklung aktuell so einfach wie nie. Durch E-Learning wird die Wissensvermittlung losgelöst von Ort und Zeit. Der Mitarbeiter im Rechnungswesen kann die digitale Unterrichtung im Unternehmen, zu Hause oder sonst wo erhalten und sich die Zeit dazu aussuchen. Gleichzeitig wird die Erfolgskontrolle vereinfacht. Die meisten Weiterbildungsinhalte im Rechnungswesen eigenen sich für digitale Lektionen.

 
Hinweis

Mitarbeitermotivation

Die Angst vor Veränderungen am Arbeitsplatz ist im Rechnungswesen mindestens genauso hoch wie in anderen Bereichen. Der Arbeitgeber kann mit einer Unterstützung bei der Weiterbildung dieser Mitarbeiter gleich zwei Dinge bewirken: Zum einen werden die Fähigkeiten so ausgebaut, wie das Unternehmen diese benötigt, zum anderen wird der Mitarbeiter motiviert, die Digitalisierung ohne Angst anzunehmen.

4.4 Veränderte Erfahrungen

Nicht die Aus- und Weiterbildung allein machen einen Menschen zum Experten, auch die Erfahrung auf dem jeweiligen Gebiet trägt dazu bei. Daher werden in Zukunft im Rechnungswesen die Mitarbeiter gesucht, die über digitale Erfahrungen verfügen.

  • Es ist nicht wichtig, ob die Erfahrungen in der Digitalisierung aus dem privaten oder dem beruflichen Bereich stammen. Der gekonnte Umgang mit den digitalen Anwendungen kann auch an privaten Apps gelernt werden.
  • In der Vergangenheit ging es um sehr spezifische Erfahrungen mit digitalen Anwendungen. SAP-gewohnte Anwender wurden nachgefragt, Datev-Kenntnisse waren in Kleinunternehmen gewünscht. In der zukünftigen Arbeit geht es um allgemeine Erfahrungen in der Digitalisierung, die spezifischen Anwendungen gleichen sich immer mehr an und bieten eine dann intuitive Bedienung.
  • Wichtig ist es, dass diese Erfahrungen aktuell bleiben. Der steigende Wandel und die Weiterentwicklung in der Digitalisierung müssen sich in der Erfahrung abbilden.

Es ist schwer, die Erfahrung in digitaler Anwendung auch nachzuweisen. Sie wird von den Arbeitgebern vorausgesetzt, fehlende Erfahrung fällt auch im Rechnungswesen schnell auf.

4.5 Veränderter Charakter

Der...

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