Deutsche Rechnungslegungs S... / 2.1 Organisation des DRSC
 

Rz. 2

Um den Aufgaben im Sinne des § 342 HGB nachkommen zu können, muss das DRSC bestimmte Anforderungen erfüllen. So ist gemäß § 342 Abs. 1 Satz 2 HGB zu gewährleisten, dass die Empfehlungen unabhängig und ausschließlich von Rechnungslegern in einem Verfahren entwickelt und beschlossen werden, das die fachlich interessierte Öffentlichkeit einbezieht. Die Finanzierung der Arbeit des Vereins erfolgt über Beiträge der Mitglieder, Erlöse aus Publikationen, Lizenzvergabe sowie sonstigen Einnahmen.[1]

 

Rz. 3

Das von Unternehmensvertretern, Wirtschaftsprüfern, Vertretern der Börse und Hochschullehrern gegründete DRSC ist als eingetragener Verein (e. V.) eine privatrechtliche Organisation, die sich als Standardisierungsgremium nach angloamerikanischem Vorbild sieht. Zunächst gab es innerhalb des DRSC das Gremium des Deutschen Standardisierungsrats, was für die Entwicklung der Standards verantwortlich war. Seit der Neuorganisation des DRSC im Jahr 2011 wählt die Mitgliederversammlung des DRSC für die Zeit von 3 Jahren 20 ehrenamtliche Mitglieder, wobei die 5 Segmente kapitalmarktorientierte Industrieunternehmen und Verbände mit 10, nichtkapitalmarktorientierte Industrieunternehmen und Verbände mit 2, Banken und Verbände mit 3, Versicherungen und Verbände mit 2 und Wirtschaftsprüfer und Verbände mit 3 Mitgliedern vertreten sein müssen, in den DRSC-Verwaltungsrat.[2] Es dominieren somit die kapitalmarktnahen Unternehmen und Verbände den Verein sehr deutlich, was auch als ein Grund für die vergleichsweise geringe Akzeptanz der DRS in mittelständischen Unternehmen angesehen werden kann. Der so zusammengesetzte Verwaltungsrat legt die Grundsätze und Leitlinien für die Arbeit des Vereins, insbesondere der Fachausschüsse und des Präsidiums, fest. Zudem ist er für die Wahl und Bestellung der Mitglieder der Fachausschüsse und des Präsidiums zuständig. Dabei wird er vom Nominierungsausschuss unterstützt, in dem 7 Mitglieder aus allen Segmenten sitzen. Dieser hat ein exklusives Vorschlagsrecht für die Besetzung des Präsidiums und der Fachausschüsse.

Das DRSC-Präsidium besteht aus einem hauptamtlichen Mitglied. Derzeit hat Prof. Dr. Andreas Barckow das Amt des Präsidenten inne. Er ist der gesetzliche Vertreter des Vereins gemäß § 26 BGB und leitet die 2 Fachausschüsse ohne Stimmrecht.

  • Der HGB-Fachausschuss besteht aus 7 Mitgliedern mit besonderer Fachkenntnis im Bereich der nationalen Rechnungslegung. Diese sind Rechnungsleger aus allen Bezugsgruppen und werden für die Dauer von 5 Jahren gewählt. Das BMJ hat einen Gaststatus und ist somit schon früh in die Überlegungen eingebunden. Zentrale Aufgabe des HGB-Fachausschusses ist die Erstellung und Verabschiedung der Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS). Zudem können Stellungnahmen an EU, das BMJ und die EFRAG gerichtet werden und das BMJ ist bezüglich der Fortentwicklung der HGB-Rechnungslegung sowie der EU-Rechnungslegungsrichtlinien zu beraten.
  • Der IFRS-Fachausschuss besteht analog auch aus 7 Mitgliedern und ist primär für die Vertretung deutscher Interessen im Rahmen der Fortentwicklung der internationalen Rechnungslegung zuständig. Konkret haben IFRS Interpretationen nach § 315e HGB zu erfolgen und es sind Stellungnahmen an IASB, IFRIC und EFRAG zu verfassen. Zudem ist das BMJ zu Belangen der IFRS und ebenfalls von Rechnungslegungsrichtlinien zu beraten.

Die Fachausschüsse treffen die Entscheidungen mit 2/3-Mehrheit.[3] Die Fachausschüsse werden unterstützt von einem Mitarbeiterstab sowie einem wissenschaftlichen Beirat. Letzterer besteht aus Personen, die der Verwaltungsrat in Abstimmung mit dem Präsidium ernennt und die eine herausragende wissenschaftliche Fachkompetenz und Erfahrung im Bereich der Rechnungslegung haben müssen. Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats sind berechtigt, an den Fachausschusssitzungen beratend teilzunehmen.

Fallweise können vom DRSC Arbeitsgruppen zu speziellen Themen eingesetzt werden, die Verlautbarungen für die Fachausschüsse vorbereiten.

[1] Vgl. Barckow, in Bertram/Brinkmann/Kessler/Müller, Haufe HGB Bilanz Kommentar, 10. Aufl. 2019, § 342 HGB Rz. 9.
[2] Vgl. https://www.drsc.de/organe-und-gremien/ (Abruf 2.2.2021).
[3] Vgl. DRSC, § 20 Abs. 5 der Satzung i. d. F. v. 2.7.2018, https://www.drsc.de/app/uploads/2018/08/180702_Satzung_rev.pdf (Abruf 2.2.2021).

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