Verlustabzug / 1.3.1 Verlustrücktrag in das Vorjahr

Gem. § 10d Abs. 1 EStG wird der verbleibende Verlust des Steuerpflichtigen automatisch vom Finanzamt vom Gesamtbetrag der Einkünfte des vorangegangenen Jahres abgezogen und zwar vorrangig vor Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen. Dabei gilt bezüglich des Verlustrücktrags ein Höchstbetrag.

Der Steuerpflichtige kann aber auf den Verlustrücktrag verzichten oder diesen auch beschränken. Der Antrag kann widerrufen und geändert werden bis zur Bestandskraft des den verbleibenden Verlustvortrag feststellenden Bescheids.

Soweit die Verluste den Gesamtbetrag der Einkünfte des Vorjahres bzw. den Verlusthöchstbetrag übersteigen, stellt das Finanzamt von Amts wegen den verbleibenden Verlust mit einem gesonderten Bescheid fest. Dieser gilt als Grundlage für den Verlustvortrag für die kommenden Veranlagungszeiträume.

 

Wichtig

Verlustfeststellungsbescheid muss isoliert angefochten werden

Fehler im Verlustfeststellungsbescheid (sog. Grundlagenbescheid) muss der Steuerpflichtige auf jeden Fall mit dem Einspruch anfechten. Der Verlustfeststellungsbescheid ist bindend für den nächsten Einkommensteuerbescheid und den nächsten Verlustfeststellungsbescheid.

Grundlagenbescheide für die Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags sind sowohl der Verlustfeststellungsbescheid für das Vorjahr als auch der Einkommensteuerbescheid für den Veranlagungszeitraum, auf dessen Schluss der verbleibende Verlustvortrag festgestellt werden soll.

Auch bei einer sog. Nullfestsetzung liegt für eine Anfechtungsklage gegen einen Festsetzungsbescheid eine Beschwerde vor, soweit in diesem Bescheid über eine Besteuerungsgrundlage entschieden wird und insoweit über § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG eine inhaltliche Bindung für ein Verlustfeststellungsverfahren ausgelöst wird.

Wurde vom Finanzamt ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt, müssen Steuerpflichtige im Folgejahr eine Einkommensteuererklärung abgeben.

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