Coronavirus: Das müssen Arbeitgeber jetzt wissen

Zusammenfassung

 
Überblick

Das Coronavirus führt überall zu großer Verunsicherung. Auch Arbeitgeber müssen sich tagtäglich mit vielen neuen Fragen auseinandersetzen: Wie kann ich meine Mitarbeiter schützen? Was muss ich tun, wenn ein Kollege erkrankt? Muss ich meinen Angestellten auch dann Lohn zahlen, wenn sie aufgrund des Virus nicht arbeiten können? Antworten zu den drängendsten Fragen rund um das Coronavirus lesen Sie in diesem Beitrag.

1 Diese Schutzpflichten haben Arbeitgeber

Das Coronavirus (Covid-19) hält Deutschland in Atem - und damit auch die Unternehmen. Arbeitgeber stehen vor der großen Herausforderung, dass sie einerseits ihre Mitarbeiter schützen möchten, andererseits aber natürlich auch der Betrieb weiterlaufen muss. Doch welche Pflichten haben Sie als Arbeitgeber überhaupt? Das sind im Wesentlichen folgende:

  • Bisher gab es keine speziellen Regelungen für Gefährdungslagen wie die Coronakrise, nur die allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften und die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht.
  • Demnach muss der Arbeitgeber für eine möglichst gefahrfreie Arbeitsumgebung sorgen und dafür, dass der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz nicht zu Schaden kommt. Diese Vorgaben gelten weiter.
  • Am 16. April 2020 hat die Bundesregierung bundeseinheitliche Standards zum Arbeitsschutz gegen das Coronavirus festgelegt. Die sind für alle Arbeitgeber maßgeblich.
  • Für konkrete Auflagen für die Wiedereröffnung und Betreibung von Geschäften und Unternehmen sind die Bundesländer zuständig. Diese besonderen Auflagen können von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein.

Im Rahmen ihrer arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter schützen und die Gefahr einer Infizierung im Unternehmen möglichst geringhalten. Demnach muss der Arbeitgeber für eine möglichst gefahrfreie Arbeitsumgebung sorgen, damit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz nicht zu Schaden kommt. Das Wohl und die Gesundheit der Mitarbeiter und Kunden sollte stets an erster Stelle stehen.

 
Praxis-Tipp

Informieren Sie sich umfassend

Erste Voraussetzung dafür, dass Sie als Arbeitgeber die richtigen Schutzmaßnahmen treffen können, ist, dass Sie selbst ausreichend über das Virus informiert sind. Links zu informativen Webseiten, die sich tiefergehend mit dem Coronavirus, den Symptomen, Übertragungswegen, aktuellen Entwicklungen etc. beschäftigen, finden Sie am Ende dieses Artikels.

2 Coronavirus: So müssen Sie konkret vorbeugen

Grundsätzlich haben Sie als Arbeitgeber alles dafür zu tun, dass die Ansteckungsgefahr im Betrieb möglichst gering bleibt. Solange diese niedrig ist, d. h. kein Arbeitnehmer unter Corona-Verdacht steht, reicht es aus, die Arbeitnehmer über das Virus und mögliche und vorgesehene Schutzmaßnahmen zu informieren. Im Rahmen des schrittweisen Hochfahrens der Wirtschaft seit dem 20. April 2020 und der damit verbundenen erhöhten Infektionsgefahr wurden von der Bundesregierung betriebliche Maßnahmen festgelegt. Dazu gehören z.B.:

  • Der Sicherheitsabstand bei der Arbeit soll - in Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen - mindestens 1,5 Meter betragen. Das kann in der Praxis durch Absperrungen, Markierungen, Zugangsregeln oder Schutzscheiben geschehen. Ist direkter Kontakt unvermeidlich, sind für betroffene Mitarbeiter Nase-Mund-Bedeckungen zur Verfügung zu stellen.
  • Arbeitsabläufe sollen so zu organisiert werden, dass die Mitarbeiter möglichst wenig direkten Kontakt haben. Das kann beispielsweise durch Arbeiten im Homeoffice, Einrichten von Schichtarbeit mit kontaktlosem Wechsel oder entzerrte Arbeitszeiten und Pausen geschehen. Mitarbeiter auf Baustellen sollen, wenn einzelnes Arbeiten nicht möglich ist, in kleinen, festen Teams mit immer demselben Fahrzeug unterwegs sein. Ihre Fahrzeuge sollen z. B. mit Desinfektionsmittel, Wasserkanistern, Papiertüchern und Müllbeutel ausgestattet werden, um die nötige Handhygiene durchführen zu können.
  • Mitarbeiter mit Corona-Anzeichen wie z. B. Husten oder leichtem Fieber sollen zuhause bleiben, bis der Verdacht ausgeräumt ist.

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter z. B. an Ein- und Ausgängen und in Arbeitsplatznähe die Hände waschen und desinfizieren können. Nur gemeinsam nutzbare Räumlichkeiten, Fahrzeuge und Arbeitsmittel sollen in kürzeren Abständen gereinigt werden.

Berufsgenossenschaften, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte beraten die Arbeitgeber bei der Umsetzung der Covid-19-Arbeitsschutzstandards und helfen bei der Unterweisung der Mitarbeiter. Besonders gefährdete Mitarbeiter dürfen sich einzeln - auch telefonisch - vom Betriebsarzt beraten lassen.

Ausführliche Informationen zu den neuen Corona-Arbeitsschutzstandards erhalten Sie im Fachartikel "Arbeitsschutz nach dem Corona-Lockdown“.

 
Praxis-Tipp

Hygienevorschriften zum Ausdrucken

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt auf ihrer Website ein Merkblatt zu den wichtigsten Hygienetipps zur Verfügung. Dieses können Sie beispielsweise auch ausdrucken und in Ihren Räumen aushängen. Das Merkblatt finden Sie hier.

3 Korrektes Vorgehen bei einem Verdachtsfall

Besteht konkrete Ansteckungsgefahr, müssen Sie als Arbeitgeber tätig werden. Gibt es beispielsweise einen begründeten Ve...

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