Verdeckte Einlagen / 4 Darlehensverzicht mit Besserungsklausel

Der Gesellschafter kann gegenüber der GmbH auch einen Darlehensverzicht unter der auflösenden Bedingung aussprechen, dass die Forderung bei Besserung der wirtschaftlichen Lage der GmbH wieder aufleben soll (Besserungsklausel).

4.1 Auswirkungen für die GmbH

  • Das Darlehen wird im Zeitpunkt des Verzichts in der Handelsbilanz erfolgswirksam ausgebucht.
  • Der Darlehensverzicht stellt eine verdeckte Einlage dar. Das Einkommen der GmbH wird entsprechend gekürzt. Auch hier wird die Darlehensforderung mit dem Zeitwert bewertet. Entsprechend erhöht sich das steuerliche Einlagekonto der GmbH. Die Differenz zwischen Zeitwert der Forderung und dem Passivierungsbetrag führt zu einem laufenden Gewinn der GmbH, der körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig ist.
  • Bei Eintritt der Bedingung (Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der GmbH) lebt die Verbindlichkeit der GmbH wieder auf.
  • Sie ist handelsrechtlich aufwandwirksam mit dem Zeitwert des Darlehens (in der Regel: Rückzahlungsbetrag) zu passivieren.
  • Steuerrechtlich ist der Vorgang teilweise steuerneutral. Denn die Hinzurechnung zum Einkommen erfolgt außerhalb der Bilanz.

4.2 Auswirkungen für den Gesellschafter als Darlehensgeber

  • Der Verzicht auf die Rückzahlung des Darlehens ist trotz der Besserungsklausel als verdeckte Einlage zu behandeln mit den o. a. Folgen.
  • Tritt die Bedingung (Besserung der wirtschaftlichen Lage der GmbH) ein, lebt die Darlehensforderung wieder auf. Dann wird die verdeckte Einlage rückgängig gemacht.
  • Wurden für die Zeit der Krise Zinsen nachgezahlt, entstehen im Zeitpunkt des Zuflusses Betriebseinnahmen (vorausgesetzt, der GmbH-Anteil gehört zum Betriebsvermögen) bzw. Kapitaleinkünfte (wenn Sie den GmbH-Anteil im Privatvermögen halten).

Die Besserungsklausel ist günstiger als ein unbedingter Darlehensverzicht. Die Verzichterklärung sollte daher sorgfältig formuliert sein, damit sie vom Finanzamt anerkannt wird. Der Bundesfinanzhof erkennt folgende Formulierung an:

 

Praxis-Beispiel

Musterklausel Verzichtserklärung

"Zur Abwendung der drohenden Insolvenz der GmbH verzichtet der Gesellschafter … auf seinen Darlehensanspruch gegenüber der GmbH. Diese (vertreten durch den Geschäftsführer …) versichert, sich künftig nicht bzw. insoweit nicht auf den Verzicht des Gesellschafters zu berufen, als durch die Befriedigung des Darlehensanspruchs des Gesellschafters in ursprünglicher Höhe einschließlich Zinsen eine Gefährdung der Ansprüche anderer Gläubiger nicht eintritt."

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