Arbeitszimmer bei Arbeitneh... / 5.3 Entnahme-, Aufgabe- und Veräußerungsgewinn

Bei Arbeitnehmern mit nebenberuflichen Gewinneinkünften (z. B. aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Tätigkeit) gehört das häusliche Arbeitszimmer unabhängig vom Betriebsausgabenabzug regelmäßig – bei einem Wert von über 20.500 EUR – stets zum notwendigen Betriebsvermögen.[1]

Mit Rücksicht hierauf entsteht im Fall der Nutzungsänderung des Arbeitszimmers bzw. der Veräußerung/Aufgabe des Betriebs i. d. R. ein Entnahme-/Aufgabegewinn oder ein Veräußerungsgewinn. Dieser Gewinn unterliegt im Grundsatz auch der Besteuerung, wenn die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer (einschließlich AfA) wegen des Abzugsverbots nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen. Diese Regelungen sind für Arbeitnehmer insoweit einschlägig, als das häusliche Arbeitszimmer außer für Zwecke der nichtselbstständigen Arbeit auch u. a. für die Erzielung von Einnahmen aus selbstständiger Arbeit (freiberuflicher Tätigkeit) verwendet wird.

Streitig ist derzeit die Erfassung eines Spekulationsgewinns aus Immobilien mit Arbeitszimmer. Ein solcher ist bei Nutzung zu eigenen Wohnzwecken auch bei der Veräußerung von Haus oder Wohnung innerhalb von 10 Jahren grundsätzlich nicht zu versteuern.[2] Nach dem Urteil des FG Baden-Württemberg ist es dabei nicht schädlich, wenn eine Arbeitnehmerin die selbstgenutzte Wohnung mit einem unwesentlichen Teil (ca. 10 % der Wohnfläche) zu ausschließlich beruflichen Zwecken als häusliches Arbeitszimmer nutzt.[3] Gegen die Entscheidung ist Revision eingelegt.[4]

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