Im Blickpunkt

 
Nach Betriebsprüfungen müssen Unternehmen in Deutschland regelmäßig Steuern nachzahlen. Dies ist eines der erwarteten Ergebnisse der Studie "Betriebsprüfung 2018", welche die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellt hat (PM PwC vom 16.8.2019). Da die Herausforderung steigt, neue Gesetze, Rechtsprechung und Verwaltungspraxis korrekt anzuwenden, hat PwC die Vorgängerstudie von 2015 aktualisiert. Die Untersuchung beleuchtet aktuelle Prüfungsschwerpunkte der Betriebsprüfung. PwC hat dafür in einer groß angelegten Studie Steuer- und Finanzexperten aus mittelständischen (bis 500 Mitarbeiter) und größeren Unternehmen (2 000 und mehr Mitarbeiter) aus ganz Deutschland befragt. Im Schnitt müssen demzufolge drei von vier Unternehmen Mehrbelastungen nach beendeter Prüfung stemmen. Außerdem belegt die Studie, dass das Klima bei der Betriebsprüfung insgesamt rauer wird. Im Vergleich zur Betriebsprüfungsstudie von 2015 ist dies eine deutliche Verschlechterung. Wie zuvor beschrieben, betrachten noch 49 % das Klima als "freundschaftlich-entspannt". Rückstellungen sind dabei das Thema mit der größten Relevanz bei der Prüfung. Auch die Bewertung von Anlage- oder Umlaufvermögen führt der Studie zufolge häufig zu Anpassungen. Vermehrt wird auch die Umsatzsteuer geprüft (2015: 40 % der befragten Unternehmen, aktuell: 72 %): Die Prüfung der Umsatzsteuer erfolgt inzwischen häufiger "systemisch" – nur noch 21 % der befragten Unternehmen gaben an, mittels Belegprüfung geprüft worden zu sein. "Der Rückgang der Belegprüfung ist ein klares Indiz dafür, dass die deutsche Finanzverwaltung die Digitalisierung der Umsatzsteuer und ihrer Prüfung forciert." Das Ausland ist bereits weiter: Dort gehörten Real Time Reporting, Standardformate für Buchhaltungsdaten (SAF-T) sowie verpflichtende elektronische Rechnungsstellungen und deren Meldung innerhalb weniger Tage inzwischen schon häufig zu den Standardanforderungen. Inwieweit solche Anforderungen künftig auch in Deutschland umgesetzt werden, sei derzeit noch nicht absehbar. Verrechnungspreise und dort v. a. Dienstleistungsverrechnung und Umlagen bleiben ein wesentlicher Prüfungsschwerpunkt. Sie führen in den meisten Prüfungen zu wesentlichen Mehrbelastungen und begründen über die Hälfte der Mehrbelastungen in Betriebsprüfungen. Die Studie steht auf der Homepage von PwC zum Download zur Verfügung.

Udo Eversloh, Ressortleiter Steuerrecht

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