Coronavirus: Auswirkungen a... / 6 Stichtag nach dem 31.12.2019: Anhang

Für Jahresabschlüsse, die im Laufe des Jahres 2020 ihren Stichtag haben, besteht die Notwendigkeit, sich mit den Folgen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und der Berichterstattung darüber zu beschäftigen. Fraglich ist somit, wie dies im Anhang nach HGB zu berücksichtigen ist.

Berichterstattung im Anhang 2019/2020: Coronavirus als wertbegründendes Ereignis

Während die Auswirkungen der Corona-Pandemie sich in Jahresabschlüssen bis zum Stichtag 31.12.2019 lediglich im Nachtragsbericht niederschlugen, ist für Geschäftsjahre, die im Jahr 2020 ihren Stichtag haben, von einem wertbegründenden Ereignis auszugehen, was auch das IDW unterstützt. Je nach dem genauen Stichtag des Geschäftsjahres 2019/2020 können die Auswirkungen der Corona-Pandemie bereits im operativen Geschäft spürbar geworden sein und Gründe für die Bildung einer Rückstellung oder für Abwertungsbedarfe von Vermögensgegenständen liefern. Fraglich ist, wie sich dies auch auf die Berichterstattung im Anhang auswirken kann.

Grundsätzlich beeinflusst die Corona-Pandemie verschiedene Aspekte hinsichtlich der Erfüllung der Angabepflichten im Anhang.

Berichterstattung über die ggf. nur knapp bestätigte Fortführungsprämisse

Unter Verweis auf § 264 Abs. 2 Satz 2 HGB (besondere Umstände führen dazu, dass der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft nicht vermittelt) werden zusätzliche Angaben im Anhang zur Begründung der weiteren Anwendung der Fortführungsprämisse nur in Zweifelsfällen, d.h. bei wesentlicher Unsicherheit bezüglich Ereignissen und Gegebenheiten, gefordert (vgl. IDW RS HFA 17 i.V.m. IDW PS 270 n.F., Tz. 9). Andernfalls vermittelt der Jahresabschluss kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild.

Der Abschlussprüfer wird es grundsätzlich nicht beanstanden, wenn die gesetzlichen Vertreter bei der Einschätzung der Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Annahme der Bundesregierung in Bezug auf die Aufhebung der pandemiebedingten Beschränkungen des Wirtschaftslebens folgen. Für Unternehmen, welche die negativen Effekte der pandemiebedingten Beschränkungen nicht oder nur teilweise werden kompensieren können, wird die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter weitere Annahmen umfassen müssen, deren Angemessenheit vom Abschlussprüfer zu beurteilen ist. Dennoch ist bei Abschlussstichtag und auch bis zur endgültigen Aufstellung unsicher, ob und wann die Einschränkungen komplett aufgehoben werden und ob die Kunden dann das Geschäftsmodell weiter annehmen wie vor der Krise. In einer solchen Situation erscheint trotz grundsätzlicher Einschätzung der Unternehmensfortführung als gegeben dennoch eine erklärende Anhangangabe notwendig.

Sind die einer Fortführung ggf. entgegenstehenden tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten nicht hinreichend konkret, um von einer Durchbrechung der Prämisse auszugehen, besteht die Vermutung der Fortführung fort. Eine Verletzung der Generalnorm des § 264 HGB kann in diesen Fällen keinesfalls attestiert werden und eine entsprechende Angabe ist nicht begründbar.

Ggf. geänderte Basis für Wesentlichkeitseinschätzungen

Zunächst ist zu beachten, dass die Anhangangabepflichten explizit oder implizit häufig durch den Wesentlichkeitsaspekt eingeschränkt sind. So fordern etwa § 285 Nr. 3 und 3a HGB, dass außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen anzugeben sind, soweit dies für die Beurteilung der Finanzlage erforderlich bzw. von Bedeutung ist. Dies kann ggf. neu zu beurteilen sein, da durch die Corona-Pandemie die Liquiditätslage nunmehr negativ beeinflusst wurde und somit eine Angabe etwa von bestehenden Leasingverträgen viel eher notwendig ist.

Auch die Erläuterung von nicht in der Bilanz gesondert ausgewiesenen Rückstellungen ist nach § 285 Nr. 12 HGB nur notwendig, wenn sie einen nicht unerheblichen Umfang haben. Hiermit könnten somit ggf. Erläuterungspflichten entfallen, wenn die Rückstellungen insgesamt stark gestiegen sind.

Mitarbeiterzahl: Kurzarbeitende Beschäftigte zählen

Die nach § 285 Nr. 7 HGB geforderte Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer wird nach HGB nicht nach Vollzeitäquivalenten angegeben, sondern es zählt jedes Beschäftigungsverhältnis unabhängig von der vereinbarten Wochenstundenzahl. Somit zählen auch kurzarbeitende Beschäftigte voll bei der Ermittlung dieser Zahl. Analog zu § 267 HGB kann die Zahl als Durchschnitt auf Basis der vier Quartalsendwerte des Geschäftsjahrs berechnet werden.

Finanzanlagen: Gründe für das Unterlassen von Abschreibungen angeben

Wurde wegen einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung von Finanzanlagen von einer außerplanmäßigen Abschreibung abgesehen, sind im Anhang die Gründe für das Unterlassen der Abschreibung sowie die Anhaltspunkte dafür zu nennen, dass die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist (§ 285 Nr. 18 Buchst. b HGB).

Rückstellungen

Beachtet werden sollte aus der Sicht des IDW im Falle eingegangener...

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