3.1 Erhaltene Darlehen

 
Achtung

Unverzinsliche oder verzinsliche Darlehen

Bei unverzinslichen Darlehen erfolgt die steuerrechtliche Bilanzierung mit dem Barwert. Diese Darlehen müssen mit 5,5 % abgezinst werden, soweit sie eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben.[1] Bei der Ermittlung des Barwerts ist vom marktüblichen Zinssatz auszugehen.

Der Differenzbetrag zwischen Auszahlungsbetrag und Barwert stellt Aufwand des Geschäftsjahres dar, in dem das Darlehen gewährt wird. In den Folgejahren sind der Barwert jeweils neu zu ermitteln und der Zugang als Zinsertrag zu erfassen.

Darlehen, für die ein Zins vereinbart ist, sind nicht abzuzinsen. Es spielt wohl keine Rolle, wenn es sich dabei nur um einen minimalen Zins handelt. Geklärt ist diese Rechtsfrage noch nicht.

Wegen der Verpflichtung, eine am Bilanzstichtag bestehende Darlehensverbindlichkeit in späteren Jahren höher zu verzinsen (Darlehen mit steigenden Zinssätzen), ist in der Bilanz grundsätzlich eine Verbindlichkeit oder eine Rückstellung wegen eines wirtschaftlichen Erfüllungsrückstands auszuweisen. Eine solche Zinsverbindlichkeit ist grundsätzlich abzuzinsen.[2]

Auf der Passivseite sind erhaltene Darlehen unter den Verbindlichkeiten gem. § 266 Abs. 3 C HGB auszuweisen.

Im Einzelnen können u. a. folgende Posten in Betracht kommen:

 
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen, davon konvertibel (d. h. mit Umtauschrecht)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
8. sonstige Verbindlichkeiten

Aufgrund des durch das BilRUG geänderten § 268 Abs. 5 HGB ist nunmehr ab dem Jahresabschluss 2016 neben dem Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auch der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr zu jedem gesondert auszuweisenden Posten (einschließlich des Gesamtbetrags) zu vermerken.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind im Anhang anzugeben:[3]

  1. der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren und
  2. der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, unter Angabe von Art und Form der Sicherheiten.

Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen im Anhang diejenigen Angaben aufnehmen, die zu den einzelnen Posten der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung vorgeschrieben sind; sie sind in der Reihenfolge der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen.[4]

Der in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite aufgenommene Unterschiedsbetrag (Disagio) ist in der Bilanz gesondert auszuweisen oder im Anhang anzugeben.

Kleine Kapitalgesellschaften[5] brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen, in die Darlehen nur gem. § 266 Abs. 3 C. "Verbindlichkeiten" aufgenommen werden. Das Gleiche gilt für Kleinstkapitalgesellschaften.[6]

 
Hinweis

Schwellenwerte für die Einstufung der Größenklasse für Umsatz und Bilanzsummen bei Kapitalgesellschaften

Der Gesetzgeber hat mit dem BilRUG vom 17.7.2015 die EU-Bilanzrichtlinie 2013/34/EU in deutsches Recht umgesetzt. Das BilRUG ist am 23.7.2015 in Kraft getreten.[7] Die Schwellenwerte gem. § 267 Abs. 4 HGB aufgrund des BilRUG gelten für den Einzelabschluss für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften ab dem handelsrechtlichen Jahresabschluss 2016 verpflichtend. Maßgebend für die Einstufung in die jeweilige Größenklasse sind wie bisher die Daten von 2 aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren, wobei 2 der 3 Merkmale zutreffen müssen.[8]

3.2 Gewährte Darlehen

Nach dem handelsrechtlichen Bilanzgliederungsschema können gewährte Darlehen auf der Aktivseite unter folgenden Posten ausgewiesen werden (angegeben ist jeweils die gesetzliche Postenbezeichnung):

Unter den Finanzanlagen werden regelmäßig Darlehen (= Ausleihungen) ausgewiesen, die dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen (i. d. R. Laufzeit von mehr als 4 Jahren):

 
A. Anlagevermögen
III. Finanzanlagen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
6. sonstige Ausleihungen

Unter den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden Darlehen ausgewiesen, wenn sie nicht zu den Finanzanlagen gehören:

 
B. Umlaufvermögen
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
4. sonstige Vermögensgegenstände

Der Betrag der (Darlehens-)Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ist bei jedem gesondert ausgewiesenen Posten zu vermerken. Der Vermerk kann durch einen sog. "Davon-Vermer...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge