Bilanz Check-up 2019: Natio... / 5.4.3 Risikomanagement

Verpflichtete müssen nunmehr über ein Risikomanagement verfügen, das im Hinblick auf Art und Umfang ihrer Geschäftstätigkeit angemessen ist. Das Risikomanagement, für das ein zu benennendes Mitglied der Leitungsebene, d. h. Vorstandsmitglied oder Geschäftsführer, verantwortlich ist, umfasst eine Risikoanalyse (§ 5 GWG) und interne Sicherungsmaßnahmen (§ 6 GWG).

Im Zuge der Risikoanalyse sind diejenigen Risiken der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die für die Geschäfte des Verpflichteten bestehen, zu ermitteln und unter Berücksichtigung von Risikofaktoren nach Anlage 1 und 2 des GWG wie bspw. Kundenrisiko, Produkt-/Dienstleistungs-/Transaktions-/Vertriebskanalrisiko oder geografisches Risiko sowie der Informationen der nationalen Risikoanalyse zu bewerten. Letztlich entsteht auf diese Weise für jeden Kunden bzw. Mandanten ein personalisiertes Risikoprofil. Diese Risikoanalyse ist zu dokumentieren, regelmäßig zu überprüfen, ggf. zu aktualisieren und der Aufsichtsbehörde auf Verlangen zur Verfügung zu stellen.

Weiterhin haben Verpflichtete angemessene geschäfts- und kundenbezogene interne Sicherungsmaßnahmen zu schaffen, um die Risiken zu steuern und zu mindern. Diese Sicherungsmaßnahmen sind zu überwachen und bei Bedarf zu aktualisieren. Als interne Sicherungsmaßnahmen nennt § 6 Abs. 2 GWG beispielhaft die Ausarbeitung von internen Grundsätzen, Verfahren und Kontrollen in Bezug auf den Umgang mit Risiken, die Sorgfaltspflichten und die Erfüllung von Meldepflichten, aber auch die Bestellung eines Geldwäschebeauftragten, erstmalige und laufende Unterrichtung der Mitarbeiter, Überprüfung der Zuverlässigkeit der Beschäftigten sowie die unabhängige Prüfung der erarbeiteten Grundsätze und Verfahren.

 
Hinweis

Die Aufsichtsbehörden sind befugt, regelmäßig aktualisierte Auslegungs- und Anwendungshinweise für die Umsetzung der Sorgfaltspflichten und der internen Sicherungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. So ordnet bspw. die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) an, dass Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer zur Bestellung eines Geldwäschebeauftragten verpflichtet sind, wenn in der betreffenden Einheit mehr als 30 Berufsträger tätig sind. Weiterhin befreit die WPK Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer von bestimmten internen Sicherungsmaßnahmen, wenn in der jeweiligen Einheit weniger als 10 Berufsträger tätig sind. Diese Anordnungen sind abrufbar unter http://www.wpk.de → Mitglieder → Bekämpfung der Geldwäsche → Hinweise für die Praxis (Abrufdatum: 15.10.2018).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge