Die Übernahme des Konsolidierungspakets (IFRS 10-12) in europäisches Recht hat sich verzögert. Eine verpflichtende Anwendung ist erst für Geschäftsjahre vorgesehen, die nach dem 1.1.2014 beginnen. Für die erstmalige Anwendung ist eine retrospektive Anpassung der bisherigen Bilanzierung vorgesehen. Insoweit eine Übernahme noch im Q4/2012 oder während der Aufstellung im Q1/2013 im Endorsement-Verfahren beschlossen wird, kommt allerdings eine freiwillige (vorzeitige) Anwendung in Frage. Gegen eine solche sprechen nicht nur die umfangreichen Offenlegungspflichten des IFRS 12,[9] sondern auch die Vorgaben für den Übergang auf das neue Recht. Zwar hat das IASB mit einer Anpassung der Übergangsvorschriften auf bestehende Anwendungsfragen/Inkonsistenzen reagiert, eine noch kurzfristige Übernahme in europäisches Recht ist aber nicht zu erwarten. Bei freiwilliger (vorzeitiger) Anwendung kann daher nicht auf die angepassten Übergangsleitlinien zurückgegriffen werden. Erleichterungen sind insbesondere für die erstmalige Anwendung von IFRS 10 vorgesehen. Abweichend von den zunächst vorgesehenen Vorgaben sind für im Vergleichszeitraum veräußerte Tochterunternehmen keine rückwirkenden Anpassungen vorzunehmen. Auch bedarf es angepasster Vergleichszahlen nur für die vorangegangene Vergleichsperiode. Eine entsprechende Beschränkung ist auch für den Übergang auf IFRS 11 und IFRS 12 beachtlich. Darüber hinaus befreit die Anpassung der Übergangsleitlinien auch von der Angabepflicht von vergleichenden Informationen zu unkonsolidierten Zweckgesellschaften bei Erstanwendung des IFRS 12.

Die Änderungen am Konsolidierungspaket treten für unmittelbare IFRS-Anwender ab dem 1.1.2013 in Kraft. Die Mehrzahl der Erleichterungen bezieht sich auf den Übergang auf IFRS 10. Weniger Bedeutung wird wegen der nur begrenzten Erleichterungen offensichtlich der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 beigemessen. Eine analoge Übertragung der Ergänzungen zu IFRS 10 auf IFRS 11 scheidet aus.

[9] Vgl. Freiberg, PiR 2012, 264 ff.

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