Telefon- und Internetkosten

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Flatrate für Telefon/Internet
  • Abgrenzung Privatnutzung

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Telefon
Eigener Kontenplan SKR 03
  4920
IKR  
6822 SKR 04
  6805
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Telefax- und Internetkosten
Eigener Kontenplan SKR 03
  4925
IKR  
6824 SKR 04
  6810
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Aufwendungen für Telefon, Handy und Internet werden zu 100 % als Betriebsausgaben gebucht oder nur mit dem betrieblichen Anteil. Falls mit dem Telekommunikationsunternehmen eine Flatrate vereinbart ist, ist eine Aufteilung auf die einzelnen Positionen schwierig. Wenn eine Aufteilung nur grob geschätzt werden kann, ist es sinnvoll, den Gesamtbetrag auf das Konto "Telefon" 4920 (SKR 03) bzw. 6805 (SKR 04) zu buchen (ggf. kann das Konto auch umbenannt werden).

 

Buchungssatz:

Telefon

an Bank

Insbesondere bei einer kombinierten Flatrate für Telefon, Fax und Internet kann der private Anteil nur geschätzt werden. Die Aufwendungen können insgesamt oder nur mit dem betrieblichen Anteil gebucht werden. Bei einer Buchung von 100 % der Kosten ist der private Anteil auf das Konto "Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Telefon-Nutzung)" 8922 (SKR 03) bzw. 4646 (SKR 04) zu buchen.

 

Buchungssatz:

Unentgeltliche Wertangaben

an Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Telefon-Nutzung)

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Privatanteil bei einer Flatrate

Herr Huber hat mit seinem Telefonanbieter eine Flatrate vereinbart, in der Telefon- und Internetnutzung enthalten sind. Dafür zahlt er einen einheitlichen Betrag von 39,95 EUR brutto im Monat, ohne dass eine Aufteilung nach dem Umfang der Nutzung vorgenommen wird.

Bei dem fixen Betrag von 39,95 EUR pro Monat ist es ohne großen Aufwand nicht mehr möglich, den Umfang der privaten Telefonate exakt zu ermitteln. Herrn Huber bleibt nichts anderes übrig, als den Umfang seiner privaten Telefonkosten zu schätzen. Da in der Flatrate alle Telefonate und die Internetnutzung enthalten sind, schätzt Herr Huber den privaten Anteil mit 20 % von 33,57 EUR (netto) auf 6,71 EUR pro Monat (zuzüglich 19 % Umsatzsteuer 1,27 EUR). Da Herr Huber den vollen Vorsteuerabzug in Anspruch genommen hat, unterwirft er die private Nutzung der Umsatzsteuer.

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
4920 Telefon 33,57      
1576 Abziehbare ­Vorsteuer 19 % 6,38 1200 Bank 39,95
 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1880 Unentgeltliche Wertabgaben 7,98 8922 Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Telefon-Nutzung) 6,71
      1776 Umsatzsteuer 19 % 1,27
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
6805 Telefon 33,57      
1406 Abziehbare ­Vorsteuer 19 % 6,38 1800 Bank 39,95
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
2130 Unentgeltliche Wertabgaben 7,98 4646 Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Telefon-Nutzung) 6,71
      3806 Umsatzsteuer 19 % 1,27
 

Hinweis: Kontobeschriftung

Das Konto "Telefon" kann auch neu als "Telefon, Fax, Internet" beschriftet werden. Dann wird deutlich, dass alle Telekommunikationsleistungen auf einem Konto erfasst worden sind.

3 Berechnung des privaten Nutzungsanteils bei Telefon und Internet

Werden zunächst alle Aufwendungen für Telefon, Handy und Internet uneingeschränkt als Betriebsausgaben erfasst, ist der Teil der Aufwendungen, der auf die private Nutzung entfällt, anschließend (spätestens beim Jahresabschluss) als Betriebseinnahmen zu erfassen, sodass dann per Saldo nur der betriebliche Anteil den Gewinn mindert.

Der Unternehmer entscheidet, wie er den Umfang seiner privaten Nutzung ermittelt.

  • Fester Betrag: Er kann die private Telefonnutzung mit einem festen Betrag ansetzen. Da eine Flatrate mit Internetzugang unter 20 EUR pro Monat zu haben ist, ist ein Betrag zwischen 5 und 10 EUR pro Monat angemessen. Maßgebend sind immer die individuellen Verhältnisse.
  • Prozentualer Satz: Es kann auch ein prozentualer Satz gewählt werden, z. B. 20 % der Gesamtkosten. Die prozentuale Variante lohnt sich immer, wenn die Telefonkosten niedrig sind. Je niedriger der absolute Betrag ist, desto eher lohnt sich eine prozentuale Lösung.
 

Praxis-Tipp: Privatanteil niedrig halten

Der Umfang der privaten Nutzung kann zum Streitthema mit dem Finanzamt werden. Es ist in jedem Fall sinnvoll, wenn der private Kostenanteil für das Telefon möglichst niedrig angesetzt wird, ohne aber unrealistisch zu sein. Der Verhandlungsspielraum mit dem Finanzamt wird jedenfalls größer.

Hat der Unternehmer einen Festnetzanschluss und ein Handy, dann sind die Kosten beider Telekommunikationswege zusammen zu betrachten. Preis- und Leistungsgestaltungen der Telekommunikationsanbieter spielen dabei eine wesentliche Rolle.

3.1 Abhängigkeit des privaten Nutzungsanteils von der persönlichen Abrechnungsvariante

Das Problem bei der Ermittlung der zutreffenden Privatnutzung besteht darin, dass die Anbieter von Telekommunikationsleis...

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