Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 2.2.1 Erstellung eines Zwischenabschlusses
 

Rz. 7

Der Zwischenabschluss dient ausschließlich als Grundlage für die Aufstellung des Konzernabschlusses. Durch den Zwischenabschluss ist es möglich, für den Zeitraum des Konzern-Gj die Daten des TU mit abweichendem Stichtag in den Konzernabschluss einzubeziehen. Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses ist stets auf den Konzernabschlussstichtag abzustellen.[1]

 

Rz. 8

Der Zeitraum der Konzern-GuV des Zwischenabschlusses entspricht i. d. R. dem Zeitraum des Konzern-Gj. Bei erstmaligem Einbezug oder Entkonsolidierung von TU darf der Zwischenabschluss abweichend nur die Erträge und Aufwendungen der TU enthalten, die auf die Zeit der Konzernzugehörigkeit entfallen.

 

Rz. 9

Hat ein TU bislang auf die Aufstellung eines Zwischenabschlusses verzichtet und stellt das TU im Folgejahr sein Gj auf das Konzern-Gj um oder verzichtet es auf das bisherige Weglassen eines Zwischenabschlusses, kann der in den Konzernabschluss einbezogene Zeitraum durch eine Umstellung länger als zwölf Monate (maximal 15 Monate) betragen. Sofern dadurch der Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinträchtigt ist, sind zusätzliche Angaben im Konzernanhang erforderlich.

 

Rz. 10

Der Zwischenabschluss entfaltet keine Rechtsgrundlage für Zwecke der Besteuerung, Ansprüche der Gesellschafter auf einen ggf. im Zwischenabschluss ausgewiesenen Bilanzgewinn und andere ergebnisabhängige Zahlungen. Sofern gewinnabhängige Vergütungen vereinbart sind, müssen diese auf Basis des Zwischenabschlussergebnisses im Wege der Schätzung ermittelt und berücksichtigt werden. Aufgrund der fehlenden Rechtsfolgen sind eine Vorlagepflicht des Zwischenabschlusses an den Aufsichtsrat sowie die Feststellung und Offenlegung gesetzlich nicht vorgesehen.

 

Rz. 11

Der Zwischenabschluss muss aus den Büchern der Ges. entwickelt werden. Es ist ausreichend, Abschlussbuchungen und Überleitungen in statistischen Nebenrechnungen festzuhalten. Diese Nebenrechnungen müssen aber so vollständig sein, dass ein Sachverständiger jederzeit die Entwicklung des Zwischenabschlusses aus den Büchern und sonstigen Unterlagen vornehmen kann. Diese Aufzeichnungen unterliegen den gleichen Aufbewahrungsfristen wie andere Bücher der Ges.[2]

 

Rz. 12

Besondere Konzernrechnungslegungsvorschriften hinsichtlich der Aufstellung eines Zwischenabschlusses existieren nicht. Es gelten die allgemeinen Vorschriften zum Inhalt und zur Form des Konzernabschlusses. Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses sind somit die GoB zu beachten. Die allgemeinen Grundsätze, die bei der Aufstellung einer sog. Handelsbilanz II zu beachten sind, gelten demnach sinngemäß auch für den Zwischenabschluss. Als Grundlage für die Aufstellung des Konzernabschlusses sind insb. die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu beachten.[3]

 

Rz. 13

Zwischenabschlüsse sind keine Abschlüsse minderer Qualität. Auch für Zwischenabschlüsse gelten die Konzerngrundsätze der Wesentlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Die in DRS 16.20 ff. niedergelegten Grundsätze für eine Zwischenberichterstattung hinsichtlich Bilanzierung und Bewertung lassen sich sinngemäß z. T. auch auf Zwischenabschlüsse für einen Konzernabschluss übertragen. Dies betrifft unter anderem folgende Grundsätze:

  • Unterjährige Bewertungen haben auf Basis einer Betrachtung vom Beginn des Gj bis zum Stichtag des Zwischenabschlusses zu erfolgen.
  • Erträge und Aufwendungen, die unregelmäßig anfallen, sind nur dann abzugrenzen, wenn die Abgrenzung auch am Ende des Gj angemessen wäre. Somit scheiden z. B. Abgrenzungen für saisonal bedingte Ertragsschwankungen aus.
  • Die Ertragsteuern werden auf der Grundlage des Jahresabschlusses des TU ermittelt. Im Zwischenabschluss werden Teile zweier Einzel-Gj zusammengefasst. Der Steueraufwand kann ermittelt werden, indem man den tatsächlich angefallenen und noch nicht in früheren Perioden berücksichtigten Steueraufwand aus der ersten Teilperiode berücksichtigt sowie die Ertragsteuern für die zweite Teilperiode anhand des in diesem Zeitraum entstandenen Ergebnisses berechnet. Das IDW (WP-Handbuch) hält alternativ auch eine fiktive Veranlagung für das Gj des Zwischenabschlusses für zulässig.[4]

Ins Einzelne gehende Anforderungen können vernachlässigt werden, wenn realistische Schätzungen möglich sind und dadurch die Aussagefähigkeit des Konzernabschlusses hinsichtlich der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht beeinträchtigt wird. Dies könnte z. B. folgende Sachverhalte betreffen:

  • Einholung eines neuen versicherungsmathematischen Gutachtens für Rückdeckungsansprüche sowie Pensions- und Jubiläumsverpflichtungen, wenn ein solches Gutachten zum Abschlussstichtag vorliegt, zwischenzeitlich keine wesentlichen Änderungen eingetreten sind und der Wert zum Konzernabschlussstichtag hinreichend genau festgestellt werden kann;
  • Inventur auf den Konzernabschlussstichtag, wenn sich der Vorratsbestand durch Fortschreibungs- oder Rückrechnungsverfahren oder aufgrund anderer Verfahren wertmäßig hinreichend genau feststellen lässt. Di...

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