Verdeckte Einlagen / 3 Folgen des Darlehensverzichts

Folgen des Darlehensverzichts

 
Folgen bei der GmbH Folgen beim Gesellschafter

In Höhe des werthaltigen Teils des Darlehens wird eine Kürzung im Rahmen der Einkommensermittlung vorgenommen. Insoweit wird der Forderungsverzicht nicht mit Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer belastet. Entsprechend wird ein Zugang zum steuerlichen Einlagenkonto ausgewiesen.

Hinsichtlich des nicht mehr werthaltigen Teils der Darlehensforderung entsteht durch den Verzicht bei der GmbH ein laufender Gewinn, der in voller Höhe der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer unterliegt.
Mit dem Verzicht gilt das Darlehen als an den Gesellschafter zurückgezahlt. Zugleich tätigt der Gesellschafter eine verdeckte Einlage an die GmbH.

Darlehensrückzahlung und verdeckte Einlage sind beim Gesellschafter mit dem gemeinen Wert der Darlehensforderung zu bewerten.

 

Praxis-Beispiel

Darlehensverzicht

Darlehensforderung: 120.000 EUR, werthaltiger Teil: 80.000 EUR

Fall 1: Der Gesellschafter verzichtet auf ein Privatdarlehen gegenüber der GmbH. In Höhe von 80.000 EUR entstehen nachträgliche Anschaffungskosten, in Höhe von 40.000 EUR entsteht ein Wertverlust des Darlehens. Da es sich um Privatvermögen handelt, ist das hier irrelevant.

Fall 2: Die GmbH-Beteiligung des Gesellschafters sowie eine Darlehensforderungen gegenüber der GmbH sind im Betriebsvermögen als bilanzierender Einzelkaufmann enthalten. Hier realisiert der Gesellschafter den werthaltigen Teil des Darlehens (80.000 EUR). Bezüglich der restlichen 40.000 EUR kommt es zu einem Wertverlust. Dieser führt zu einem gewinn- und steuermindernden Aufwand. Der Buchwert der GmbH erhöht sich um 80.000 EUR. Denn in gleicher Höhe werden nachträgliche Anschaffungskosten zu dem Beteiligungswert hinzuaktiviert.

Fall 3: Wie Fall 2, aber es handelt sich um ein in der Krise ohne Sicherheiten gewährtes Darlehen: Hier hat der Gesellschafter der GmbH ein Darlehen zu einem Zeitpunkt gewährt, in dem diese kreditunwürdig war, also in der Krise steckte. Ein fremder Dritter hätte der GmbH zu diesem Zeitpunkt kein Darlehen mehr gewährt. Dies behandelt die Rechtsprechung zwar nicht als verdeckte Einlage. Sie hat aber die Anschaffungskosten der Beteiligung einer Einlage gleichgestellt. Folge: Bereits mit der Darlehenshingabe entstehen nachträglich Anschaffungskosten auf die Beteiligung in Höhe des Nennwerts des Darlehens (120.000 EUR). Der spätere Forderungsverzicht führt zu keiner anderen Beurteilung.

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