Zusammenfassung

  • Die CFO-Agenda 2021 ist geprägt von den beiden Themenschwerpunkten Digitalisierung und neue Formen der Zusammenarbeit – beides Veränderungen, die durch die Corona-Pandemie zusätzlichen Aufwind erhalten haben.
  • Trotz des Wissens um die Möglichkeiten und den Nutzen der Digitalisierung hinkt die Umsetzung von Maßnahmen zur Digitalisierung von Prozessen hinterher.
  • Die Gründe für die zögerliche digitale Transformation sind vielfältig, haben ihren Ursprung aber häufig in der Organisation.
  • Die Corona-Pandemie wird die Art der Zusammenarbeit nachhaltig in Richtung flexiblerer und agilerer Modelle verändern.
  • Die agile Finanzorganisation verbindet die 3 Bausteine Core, agiler Schwarm und Führungsteam.
  • Virtuelle Teams können einen wertvollen Beitrag auf dem Transformationspfad von der klassischen Linienorganisation hin zur agilen Gesamtorganisation leisten.

1 Digitalisierung und neue Zusammenarbeitsmodelle prägen die CFO-Agenda 2021

Die Corona-Krise begleitet uns nun schon das gesamte Jahr 2020 und scheint uns auch 2021 nicht so schnell aus ihrem Griff zu entlassen. Die Ausbreitung des Corona-Virus hat eine weltweite Krise in noch nie da gewesenem Ausmaß ausgelöst. Unternehmen aller Branchen sind betroffen und haben umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Bereits mit den ersten Lockdown-Maßnahmen, spätestens aber mit der Umsetzung der Homeoffice-Verordnung hat sich gezeigt, welche Chancen die Digitalisierung zur Krisenbewältigung bieten kann. Gleichzeitig wurde eine Vielzahl von Versäumnissen aufgedeckt. Ein Bild, das sich nicht nur auf politischer und privater Ebene zeigt, sondern auch bei der Digitalisierung von Unternehmen. Im Jahr 2020 hat sich vieles verändert. Das sieht auch Satya Nadella (CEO von Microsoft) so: "Wir haben innerhalb von 2 Monaten die digitale Transformation von 2 Jahren erlebt." Auch die Ergebnisse der CFO-Studie 2021 von Horváth & Partners bestätigen dieses Bild.[1] Notwendigkeit, Nutzen und Möglichkeiten der Digitalisierung sind bei mehr als drei Viertel der befragten CFOs und Verantwortlichen im Finanzbereich bekannt. 80 % sehen sich einem Transformationsdruck aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung ausgesetzt. Gleichzeitig hat aber ein Drittel der Unternehmen noch keine Maßnahmen in Richtung Digitalisierung unternommen, während bei den übrigen Unternehmen die Einführung digitaler Methoden und Technologien meist noch in den Kinderschuhen steckt. Rückblickend ist darüber hinaus zu erkennen, dass gerade im ersten Krisenjahr der Schwerpunkt der Unternehmen auf dem Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter, der Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, Produktionsfähigkeit und Versorgungssicherheit lag. Alle Unternehmen mussten unterjährig mehrfach ihre Umsatz- und Ergebnis-Forecasts für verschiedene Geschäftsverlaufsszenarien anpassen. Ein Großteil der Unternehmen erwartet, dass erst 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird. Damit bleibt aktuell nur wenig Zeit für "Schönwetterthemen".

Abb. 1: Zeitpunkt des Wiedererreichens des Umsatzniveaus von 2019

Eines zeigt sich aber ganz deutlich: Die Corona-Krise und die damit einhergehende Digitalisierung der Prozesse haben die Art und Weise der Zusammenarbeit radikal verändert. Die Möglichkeit, administrative Tätigkeiten von zu Hause aus zu erledigen und physische Treffen durch virtuelle Meetings zu ersetzen ist nur eine Facette. Je länger die Krise andauert, desto nachhaltiger werden diese Veränderungen sein – eine Erkenntnis, die bereits bei mehr als 90 % der Unternehmen gereift ist. Der Großteil der CFOs sieht nicht nur eine Verlagerung hin zu mehr virtueller Zusammenarbeit, sondern tiefgreifendere Veränderungen in Form gänzlich neuer Zusammenarbeitsmodelle bis hin zur Einführung agiler Organisationsformen. Krisenbedingt stellen neben den in der Anfangsphase priorisierten Themen, wie z. B. Liquiditäts- und Kostenmanagement, die Digitalisierung und neue Formen der Zusammenarbeit die wesentlichen Schwerpunkte der CFO Agenda 2021 dar.

[1] Grönke/Wenning/Wagner, 2021.

2 "Quo vadis Digitalisierung?"

Viele Unternehmen haben die Chancen der Digitalisierung längst erkannt und umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Dabei werden unterschiedliche Transformationsansätze verfolgt.[1] In Zeiten der Corona Pandemie bewerten in diesem Zusammenhang 76 % der Studienteilnehmer die intensivere Ausnutzung der Digitalisierung sowohl für die Zusammenarbeit als auch in der Prozessgestaltung, -durchführung und -optimierung als wesentliche Maßnahmen. Zu diesem Bild passen auch die bereits angestoßenen "use case"-basierten Maßnahmen, wie die Einführung und Nutzung digitaler Methoden (73 %) und damit insgesamt die Beschleunigung der Investitionen in Digitalisierung (72 %).[2]

Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch, dass die Corona-Krise die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung unterschiedlich stark vorantreibt.

[1] Vgl. Grönke/Przytulla, 2019, S. 20 ff.
[2] Vgl. Grönke/Wenning/Wagner, 2021.

2.1 Digitalisierung der Zusammenarbeit steht im Vordergrund

Trotz reduzierter persönlicher Kontakte sowie vermehrtem Homeoffice muss ein möglichst reibungsloser Geschäftsverlauf sichergestellt werden. Daher ist es für die Aufrechterhaltung des Tagesgeschäfts unerlässlich, ...

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