Abschreibung: Änderung des ... / 2.3 Vornahme einer Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung

Mit einer AfaA[1] wird ein Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung abgeschrieben. Die AfaA ist nach dem Wert zu bestimmen, um den der im Jahr des Schadenseintritts vorhandene Restbuchwert des geschädigten Wirtschaftsguts durch das schädigende Ereignis gemindert wird.[2] Dadurch wird eine Änderung des Abschreibungsplans zwingend notwendig. Nach Vornahme einer AfaA sind die weiteren AfA vom verbleibenden Restbuchwert nach Maßgabe der – ggf. neu zu schätzenden – Restnutzungsdauer vorzunehmen.

Die AfaA ist grundsätzlich in dem Veranlagungszeitraum vorzunehmen, in dem der gesetzliche Tatbestand von § 7 Abs. 1 letzter Satz EStG infolge einer außergewöhnlichen technischen oder wirtschaftlichen Abnutzung erfüllt ist, spätestens aber in dem Veranlagungszeitraum, in dem der Steuerpflichtige die außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung entdeckt hat.

Dies gilt unabhängig von irgendwelchen Schadensersatzansprüchen gegenüber Versicherungen.[3] Ist die AfaA versehentlich oder rechtsirrig unterlassen worden und ist die Veranlagung des betreffenden Jahres nicht mehr änderbar, kommt eine Nachholung der AfaA in einem späteren Jahr nicht in Betracht. Evtl. stellt sich dann aber die Frage einer Teilwertabschreibung.

 
Achtung

Gleichzeitige Inanspruchnahme von AfaA und normaler AfA

Bei der degressiven AfA nach § 7 Abs. 2 EStG für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens ist die gleichzeitige Vornahme einer AfaA unzulässig.[4] Wollen Sie in einem solchen Fall eine AfaA zusätzlich zur eigentlichen Abschreibung vornehmen, müssen Sie zuvor von der degressiven zur linearen AfA übergehen. Auch bei Gebäuden, die linear abgeschrieben werden, ist eine AfaA zulässig.[5] AfaA sind nach dem Wortlaut des Gesetzes zwar nur bei Gebäuden zulässig, bei denen die AfA nach § 7 Abs. 4 EStG bemessen wird. AfaA sind nach Verwaltungsauffassung jedoch auch bei Gebäuden nicht zu beanstanden, bei denen AfA nach § 7 Abs. 5 EStG vorgenommen wird.[6]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge