Wesentlichkeitsanalyse: Ide... / 1 Festlegung der relevanten Berichtsinhalte als große Herausforderung

Externes Reporting soll nicht nur finanzielle Informationen beinhalten

Vielfach bestehen in der externen Unternehmensberichterstattung noch erhebliche Optimierungspotenziale für Unternehmen. Geschäftsberichte spiegeln aktuell oftmals im Kern nur die finanzielle Situation eines Unternehmens wider. Dies belegt eine Studie der Unternehmensberatung Horváth & Partners Management Consultants aus dem Jahr 2013, bei der 142 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach ihren Leistungskennzahlen (KPIs) befragt wurden. Das wesentliche Ergebnis: 75 % der teilnehmenden Unternehmen berichten vor allem über ihre finanzielle Situation, während sie Informationen zu wichtigen nicht-finanziellen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit eher zurückhalten. Finanzdaten spiegeln allerdings nur die Leistung eines Unternehmens in der Vergangenheit wider und gelten daher als historische Daten. Ein Best-Practice Unternehmensbericht schließt jedoch neben finanziellen Informationen auch nicht-finanzielle Informationen mit ein.

Herausforderung der Festlegung der relevanten Berichtsinhalte

Die integrierte Berichterstattung vereint finanzielle Informationen aus traditionell finanzorientierten Geschäftsberichten mit nicht-finanziellen Informationen aus bislang separaten Nachhaltigkeitsberichten in einem Bericht. Eine große Herausforderung bei der Erstellung von integrierten Berichten besteht in der Festlegung der relevanten Berichtsinhalte. Integrierte Unternehmensberichte sollen die unterschiedlichen Stakeholder eines Unternehmens auf der einen Seite umfassend, auf der anderen Seite aber so kompakt wie möglich informieren. Unternehmen müssen daher neben der bewussten Auswahl und Priorisierung von Berichtsinhalten Überlegungen hinsichtlich der Länge und Detailtreue ihrer Berichte anstellen.

Informationen müssen Nutzen für Berichtsadressaten stiften

Alle in einem Bericht aufgeführten Informationen sollen einen relevanten Nutzen für die Berichtsadressaten stiften. Informationen gelten daher als relevant, wenn sie für die Entscheidungsfindung der unternehmerischen Stakeholder und damit der Berichtsadressaten wesentlich sind und ihr Wert die Kosten für die Generierung der Informationen übersteigt. Demzufolge ist die Wesentlichkeit von entscheidender Bedeutung bei der Festlegung des Inhalts einer integrierten Berichterstattung.

Wesentlichkeitsanalyse als notwendiges Instrument

Vor diesem Hintergrund betonen das International Integrated Reporting Council (IIRC), die Global Reporting Initiative (GRI) und der Standardsetzer AccountAbility die Notwendigkeit der so genannten Wesentlichkeitsanalyse (auch Materialitätsanalyse genannt). Durch die Wesentlichkeitsanalyse ermittelt ein Unternehmen in einem dreistufigen Prozess (Bestimmung der Relevanz, Wichtigkeit und abschließende Priorisierung) die für seine Stakeholder wesentlichen Aspekte für die externe Unternehmensberichterstattung.

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