Visualisierung von interaktiven Managementberichten auf mobilen Geräten

Zusammenfassung

 
Überblick

Reporting-Lösungen für mobile Geräte dürfen nicht einfach von Desktop Anwendungen kopiert werden.

Anwender mobiler Reporting-Lösungen erwarten Interaktivität bei allen dargestellten Elementen, auch innerhalb von visuellen Darstellungen.

Die Bedienung per Finger funktioniert deutlich anders als per Maus. Hierauf muss auch visuelles Reporting angepasst werden.

Mobile Geräte ermöglichen sehr detaillierte Darstellungen. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Balance zwischen Detail und Bedienbarkeit zu finden.

1 Mobile Endgeräte erfordern eigenes Reporting-Konzept

Bewährte Vorgehensweisen für die Erstellung von Berichten eignen sich für mobile Geräte nur bedingt. Eine der Herausforderungen bei der visuellen Bereitstellung von Informationen auf mobilen Geräten ist die drastische Reduzierung der Darstellungsfläche im Vergleich zum Desktop-Gerät oder Laptop. Eine noch stärkere Fokussierung auf die Information ist erforderlich. Die Reduzierung der Diagramme auf den Kern ist nur ein Beispiel, um dies zu erreichen. Nachfolgend werden Ansätze beschrieben, die bei der effektiven Bereitstellung von Informationen auf mobilen Geräten, insbesondere für das visuelle Reporting, unterstützen.

Nachfrage nach Mobilem Reporting wächst

Die Betrachtung von Besonderheiten für die Verwendung von Visualisierungen auf mobilen Geräten setzt eine Definition dessen voraus, was genau unter "mobilen Geräten" in diesem Kontext zu verstehen ist. Zunächst scheinen alle Geräte vom Laptop über Tablets bis zum Smartphone als mobile Geräte zu gelten, da jede dieser Geräteklassen einfach transportiert und an unterschiedlichen Orten genutzt werden kann. Die Unterscheidung der Geräte liegt jedoch vielmehr in der Art der Bedienung, die entweder durch Maus und Tastatur oder durch Berührungsgesten mit den Fingern erfolgt.

Die Bedienung entscheidet über das Bedienkonzept

Im Folgenden liegt der Fokus auf sogenannten "Touch"-Geräten, also solchen Geräte, die hauptsächlich durch Berührungen und Berührungsgesten mit den Fingern gesteuert werden. Hierzu zählen in erster Linie Smartphones, Phablets und Tablets. Eine eindeutige Unterscheidung der Geräteklassen ist komplex, da kontinuierlich neue Hardware entwickelt wird und hierdurch keine klare Abgrenzung zwischen den Geräteklassen mehr möglich ist. Der Grund für diese gewählte Abgrenzung liegt in der stark unterschiedlichen Usability (Gebrauchstauglichkeit) dieser Geräte. Durch diese Unterschiedlichkeit ergeben sich zum einen andere Anforderungen an den Aufbau von Managementberichten sowie erweiterte Möglichkeiten für deren Nutzung für diese Geräte.

 
Hinweis

Gebrauchstauglichkeit

Gebrauchstauglichkeit (usability) bezeichnet nach DIN EN ISO 9241-11 das Ausmaß, in dem ein Produkt, System oder ein Dienst durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.[1]

Mobile wird per Finger bedient

Die Besonderheiten der Aufbereitung für Managementberichte hinsichtlich deren Einsatz, der Anwender und der Art der Visualisierungen, werden in Abbildung 1 voneinander abgegrenzt.

 
Anwendung Einsatz Zielgruppe Visualisierung
Papier/Präsentation
  • Gespräch
  • Präsentation
  • Präsentator
  • Management
  • komplex und detailreich
BI Tools auf Desktop-Geräten
  • Self-Service
  • Datenexploration
  • unspezifische Fragestellung
  • Analyst
  • interaktiv
  • explorativ
Reporting für mobile Anwendungen
  • spezifische Fragestellungen, schnelle Informationsversorgung
  • Management
  • Entscheider
  • interaktiv
  • definierte Pfade
  • informativ

Abb. 1: Aufbereitung von Managementberichten für unterschiedliche Ausgabemedien

Reports auf Papier oder auch als Präsentation sind zumeist statische Statistiken oder Berichte, die durch den Vortragenden schrittweise erläutert werden. Hierbei können komplexe Darstellungen verwendet werden, da diese dem Auditorium Kennzahl für Kennzahl näher gebracht werden können.

Dagegen haben Statistiken und analytische Berichte zumeist einen explorativen Charakter. Es sollen nicht nur Antworten auf bereits bekannte Fragen, sondern auch neue, unbekannte Fragestellungen gefunden werden. Dabei ist es äußerst hilfreich, auf eine flexible Anwendung am klassischen Desktop oder Laptop zurückgreifen zu können, um die Daten an einem großen Bildschirm und per Maus- und Tastatursteuerung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Reporting auf mobilen Geräten zielt zumeist auf die Zielgruppe "Entscheider" ab und ähnelt in diesem Punkt dem Reportingkanal "Papier/Präsentation". Allerdings steht für diesen Informationsweg der "Push"-Ansatz im Vordergrund. Der Zielgruppe werden die Informationen nicht schrittweise erklärt, sondern sie erhält diese auf das Gerät geliefert (Push), fertig formatiert, zumeist mit eingeschränkten analytischen Freiheitsgraden. Hinsichtlich der eingesetzten Visualisierungen ist es erforderlich, diese zielgerichtet auf die Aussagefähigkeit des Reports auszurichten. Hierdurch werden mögliche Fehlinterpretationen eingeschränkt, sodass sich die Berichtsempfänger auf die eigentliche Fragestellung fo...

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