Umweltschutz und Umweltmanagement: Grundlagen aus Compliance-Sicht

Zusammenfassung

 

Überblick

Dieses Dokument beschreibt die wichtigsten Grundlagen zum Thema Umwelt aus Compliance-Sicht. Die betrieblichen Aspekte werden in den Normen EMAS und der ISO 14000-Familie beschrieben. Dazu sind weitere europäische und nationale Vorschriften zur umweltgerechten Gestaltung von Produkten zu beachten.

Für Führungskräfte und Mitarbeiter gibt es je eine Checkliste. Diese Checklisten sind unternehmensspezifisch abzuarbeiten und, soweit erforderlich, an die Führungskräfte und Mitarbeiter weiterleiten.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

ISO 14000

1 Worum geht es?

Die Anforderungen an umweltgerechtes Verhalten und umweltgerechte Gestaltung von Produkten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ganz grob sollte man 2 Aspekte unterscheiden:

  • Betriebliche Aspekte, dazu zählen z. B.

    • Alle Emissionen (Abwasser, Luft, Lärm, …)
    • Alle Hilfsstoffe, die eine Organisation verwendet (können auch Putzmittel sein)
    • Alle Verbrauchskennzahlen (Energie, Wasser, Material, Fläche, …)
    • Logistik: Alle Transporte (z. B. Gefahrguttransporte), Lager

  • Produktspezifische Aspekte, wie z. B.

    • Stoffliche Zusammensetzung des Produkts
    • Ressourcenverbrauch beim Betrieb (Energie, Kraftstoff, Kühlung, …)
    • Abfallbelastung/Recycling am Ende des Lebenszyklus

2 Warum ist das wichtig?

Gesetzlich geregelt sind üblicherweise alle Aspekte, die für die Umwelt als gefährlich angesehen werden oder die Umwelt belasten. Verstöße hiergegen können i. d. R. mit Bußgeldern sanktioniert werden oder zur Einschränkung oder dem Entzug von Betriebserlaubnissen oder behördlichen Auflagen führen. Unter Umwelt werden dabei auch alle Menschen gesehen. Die meisten Aspekte, die nicht durch Gesetze oder Verordnungen geregelt sind, sind über entsprechende ISO-Normen erfasst.

3 Was Sie wissen sollten

3.1 Betriebliche Aspekte

Die betrieblichen Aspekte werden in den Normen Systemen EMAS und der ISO 14000-Familie beschrieben:

EMAS

EMAS bedeutet Eco-Management und Audit Scheme. EMAS ist die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS). Im deutschen Sprachgebrauch wird anstelle von EMAS oft der Begriff Öko- oder Umwelt-Audit benutzt.

ISO 14000

Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest und ist Teil einer Normenfamilie. Diese Normenfamilie enthält weitere Normen zu verschiedenen Bereichen des Umweltmanagements, u. a. zu Ökobilanzen, zu Umweltkennzahlen bzw. zur Umweltleistungsbewertung. Sie kann sowohl auf produzierende als auch auf dienstleistende Unternehmen angewendet werden.

Weitere wichtige Normen in diesem Zusammenhang sind:

  • ISO 14001 Umweltmanagementsysteme – Spezifikation mit Anleitung zur Anwendung
  • ISO 14004 Umweltmanagementsysteme– Allgemeiner Leitfaden über Grundsätze, Systeme und Hilfsinstrumente.
  • DIN EN ISO 14010 Leitfäden für Umweltaudits – Allgemeine Grundsätze
  • DIN EN ISO 14024 Umweltkennzeichnungen und -deklarationen – Umweltbezogene Kennzeichnung vom Typ I – Grundlagen und Verfahren
  • DIN EN ISO 14031 Umweltmanagement – Umweltleistungsbewertung – Leitlinien
  • DIN EN ISO 14040 Umweltmanagement – Ökobilanz – Prinzipien und allgemeine Anforderungen
  • DIN EN ISO 14041 Umweltmanagement – Ökobilanz – Festlegung des Ziels und des Untersuchungsrahmens sowie Sachbilanz
  • DIN EN ISO 14042 Umweltmanagement – Ökobilanz – Wirkungsabschätzung
  • DIN EN ISO 14043 Umweltmanagement – Ökobilanz – Auswertung

Darüber hinaus gibt es folgende wichtige Technische Regeln (TR) mit wertvollen Hinweisen:

  • ISO/TR 14025 (Umweltkennzeichnungen und -deklarationen), Umweltkennzeichen geben dem Verbraucher Auskunft über die Umweltqualität von Produkten.
  • ISO/TR 14032 (Umweltmanagement – Beispiele für Umweltleistungsbewertung). In dieser Regel werden Beispiele zur Anwendung der DIN EN ISO 14031 bereitgestellt. In Vordergrund steht die Ermittlung von Kennzahlen (z. B. Energie, Wasser) zur Bewertung der Umweltleistung.
  • ISO/TR 14049 (Umweltmanagement – Ökobilanz – Anwendungsbeispiele zu ISO 14041) Hier werden insbesondere Ausführungen und Erläuterungen zur Festlegung des Untersuchungsrahmens sowie zur Sachbilanz bereitgestellt.

3.2 Umweltgerechte Gestaltung von Produkten

Umweltforderungen an Produkte sind z. B. in folgenden Normen enthalten:

ISO/TR 14062 "DFE" (Design for Environment): Diese Vorlage enthält Konzepte und den aktuellen Umsetzungsstand der Produktgestaltung und -entwicklung in den Unternehmen.

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WEEE Die WEEE-Richtlinie (von engl.: Waste of Electrical and Electronic Equipment; deutsch: Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall) ist eine EU-Richtlinie zur Reduktion der zunehmenden Menge von Elektronikschrott aus nicht mehr benutzten Elektro- und Elektronikgeräten. Ziel ist das Vermeiden, Verri...

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