Überblick

Computeranlagen setzen sich zusammen aus der Hardware, die ein körperliches Wirtschaftsgut ist, und der Software, die als immaterielles (unkörperliches) Wirtschaftsgut beurteilt wird, sofern es sich um ein eigenständiges Wirtschaftsgut handelt. Eine Ausnahme gilt für sog. Trivialsoftware, die von der Finanzverwaltung als materielles Wirtschaftsgut beurteilt wird.[1]

Ein einheitliches materielles Wirtschaftsgut wird in Bezug auf die Hard- und Software steuerlich angenommen, wenn die Software als unselbstständiger Bestandteil in das Gerät fest eingebaut und auf das Gerät zugeschnitten ist oder wenn sie zusammen mit der Hardware ohne gesonderte Berechnung und ohne Aufteilbarkeit des Entgelts zur Verfügung gestellt wird (sog. Bundling).[2]

Wird Software zusammen mit der Hardware angeboten und dafür kein gesonderter Preis auf der Rechnung ausgewiesen, sodass eine Aufteilung des Entgelts nicht möglich ist, bildet beides eine Einheit und ist – bei Anschaffungen in vor dem 1.1.2021 endenden Wirtschaftsjahren – einheitlich auf die Nutzungsdauer abzuschreiben.[3] Die Nutzungsdauer für PCs, Notebooks und Laptops sowie für Peripheriegeräte beträgt nach der "AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter" 3 Jahre.[4] Bei separater Anschaffung der Software kann diese unabhängig von der Hardware abgeschrieben werden. Dies wirft in der Praxis Probleme auf.

Mit einem neuen BMF-Schreiben hat die Finanzverwaltung ihre Auffassung zur Nutzungsdauer von Computern und Software geändert.[5]

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Gesetzlich geregelt ist die Abschreibung in § 7 EStG. Abschreibungsvorschriften für geringwertige Wirtschaftsgüter sind die § 6 Abs. 2 und 2a EStG. Verwaltungsseitige Erläuterungen finden sich u. a. in R 5.5 EStR 2012, H 5.5 und H 6.13 EStH 2019. Sehr praxisrelevant ist das neue BMF-Schreiben, das sich mit der Nutzungsdauer von Computerhardware und Software für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2020 enden, befasst.[6]

[3] Roos, BBK 2018 S. 381 unter Hinweis auf IDW RS HFA 11 n. F., IDW Life 2/2018, Rz. 4.
[5] BMF, Schreiben v. 26.2.2021, IV C 3-S 2190/21/10002:013, 2021/0231247.
[6] BMF, Schreiben v. 26.2.2021, IV C 3-S 2190/21/10002:013, 2021/0231247.

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