Rz. 50

§ 307 Abs. 1 HGB schreibt den gesonderten Ausweis des Ausgleichspostens innerhalb des EK unter Verwendung der Posten-Bezeichnung "nicht beherrschende Anteile" vor. Die Einbeziehung des Betrags in andere Posten oder eine Angabe im Konzernanhang ist unzureichend.

 

Rz. 51

Der Gesetzgeber schreibt keine weitere Untergliederung vor. Ein differenzierter Ausweis in der Konzernbilanz oder im Anhang ist jedoch gestattet – und sinnvoll.[1] Entsprechend ist insb. ein gesonderter Ausgleichsposten für Anteile nicht konsolidierter TU an konsolidierten TU in Betracht zu ziehen (Rz 28 ff.).

 

Rz. 52

An welcher Stelle der Posten innerhalb des EK ausgewiesen wird, ist freigestellt. Der sinnvollerweise in der Literatur vorgeschlagene Ausweis als letzter Unterposten im EK hat sich in der Praxis[2] durchgesetzt.

 

Rz. 53

Der gesonderte Ausweis des Ausgleichspostens für nicht beherrschende Anteile innerhalb des EK betont dessen EK-Charakter und hebt die Bedeutung der Einheitstheorie für den Konzernabschluss hervor,[3] wenngleich dieser im HGB nicht konsequent gefolgt wird.[4] Die nicht beherrschenden Anteile sind auch im EK-Spiegel gesondert auszuweisen und entsprechend der jährlichen Änderungen fortzuschreiben. DRS 22.14 empfiehlt, die auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Währungsumrechnungsdifferenzen gesondert auszuweisen und fortzuschreiben.

 

Rz. 54

In Einzelfällen – bspw. bei negativen Eigenkapitalkonten einer KG – kann es zu einem negativen Ausgleichsposten kommen. Ergeben sich aus der Einbeziehung sowohl aktive als auch passive Posten, kann eine Verrechnung als zulässig angesehen werden.[5] Wenngleich eine Aufgliederung der aktiven und passiven Teilbeträge der Klarheit des Abschlusses dient, ist der Norm keine entsprechende Pflicht zu entnehmen.

 

Rz. 55

Auch wenn der positive Ausgleichsposten nicht zur Verrechnung des Negativbetrags ausreicht, scheidet ein gesonderter Ausweis des Ausgleichspostens auf der Aktivseite der Konzernbilanz unter Rückgriff auf einen entsprechenden Formalhinweis aus (Rz 27).

 

Rz. 56

Dem generellen Ausweis des Ausgleichspostens innerhalb des EK, der in der Literatur stellenweise gefordert wird, steht dem Wortlaut der Norm nach nichts entgegen. Solange das EK zur Verrechnung des negativen Gesamtbetrags des Ausgleichspostens genügt, ist diese Möglichkeit wahrzunehmen (Rz 27).[6]

[1] Vgl. Kraft, in Staub, Großkommentar HGB, 5. Aufl. 2011, § 307 HGB Rn 60; Damm/Zündorf, DB 1984, S. 2631, 2633.
[2] Vgl. Treuarbeit, Jahres- und Konzernabschlüsse, 1990, S. 166.
[3] Vgl. ADS, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 6. Aufl. 1995–2001, § 307 HGB Rz 62; Störk/Hoffmann, in Beck Bil-Komm., 12. Aufl. 2020, § 307 HGB Rz 76.
[4] Vgl. Kirsch/Engelke, in Baetge/Kirsch/Thiele, Bilanzrecht, § 307 HGB Rz 41, Stand: 1/2017.
[5] Vgl. auch ADS, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 6. Aufl. 1995–2001, § 307 HGB Rz 65; Kraft, in Staub, Großkommentar HGB, 5. Aufl. 2011, § 307 HGB Rz 64; Weber/Zündorf, in Küting/Weber, HdK, 2. Aufl. 1998, § 307 HGB Rn 12.
[6] Dem Ausweis innerhalb des EK gegenüber dem gesonderten Ausweis auf der Aktivseite dagegen lediglich Vorrang einräumend Kraft, in Staub, Großkommentar HGB, 5. Aufl. 2011, § 307 HGB Rz 63; Störk/Hoffmann, in Beck Bil-Komm., 12. Aufl. 2020, § 307 HGB Rz 77.

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