Bilanz Check-up 2019: Inter... / 4 Einführung eines einheitlichen Berichtsformats

Nach der Transparenzrichtlinie (2013/50/EU, EU-ABl. L 294 v. 6.11.2013, S. 13) sind ab dem 1.1.2020 alle Emittenten, deren Wertpapiere zum Handel an einem in einem EU-Mitgliedstaat gelegenen und dort betriebenen geregelten Markt zugelassen sind, verpflichtet, ihre jährlichen Finanzberichte in einem einheitlichen elektronischen Berichtsformat – dem sog. European Single Electronic Format (ESEF) – zu erstellen.

Am 18.12.2017 veröffentlichte die ESMA ihren finalen Bericht für den technischen Regulierungsstandard. Darin bestätigte die ESMA ihre Entscheidung für das Inline XBRL Format. Für eine grundlegende Darstellung des technischen Regulierungsstandards verweisen wir auf den Bilanz Check-Up 2018, Kap. 5, S. 178.

Der technische Regulierungsstandard sieht ein vollständiges und detailliertes Etikettieren für die primären Abschlussbestandteile vor. Hierbei wird dem Abschlussposten eine maschinenlesbare Information hinzugefügt, welche jedem Abschlussposten den zugehörigen Posten aus der Taxonomie zuordnet. Die primären Abschlussbestandteile sind neben Bilanz und Gesamtergebnisrechnung die Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung. Außerdem sind für Geschäftsjahre ab dem 1.1.2020 10 Anhangangaben mit Tags zu versehen. Diese betreffen grundlegende Unternehmensinformationen, wie z. B. Name, Sitz und Rechtsform des Abschlusserstellers. Ab dem Jahr 2022 sind dann auch die anderen Bestandteile des Anhangs zu etikettieren. Dabei ist es aber für beinahe alle Anhangangaben ausreichend, wenn der Textblock, der die Informationen beinhaltet etikettiert wird. Ein freiwilliges detaillierteres Etikettieren ist aber erlaubt.

Für das Etikettieren sind grundsätzlich die Elemente der ESEF-Taxonomie zu verwenden. Kommen mehrere Elemente der ESEF-Taxonomie in Frage, ist das Element mit der engsten Definition zu wählen. Sofern die Anwendung der ESEF-Taxonomie zu einer Fehldarstellung der Angaben führt, kann die Taxonomie um unternehmensindividuelle Tags erweitert werden. Diese sind dann in der Taxonomie zu verankern (anchoring). Dies geschieht durch Anknüpfung des unternehmensindividuellen Elements an ein übergeordnetes Element der ESEF-Taxonomie. Ebenso kann das unternehmensindividuelle Element eine Zusammenfassung mehrerer ESEF-Taxonomie Elemente darstellen.

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