Bei Zuwendungen von nicht mehr als 200 EUR genügt in bestimmten Fällen als vereinfachter Spendennachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts. Auch für die vereinfachten Spendennachweise gilt ab VZ 2017 die sog. Belegvorhaltepflicht, d. h., dass sie nur auf Anforderung des Finanzamts vorzulegen sind (vgl. Tz 2.5.3.1).

Das vereinfachte Nachweisverfahren wird anerkannt, wenn

  • der Empfänger der Zuwendung eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine inländische öffentliche Dienststelle ist oder
  • der Empfänger eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse i. S. des § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG ist, wenn der steuerbegünstigte Zweck, für den die Zuwendung verwendet wird, und die Angaben über die Freistellung des Empfängers von der Körperschaftsteuer auf einem von ihm hergestellten Beleg aufgedruckt sind und darauf angegeben ist, ob es sich bei der Zuwendung um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt (§ 50 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStDV).

Bei der Buchungsbestätigung kann es sich z. B. um den Kontoauszug oder um eine gesonderte Bestätigung des Kreditinstituts handeln. Aus der Buchungsbestätigung müssen Name und Kontonummer oder ein sonstiges Identifizierungsmerkmal des Auftraggebers und des Empfängers, der Betrag, der Buchungstag sowie die tatsächliche Durchführung der Zahlung ersichtlich sein. Bei Spenden, die über PayPal durchgeführt werden, genügt als Buchungsbestätigung ein Kontoauszug des PayPal-Kontos, aus dem der Kontoinhaber und dessen E-Mail-Adresse ersichtlich sein müssen, und ein Ausdruck über die Transaktionsdetails der Spende. Bei im Lastschrift-Einzugsverfahren geleisteten Zuwendungen ist kein vereinfachter Zuwendungsnachweis möglich, weil die geforderten Daten aus technischen Gründen nicht alle auf dem Kontoauszug ausgedruckt werden können.

Wird die Spende an eine nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG steuerbegünstigte Körperschaft überwiesen, muss zusätzlich zur Buchungsbestätigung auch ein vom Zuwendungsempfänger ausgestellter Spendenbeleg vorliegen, weil die Angaben über die Verwendung der Zuwendung zu steuerbegünstigten Zwecken durch den Empfänger und dessen Freistellung von der Körperschaftsteuer nur hieraus ersichtlich sind. Auf diesem Beleg muss zudem aufgedruckt sein, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt.

Unabhängig von der Höhe der Zuwendung kann das vereinfachte Nachweisverfahren zugelassen werden, wenn die Zuwendung zur Hilfe in Katastrophenfällen innerhalb eines Zeitraums, den die obersten Finanzbehörden der Länder im Benehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen bestimmen, auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts, einer inländischen öffentlichen Dienststelle oder eines inländischen amtlich anerkannten Verbandes der freien Wohlfahrtspflege einschließlich seiner Mitgliedsorganisationen eingezahlt worden ist (§ 50 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStDV). Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen, die vor Einrichtung eines solchen Sonderkontos geleistet werden oder zu denen nicht steuerbegünstigte Dritte aufgerufen hatten und die von diesen an den endgültigen Zuwendungsempfänger weitergeleitet wurden, können ebenfalls in einem vereinfachten Nachweisverfahren als Sonderausgaben geltend gemacht werden (§ 50 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b und Abs. 5 EStDV). Es können in diesem Rahmen auch Spendenaktionen von gemeinnützigen Körperschaften gebilligt werden, wenn diese die erhaltenen Mittel ohne Satzungsänderung für die Hilfe weitergeleitet haben. ›Arbeitslohnspenden‹ der Arbeitnehmer, die der Arbeitgeber zur Unterstützung der von den Naturkatastrophen Betroffenen auf ein Spendenkonto einer spendenempfangsberechtigten Einrichtung überweist oder als Beihilfe an Arbeitnehmer des Unternehmens unmittelbar auszahlt, bleiben bei der Feststellung des steuerpflichtigen Arbeitslohns außer Ansatz; die steuerfrei belassenen Lohnteile dürfen dann aber nicht im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung als Spende nach § 10b EStG berücksichtigt werden.

Eine entsprechende Verwaltungsanweisung hat die Finanzverwaltung zur Unterstützung der Hilfe für die in Deutschland asylsuchenden Flüchtlinge getroffen (vgl. BMF-Schreiben vom 22.9.2015, BStBl I S. 745); der zeitliche Anwendungsbereich dieser Regelung wurde für alle Maßnahmen verlängert, die bis 31.12.2021 durchgeführt werden (vgl. BMF-Schreiben vom 5.2.2019, BStBl I S. 116).

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