Corona-Überbrückungshilfe: ... / 4 Förderfähige Kosten

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste, die auch branchenspezifischen Besonderheiten Rechnung trägt:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen inklusive Mietnebenkosten (soweit nicht unter 6. erfasst). Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig. Ausnahme: Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer, wenn sie bereits 2019 in entsprechender Form steuerlich abgesetzt worden sind/werden (volle Kosten).
  • Weitere Mietkosten. Darunter fällt z. B. die Miete von Fahrzeugen und Maschinen, die betrieblich genutzt werden, entsprechend ihres nach steuerlichen Vorschriften ermittelten Nutzungsanteils
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen. Darunter fallen auch Stundungszinsen bei Tilgungsaussetzung, insbesondere aber Zahlungen für die Kapitalüberlassung an Kreditgeber der Unternehmung, mit denen ein Kreditvertrag abgeschlossen worden ist (z. B. für Bankkredite). Nicht förderfähig sind Tilgungsleistungen.
  • Finanzierungskostenanteil von Leasingraten. Falls keine vertraglichen Festlegungen oder keine Informationen der Leasinggesellschaft vorliegen, kann der Finanzierungskostenanteil durch die Zinszahlenstaffelmethode ermittelt werden. Alternativ können pauschal 2 Prozent der Monatsraten erfasst werden. Raten aus Mietkaufverträgen und Leasingverträgen, bei denen der Gegenstand dem Vermieter bzw. Leasinggeber zugerechnet wird (Operating Leasing), sind als reine Mieten unter 2. zu erfassen.
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV. Voraussetzung ist, dass diese Ausgaben aufwandswirksam zu erfassen sind (= Erhaltungsaufwand), abgerechnet wurden ((Teil-)Rechnung liegt vor) und nicht erstattet werden (z. B. durch Versicherungsleistungen).
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen. Darin enthalten sind auch die Kosten für Kälte und Gas. Zur Berücksichtigung der besonderen Corona-Situation werden hier auch Hygienemaßnahmen berücksichtigt, die nicht vor dem 1. März 2020 begründet sind.
  • Grundsteuern.
  • Betriebliche Lizenzgebühren.
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben. Darunter fallen z. B.  Kosten für Telekommunikation (Telefon- und Internet, Server, Rundfunkbeitrag etc.; Gebühren für Müllentsorgung, Straßenreinigung etc.; Kfz-Steuer für gewerblich genutzte Pkw; monatliche Kosten für externe Dienstleister, z. B. Kosten für die Finanz- und Lohnbuchhaltung, laufende Beratung (z. B. monatliche Pauschalhonorare), Reinigung, IT-Dienstleister, Hausmeisterdienste; IHK-Beitrag und weitere Mitgliedsbeiträge; Kontoführungsgebühren
  • Kosten für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen. Darunter fallen Kosten in Zusammenhang mit der Antragstellung (u. a. Kosten für die Plausibilisierung der Angaben sowie Erstellung des Antrags) und Schlussabrechnung (Schätzung); Kosten für Beratungsleistungen in Zusammenhang mit Überbrückungshilfen (Schätzung); Kosten für weitere Leistungen in Zusammenhang mit Corona-Hilfen, sofern diese im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen (z. B. Abgrenzungsfragen bei der Beantragung von Überbrückungskrediten). (Schätzung)
  • Kosten für Auszubildende. Darunter fallen Lohnkosten inklusive Sozialversicherungsbeiträgen sowie unmittelbar mit der Ausbildung verbundene Kosten wie z. B. Berufsschulkosten. Nicht berücksichtigungsfähig sind hingegen weitere Kosten, die nur indirekt mit der Beschäftigung verbunden sind wie z. B. für Ausstattung.
  • Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 % der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig. Außerdem Kosten für Arbeitnehmerüberlassung. Nicht förderfähig sind vom Kurzarbeitergeld erfasste Personalkosten sowie Lebenshaltungskosten oder ein (fiktiver/kalkulatorischer) Unternehmerlohn. Das Geschäftsführer-Gehalt eines Gesellschafters, der sozialversicherungsrechtlich als selbstständig eingestuft wird, ist ebenfalls nicht abzugsfähig.

Zurückgezahlte bzw. ausgebliebene Provisionen für Reisebüros oder Margen für Reiseveranstalter für Pauschalreisen, die vor dem 18. März 2020 gebucht wurden, seit dem 18. März 2020 im Zusammenhang mit Corona-bedingten Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes bzw. innerdeutschen Reiseverboten oder temporären Grenzschließungen storniert wurden (Rücktritt vom Reisevertrag) und die bis zum 31. August 2020 von den Reisenden angetreten worden wären.

Förderfähig sind u. a.:

  • Für Reisebüros: Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt oder zurückzuzahlen haben bzw. die wegen ei...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge