Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten, Jahresabschluss

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Aufteilung der Umsatzsteuer und Vorsteuer nach Steuersätzen
  • Ausweis in der Bilanz
  • Kontrolle bzw. Abgleich zwischen Buchführung und Umsatzsteuererklärung

1 So kontieren Sie richtig

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Abziehbare Vorsteuer
Eigener Kontenplan SKR 03
  1570 f.
IKR  
2600 SKR 04
Kostenart 1400 f.
  Kostenstelle/Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Umsatzsteuer
Eigener Kontenplan SKR 03
  1770 f.
IKR  
4800 SKR 04
Kostenart 3800 f.
  Kostenstelle/Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Als eigenständiges Konto für die abziehbaren Vorsteuern kann das Konto 1570 beim SKR 03 bzw. 1400 beim SKR 04 verwendet werden. Da Vorsteuerbeträge i. d. R. zusammen mit Anschaffungen bzw. Dienstleistungen gebucht werden, die für das Unternehmen in Anspruch genommen werden, werden die unterschiedlichen Vorsteuerkonten (gegliedert nach Steuersätzen) verwendet.

 

Buchungssatz:

Vorsteuern

an Bank oder Kasse

Für die Umsatzsteuer steht das Konto 1770 beim SKR 03 bzw. 3800 beim SKR 04 zur Verfügung. Auch wird die Umsatzsteuer i. d. R. nicht getrennt gebucht, sondern im Zusammenhang mit umsatzsteuerpflichtigen Erlösen.

 

Buchungssatz:

Bank/Kasse/Forderungen

an Umsatzsteuer

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Buchung von Umsatzerlösen und Umsatzsteuer

Unternehmer Hans Groß hat Waren für 5.000 EUR zzgl. 950 EUR Umsatzsteuer verkauft. Der Kunde überweist auf das betriebliche Bankkonto.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1200 Bank 5.950 8400 Erlöse 19 % USt 5.950
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1800 Bank 5.950 4400 Erlöse 19 % USt 5.950
 

Hinweis

Automatikkonto

Das Konto 8400/4400 ist ein Automatikkonto, das die Umsatzsteuer automatisch auf die richtigen Umsatzsteuerkonten verbucht.

3 Untergliederung der Vorsteuer laut DATEV-Kontenrahmen: Gekennzeichnet als (S = Sammelkonto)

 
  SKR 03 SKR 04
Abziehbare Vorsteuer S 1570 S 1400
Abziehbare Vorsteuer 7 % S 1571 S 1401
Abziehbare Vorsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb S 1572[1] S 1402
Abziehbare Vorsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb 19 % S 1574 S 1404
Abziehbare Vorsteuer 19 % S 1576 S 1406

4 Untergliederung der Umsatzsteuer laut DATEV-Kontenrahmen: Gekennzeichnet als (S = Sammelkonto)

 
  SKR 03 SKR 04
Umsatzsteuer S 1770 S 3800
Umsatzsteuer 7 % S 1771 S 3801
Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb S 1772 S 3802
Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb 19 % S 1774 S 3804
Umsatzsteuer 19 % S 1776 S 3806
Umsatzsteuer-Vorauszahlungen R 1780 R 3820
Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 1/11 R 1781 R 3830
Umsatzsteuer Vorjahr R 1790 R 3841

Die Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 enthalten noch weitere Vorsteuer- und Umsatzsteuerkonten, z. B. aufzuteilende Vorsteuer, Vorsteuer nach allgemeinen Durchschnittssätzen, nicht fällige Umsatzsteuer usw. Bei diesen Positionen liegen besondere Sachverhalte zugrunde, die jeweils auch gesondert ausgewiesen werden müssen.

5 Konten werden beim Kontenabschluss zusammengefasst

In DATEV-Konten sind insgesamt 13 Vorsteuer- und Umsatzsteuerpositionen aufgeführt. Wenn alle diese Positionen in der Bilanz ausgewiesen werden, geht die Übersicht verloren.

5.1 Es gibt keine gesetzlichen Regeln – es kommt auf Ihre Entscheidung an

Damit die Übersicht gewahrt werden kann, sollten bestimmte Konten zusammengefasst werden. Hier gibt es keine Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Maßgebend sind die eigenen Vorstellungen. Sinnvoll ist, wenn die Zahlen, die in der Umsatzsteuererklärung benötigt werden, auch in der Bilanz getrennt ausgewiesen werden. Folgende Positionen reichen aus:

 
Bezeichnung SKR 03 SKR 04
Umsatzsteuer 1770 3800
Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb 1772 3802
Abziehbare Vorsteuer 1570 1400
Abziehbare Vorsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb 1572 1402
Umsatzsteuer-Vorauszahlungen (mit 1/11 Vorauszahlung) 1780/1781 3820/3830

5.2 Schritt-für-Schritt – wie vorgegangen werden kann

Vorgehensweise:

  1. Zuerst die Konten auswählen, die später in der Bilanz gezeigt werden sollen.
  2. Dann die Salden der anderen Konten auf diese Konten umbuchen. Um die Kontenbewegungen nachvollziehen zu können, sollte eine Umbuchungsliste erstellt werden.
  3. Die Konten bzw. das Ergebnis auf der Passivseite ausweisen, wenn sich insgesamt noch eine Umsatzsteuerschuld ergibt. Bei einem Erstattungsanspruch die Konten bzw. das Ergebnis auf der Aktivseite ausweisen.

5.3 Erlösaufteilung nach Steuersätzen

In der Umsatzsteuererklärung müssen die Erlöse für Lieferungen und sonstige Leistungen nach Steuersätzen aufgeteilt werden. Außerdem muss der Eigenverbrauch gesondert ausgewiesen werden:

  • Diese Differenzierung entspricht nicht der Aufteilung der Umsatzsteuerkonten in der Buchführung.
  • Die gewünschte Differenzierung wird erreicht, wenn im Rahmen des Jahresabschlusses die Erlöskonten entsprechend zusammengestellt werden.
  • Die Umsatzsteuer wird dann unabhängig von den Daten in der Buchführung berechnet.

Das Ergebnis dieser Berechnung muss dann mit der Summe der Umsatzsteuer in der Buchhaltung übereinstimmen. Eventuelle Rundungsdifferenzen werden bei der eigenen Berechnung korrigiert.

 

Praxis-Beispiel

Zusammenfassung beim Abschluss der Konten

Die nicht mehr benötigten Konten weisen nach den Umbuchungen jeweils den Saldo 0 EUR aus. Die verbliebenen Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten werden auf der Passivseite der Bilanz wie folgt ausgewiesen:

 
  Umsatzsteuer 39 439,81 EUR
+ Umsatzsteuer auf innergemeinsc...

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