Brexit: Umsatzsteuer - Fall 52: Vermietung von beweglichen Gegenständen

Fall:

Die A-GmbH vermietet Messestände in Berlin. Sie vermietet u. a. einen Messestand an Y, der auf einer Messe seine gemeinnützige Arbeit präsentiert. Y ist in UK ansässig. Er ist kein Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne.

Lösung:

Der Ort der Leistung war bei der Vermietung von beweglichen körperlichen Gegenständen, bei denen es sich nicht um Beförderungsmittel handelt, bisher Deutschland. Nach dem Brexit liegt der Ort der Leistung in UK, sodass die A-GmbH eine Rechnung nach dem britischen Umsatzsteuerrecht (d. h. auch mit britischer Umsatzsteuer) ausstellen muss. Diese Umsatzsteuer hat die A-GmbH in UK abzuführen. Dazu muss sie sich dort registrieren lassen.

Hintergrundinfo:

Der Ort einer sonstigen Leistung ist grundsätzlich gem. § 3a Abs. 1 Satz 1 UStG an dem Ort, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Dies ist für die A-GmbH Deutschland. Eine Ausnahme besteht gem. § 3 Abs. 4 Nr. 10 UStG dann, wenn bewegliche körperliche Gegenstände an einen Nichtunternehmer vermietet werden. Dann ist der Ort der Leistung der Ansässigkeitsstaat des Leistungsempfängers. Dies wäre in diesem Fall UK. Diese Regelung gilt allerdings nicht für Beförderungsmittel, dann gelten die allgemeinen Regelungen.

Die ausgewiesene britische Umsatzsteuer ist dort abzuführen. Dazu ist eine umsatzsteuerliche Registrierung in UK erforderlich.

Checkliste:

  • Werden bewegliche Gegenstände vermietet?
  • Erfolgt die Vermietung (auch) an Nichtunternehmer in UK?
  • Ist eine umsatzsteuerliche Registrierung in UK erfolgt?

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