Strategische Einkaufssteuer... / 3.1 Ziele

Ein standardisierter Prozess zur Erarbeitung der Einkaufsstrategie macht Ziele im Einkauf transparent und verständlich

Erhebung der Ausgangslage anhand von Befragungen

Eine Analyse der Ausgangssituation ist die Grundlage um Ziele und Strategien im Einkauf festzulegen. Dazu hat es sich bewährt individuelle auf das Unternehmen abgestimmte Fragebögen zu entwickeln, welche von einer repräsentativen Anzahl an Mitarbeitern aus dem Einkauf und angrenzenden Bereichen beantwortet werden. Im Fokus der Fragen steht die Einkaufsstrategie in Bezug auf externe Faktoren und die interne Ausrichtung. Die Ergebnisse geben die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Organisation aus Sicht der Mitarbeiter in einzelnen Bereichen wieder.

Vergleich mit anderen Unternehmen

Die Resultate dieser Analyse werden in einem nächsten Schritt mit externen Benchmarkings abgeglichen. Dies dient als Realitäts-Check und soll Einschätzungen der Mitarbeiter verifizieren oder falsifizieren, um ein umfassendes Verständnis der Ausgangssituation zu erlangen. Als Benchmark sind Unternehmen mit vergleichbarer Größe und aus derselben oder einer ähnlichen Branche heranzuziehen.

Mit dieser internen und externen Sichtweise erfolgt eine Standortbestimmung der Organisation und eine valide Einschätzung des aktuellen Reifegrades und etwaiger Lücken.

Strategieentwicklung ist kein Hexenwerk; dennoch verhindern vermeidbare Probleme die Entwicklung guter Strategien

Mission und Vision sind richtungsweisend

Mission und Vision erfüllen eine wichtige Funktion, indem sie dem Unternehmen eine klare Zielrichtung vorgeben. Die Mission klärt, welche Rolle das Unternehmen in der Gesellschaft einnehmen möchte und welche Aufgaben es in diesem Zusammenhang erfüllt. Die Vision hingegen ist ein Zukunftsbild, das beschreibt was eine Organisation langfristig erreichen möchte. Die Einkaufsstrategie lässt sich auf Basis der Vision ableiten. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Einkaufsstrategie mit der Unternehmensstrategie im Einklang steht und keine Spannungsfelder geschaffen werden.

Strategiebasierte Zielsysteme in Strategy Maps

Zielsysteme, die sich aus der Strategie ergeben, können in Strategy Maps dargestellt werden. Diese lassen sich bspw. in die folgenden fünf Bereiche unterteilen, zu denen jeweils Zielbeispiele angeführt werden:

  • Potenziale: Erstklassige Basis für nachhaltiges Wachstum schaffen – bspw. durch die Definition der optimalen Wertschöpfungstiefe und die Qualifikation von Mitarbeitern.
  • Prozesse/Technologie: Operational Excellence ausbauen – bspw. durch Prozesstreue oder automatisierte Zahlungsprozesse.
  • Lieferanten/Markt: Erstklassige Lieferanten bei minimiertem Risiko zu besten Preisen – bspw. durch den Aufbau umfassender Marktkenntnisse und Best-Cost-Country-Sourcing.
  • Interne Kunden: Positionierung als erstklassiger interner Dienstleister – bspw. durch die Schaffung einer positiven Wahrnehmung und die Einbindung der internen Kunden.
  • Finanzen: Hohen Wertbeitrag für das Unternehmen generieren – bspw. durch die Minimierung von finanziellen Risiken und die Absenkung des gebundenen Kapitals.

Häufige Probleme in der Praxis

Die häufigsten Probleme im Bereich der Einkaufsstrategieentwicklung in der Praxis sind fehlende Kreativität, mangelnde Verzahnung mit der Unternehmensstrategie, keine Überleitung der Strategie in konkrete Ziele und Aktionen und ungeklärte Verantwortlichkeiten sowie mangelnde Ressourcen.

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