Baukindergeld / 2.1 Erstmaliges Objekt

Objektbeschränkung

Voraussetzung an dieser Stelle ist, dass es sich beim Kauf oder beim Neubau um einen erstmaligen Kauf oder Neubau handeln muss. Ist der antragstellende Haushalt bereits Eigentümer eines Objekts im Bundesgebiet, so ist eine Förderung ausgeschlossen. Dabei ist es unerheblich, ob der Antragsteller das Objekt selbst zu eigenen Wohnzwecken nutzt oder vermietet. Diese Objektbeschränkung wirkt also nicht nur in Bezug auf den Antragsteller, sondern auch auf

  • den Ehe- oder Lebenspartner oder
  • Partner aus eheähnlicher Gemeinschaft oder
  • Kinder.

Kurz gesagt: Ist im Haushalt eine Wohnung zu finden, an der einer der Haushaltsmitglieder Eigentum hat, liegen die Voraussetzungen für das Baukindergeld nicht vor.

 
Praxis-Beispiel

Auszug und Vermietung

Der Haushalt der Familie Neumann besteht aus den Eheleuten Horst und Sonja Neumann sowie den Kindern Paul (6 Jahre) und Petra (9). Bisher bewohnt die Familie eine kleine Eigentumswohnung. Die Neumanns hatten sie vor einigen Jahren erworben. Nun haben die Neumanns von dem Baukindergeld gehört und erwerben ein Einfamilienhaus. Nach dem Kauf ziehen Neumanns in das Einfamilienhaus ein und vermieten ihre bisherige Eigentumswohnung an fremde Dritte.

Die Neumanns können das Baukindergeld nicht beantragen. Beim Kauf des Einfamilienhauses handelt es sich um keinen Ersterwerb im Sinne der Förderung, da sie noch eine Eigentumswohnung besitzen und vermieten.

 
Praxis-Beispiel

Bestehen einer vermieteten Wohnung

Der Haushalt der Familie Müller besteht aus den Eheleuten Dieter und Gabi Müller sowie den Kindern Jürgen (10), Jutta (7) und Frank (4). Gabi Müller hatte vor ihrer Hochzeit mit Dieter Müller eine Eigentumswohnung erworben und bewohnt. Nach der Heirat und der Geburt von Jürgen wurde die Eigentumswohnung zu klein. Da das Geld knapp war, zogen die Müllers in eine Mietwohnung. Die Eigentumswohnung wurde aber nicht verkauft, sondern an einen Dritten vermietet. Das Mietverhältnis besteht weiterhin. Aufgrund der Einführung des Baukindergelds möchten die Müllers ein Einfamilienhaus anschaffen.

Die Müllers können das Baukindergeld nicht beantragen. Beim Kauf des Einfamilienhauses handelt es sich um keinen Ersterwerb im Sinne der Förderung, da sie noch eine Eigentumswohnung besitzen und vermieten.

Verkauf altes Objekt

Stellt sich die Frage, ob es hilfreich ist, das im Eigentum befindliche Objekt vor Antragstellung zu verkaufen. Maßgeblich für die Gewährung des Baukindergelds sind die Verhältnisse bei Kauf bzw. Neubau des Förderobjekts. Stichtage sind

  • bei Kauf das Datum des Kaufvertrags,
  • bei Neubau das Datum der Baugenehmigung oder der Bauanzeige.

Ist zu den obigen Stichtagen das vorherige Objekt verkauft, kann das Baukindergeld beantragt werden.

 
Praxis-Beispiel

Verkauf altes Objekt

Jörg und Jutta Bertram lebten mit ihrem Sohn Paul (5) in einem Einfamilienhaus. Im Januar 2018 zogen die Bertrams aus dem Haus aus, weil Herr Bertram beruflich in eine andere Stadt versetzt wurde. Im Februar 2018 verkauften die Bertrams das Einfamilienhaus an einen Dritten. Im August 2018 erwarben sie am neuen Einsatzort ein Einfamilienhaus. Dieses nutzen sie seitdem zu eigenen Wohnzwecken.

Die Bertrams können das Baukindergeld beantragen, da sie zum Zeitpunkt der Anschaffung des 2. Einfamilienhauses nicht mehr Eigentümer eines weiteren Objekts waren.

Gefördert werden nur Objekte, dessen Kosten höher sind, als die Förderbeträge durch das Baukindergeld.

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