Vorsteuerberichtigung, Kleinunternehmer

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Kleinunternehmer
  • Wechsel zur Regelbeteuerung
  • Wechsel zum Kleinunternehmer
 
Hinweis

Durch das Corona-Steuerhilfegesetz II wird vorübergehend der allgemeine Umsatzsteuersatz von 19 % auf 16 % und der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % auf 5 % reduziert. Da die Senkung der Steuersätze nur befristet vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 gilt, wurde sie in diesem Beitrag nicht berücksichtigt. Informationen zu den Auswirkungen der Steuersatzänderung finden Sie im Beitrag "Absenkung des Umsatzsteuersatzes 2020: Herausforderungen für die Praxis".

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Nachträglich abziehbare Vorsteuer, § 15a Abs. 1 UStG, bewegliche Wirtschaftsgüter
Eigener Kontenplan SKR 03
  1556
IKR  
2608 SKR 04
  1396
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Zurückzuzahlende Vorsteuer, § 15a Abs. 1 UStG, bewegliche Wirtschaftsgüter
Eigener Kontenplan SKR 03
  1557
IKR  
2609 SKR 04
  1397
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Kleinunternehmer sind vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Bei Kleinunternehmern, die zur Regelbesteuerung wechseln und umgekehrt, liegt eine Änderung der Verhältnisse vor. Es kann daher eine Vorsteuerberichtigung in Betracht kommen, wenn die Bagatellgrenze von 1.000 EUR überschritten wird und auch die anderen Voraussetzungen vorliegen. Bei einem Wechsel zur Kleinunternehmerregelung ändern sich die Verhältnisse zum Nachteil des Unternehmers. Er bucht seine Rückzahlung auf das Konto "Zurückzuzahlende Vorsteuer, § 15a Abs. 1 UStG, bewegliche Wirtschaftsgüter" 1557 (SKR 03) bzw. 1397 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Zurückzuzahlende Vorsteuer

an Sonstige betriebliche Aufwendungen

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Wechsel zur Regelbesteuerung

Herr Huber ist Kleinunternehmer und deshalb vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Er erwirbt am 10.5.01 einen Firmen-Pkw für 20.000 EUR zuzüglich 19 % = 3.800 EUR Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer kann er im Jahr 01 nicht als Vorsteuer abziehen.

Buchungsvorschlag: Kauf des Firmen-Pkw

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0320 Pkw 23.800 1200 Bank 23.800
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0520 Pkw 23.800 1800 Bank 23.800

Ab dem 1.1.02 muss Herr Huber von der Steuerfreiheit als Kleinunternehmer zur Regelbesteuerung wechseln, weil er im Vorjahr 01 den Grenzwert von 17.500 EUR überschritten hat.

Das bedeutet, dass er mit diesem Wechsel die bisher nicht abziehbare Vorsteuer wie folgt berichtigen kann:

 
01: Vorsteuerabzug 0 EUR
02: nachträglicher Vorsteuerabzug  
  3.800 EUR : 60 × 12 = 760 EUR
03: nachträglicher Vorsteuerabzug  
  3.800 EUR : 60 × 12 = 760 EUR
04: nachträglicher Vorsteuerabzug  
  3.800 EUR : 60 × 12 = 760 EUR
05: nachträglicher Vorsteuerabzug  
  3.800 EUR : 60 × 12 = 760 EUR
06: nachträglicher Vorsteuerabzug  
  3.800 EUR : 60 × 4 = 253 EUR
Nachträglicher Vorsteuerabzug gesamt 3.293 EUR

Die Korrektur der Vorsteuer zu seinem Vorteil kann er nicht in der laufenden Umsatzsteuer-Voranmeldung vornehmen. Er muss vielmehr warten, bis das Korrektur-Jahr abgelaufen ist, um die jeweilige Erstattung der Vorsteuer in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung geltend zu machen.

Buchungsvorschlag: Nachträglicher Vorsteuerabzug

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1556 Nachträglich abziehbare Vorsteuer, § 15a Abs. 1 UStG, bewegliche Wirtschaftsgüter 760 2709 Sonstige betrieb­liche Erträge unregelmäßig 760
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1396 Nachträglich abziehbare Vorsteuer, § 15a Abs. 1 UStG, bewegliche Wirtschaftsgüter 760 4830 Sonstige betrieb­liche Erträge unregelmäßig 760

3 Berichtigung der Vorsteuer bei Kleinunternehmern bei Wechsel zur Regelbesteuerung

Zu einer Berichtigung der Vorsteuer kann es also kommen, wenn Kleinunternehmer zur normalen Umsatzbesteuerung wechseln oder umgekehrt.[1] Der Unternehmer kann freiwillig zur Regelbesteuerung wechseln. Wenn sein Vorjahresumsatz 17.500 EUR übersteigt, hat er keine Wahl. Er muss zur Regelbesteuerung wechseln.

Bei der Vorsteuerkorrektur ist die Bagatellgrenze zu beachten. Eine Korrektur unterbleibt von vornherein, wenn bei einer sonstigen Leistung bzw. beim Erwerb eines Wirtschaftsguts die Vorsteuer nicht mehr als 1.000 EUR betragen hat (§ 44 Abs. 1 UStDV). Bei der Beurteilung, ob die Grenze von 1.000 EUR überschritten ist, ist jeder Gegenstand einzeln für sich zu betrachten.

 
Praxis-Tipp

Wann der Wechsel zu Regelbesteuerung vorteilhaft ist

Konsequenz ist, dass sich ein Wechsel zur normalen Umsatzbesteuerung dann lohnt, wenn der Kleinunternehmer höhere Investitionen getätigt hat. Er kann durch den Wechsel dann zumindest einen Teil der Vorsteuer zurückholen.

Beim Umlaufvermögen ist grundsätzlich eine Korrektur möglich. Kauft z. B. ein Kleinunternehmer Umlaufvermögen ein, kann er keine Vorsteuer geltend machen. Nach einem Wechsel zur regulären Umsatzbesteuerung kommt es darauf an, ob das jeweilige Wirtschaftsgut, das noch vorhanden ist (also noch nicht verkauft worden ist), den Grenzwert von 1.000 EUR überschr...

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