Thesaurierungsbegünstigung / 3.4 Zusammentreffen mit Verlusten und Abzugsbeträgen

Treffen in einem Veranlagungszeitraum ein grundsätzlich nach § 34a EStG begünstigter Gewinn, z. B. aus Gewerbebetrieb, und ein Verlust, z. B. aus Vermietung und Verpachtung, zusammen, muss zunächst ein vertikaler Verlustausgleich vorgenommen werden.

Gleiches gilt für Gewinne und Verluste aus einer Einkunftsart; auch der horizontale Verlustausgleich hat Vorrang vor § 34a EStG. Die Vorschrift kann also nicht dazu genutzt werden, einen Verlustvortrag zu generieren.

Ebenfalls Vorrang vor der Thesaurierungsbegünstigung haben der Altersentlastungsbetrag, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, der Freibetrag für Land- und Forstwirte, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Kinderfreibeträge, weil § 34a Abs. 1 Satz 1 EStG auf das zu versteuernde Einkommen abstellt.

Treffen begünstigte Gewinne auf Verlustvor- oder -rückträge gilt Folgendes:

  • Wurde im Jahr 01 ein nicht entnommener Gewinn thesauriert und ergibt sich im Jahr 02 ein nicht ausgleichsfähiger Verlust, kann dieser nach § 10d Abs. 1 Satz 2 EStG nicht nach 01 zurückgetragen und mit dem begünstigten Gewinn verrechnet werden. Allerdings lässt sich dieser Abzugsausschluss einfach dadurch umgehen, dass der Steuerpflichtige seinen Antrag auf begünstigte Besteuerung für 01 gem. § 34a Abs. 1 Satz 4 EStG wieder zurücknimmt.
  • Besteht ein Verlustvortrag aus dem Jahr 01 und ist im Jahr 02 ein nach § 34a EStG begünstigter Gewinn erzielt worden, hat der Steuerpflichtige faktisch ein Wahlrecht: Stellt er den Antrag auf Begünstigung nach § 34a EStG, wird der Verlust weiter in das Jahr 03 vorgetragen. Verzichtet er auf den Antrag, kann der Verlustvortrag aus 01 von dem Gewinn aus 02 abgezogen werden.

Dagegen kann ein nachzuversteuernder Betrag nicht in die Verlustverrechnung einbezogen werden.

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