IPSASB: Verschiebung des Inkrafttretens diverser Standards und Änderungen

-tb- Der International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) hat das Dokument "COVID-19: Verschiebung des Inkrafttretens" veröffentlicht, das den Zeitpunkt des Inkrafttretens der kürzlich veröffentlichten Standards und Änderungen der IPSAS um ein Jahr auf den 1.1.2023 verschiebt. Als Reaktion auf die globale COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Herausforderungen soll diese Verlautbarung den Interessengruppen zusätzliche Umsetzungszeit verschaffen. Die betroffenen Standards und Änderungen sind:

  • IPSAS 41 "Finanzinstrumente",
  • IPSAS 42 "Sozialleistungen",
  • Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (Änderungen an IPSAS 36) und Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung (Änderungen an IPSAS 41),
  • Kollektive und individuelle Leistungen (Änderungen an IPSAS 19),
  • Verbesserungen an den IPSAS 2019.

Die vollständige Pressemitteilung ist unter https://www.ipsasb.org abrufbar.

EFRAG: Entwurf einer Übernahmeempfehlung zu Änderungen an IAS 1

-tb- Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat am 6.11.2020 den Entwurf einer kombinierten Übernahmeempfehlung bezüglich zweier Standardänderungen an IAS 1 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die Standardänderungen "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig (Änderungen an IAS 1)" sowie "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig – Verschiebung des Zeitpunkts des Inkrafttretens (Änderung an IAS 1)".

Die Änderungen treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1.1.2023 beginnen, wobei eine frühere Anwendung zulässig ist. Kommentare werden bis zum 7.12.2020 erbeten. Die vollständige Pressemitteilung ist unter https://www.efrag.org abrufbar.

DPR: Prüfungsschwerpunkte 2021

Die ersten vier Prüfungsschwerpunkte stellen die von den nationalen Enforcern gemeinsam mit der European Securities and Markets Authority (ESMA) identifizierten "European Common Enforcement Priorities" dar (s. dazu bereits BB 2020, 2601, weitere Informationen dazu unter https://www.esma.europa.eu/). Die nationalen Schwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) finden Sie unter Punkt 5 und 6.

1. IAS 1 "Darstellung des Abschlusses"

  • Annahmen bezüglich der Unternehmensfortführung,
  • wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten,
  • Darstellung von COVID-19-Sachverhalten im Abschluss,

2. IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten",

3. IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben",

4. IFRS 16 "Leasingverhältnisse",

5. IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen", insbes.

  • Abgrenzung/Identifizierung der nahestehenden Unternehmen und Personen (IAS 24.9),
  • Angaben zum obersten beherrschenden Unternehmen (Ultimate Controlling Party, IAS 24.13),
  • Angaben zur Art der Beziehung, zur Höhe und zu den Bedingungen von Geschäftsvorfällen, sowie zu ausstehenden Salden (IAS 24.18),
  • Kategorisierung der Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (IAS 24.19),
  • Konsistenz der Angaben zum Abhängigkeitsbericht sowie korrekte Wiedergabe der Schlusserklärung (§ 312 Abs. 3 AktG),

6. § 315 HGB Konzernlagebericht – Risikoberichterstattung unter Beachtung der Auswirkungen von COVID-19

  • Vollständigkeit und Angemessenheit der Berichterstattung über wesentliche Risiken (§ 315 Abs. 1 S. 4 HGB), insbes. über:
  • Einzelrisiken und bestandsgefährdende Risiken (§ 315 Abs. 1 S. 4 HGB)
  • Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten (§ 315 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 HGB): Ausmaß von Ausfall- und Liquiditätsrisiken, Darstellung und Erläuterung wesentlicher finanzieller Risiken im Zusammenhang mit Financial Covenants (IFRS 7.18 f. und IFRS 7.31 ff.)
  • Einklang zwischen Risiko- und Prognoseberichterstattung.

(PM DPR vom 9.11.2020)

DRSC: Stellungnahme an das IFRS IC

Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) hat am 6.11.2020 eine unter www.drsc.de abrufbare Stellungnahme an das IFRS IC, die vorläufige Agendaentscheidung zu Sale and Leaseback of an Asset in a Single-Asset Entity (IFRS 10/16) betreffend, übermittelt. Das Ergebnis der vorläufigen Entscheidung erscheint dem DRSC sachgerecht, daher stimmt es zu. Jedoch könnten die Erläuterungen verbessert werden, indem klargestellt wird, ob das Vorhandensein der Unternehmenshülle einen entscheidenden Einfluss auf die (Abbildung der) Transaktion hat. Zudem verweist es auf eine frühere Diskussion (Stichwort: Verkauf einer Tochtergesellschaft, zuletzt IASB-Update Juni 2020), bei der ebenfalls eine Transaktion über einen Vermögenswert in einer Unternehmenshülle Gegenstand war. Es regt an, dass das IFRS IC jenes frühere Thema nochmals aufgreift und mit dem jetzigen Sachverhalt gemeinsam und konsistent beantwortet.

(www.drsc.de)

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