Steuerung der Innovationsak... / 1 Portfolioansätze in der Praxis

Definition und historische Entwicklung von Portfolios

Generell kann ein Portfolio als Ansammlung von Objekten beschrieben werden. Im Rahmen der Portfolioanalyse werden die unterschiedlichen Objekte des Portfolios anhand zuvor definierter Kriterien zueinander in Bezug gesetzt, sodass eine Bewertung der einzelnen Objekte vorgenommen werden kann. Im Unternehmenskontext hat das Portfoliomanagement seinen Ursprung im Bankenwesen. In diesem Umfeld bezeichnet ein Portfolio die Gesamtheit aller Anlageformen, die ein Investor besitzt. Demzufolge besteht im Bankenwesen die Hauptaufgabe des Portfoliomanagements in der Ausbalancierung unterschiedlicher Investmentformen, wobei das Ziel verfolgt wird, die Rendite unter Berücksichtigung eines gegebenen Risiko-Levels zu maximieren.

Portfolios im Bankwesen vs. Portfolios der Unternehmensplanung

Das Portfoliomanagement im Bankwesen unterscheidet sich wesentlich vom Portfoliomanagement im Rahmen der Unternehmensplanung. Während im Bankwesen die Objekte des Portfolios kurzfristig austauschbar sind, basieren Portfolios in der strategischen Planung meist auf Geschäftsfeldern, Produkten oder Marken, sodass eine Veränderung des Portfolios nur langfristig vorgenommen werden kann. Die geringere Flexibilität von Portfolios, die im Rahmen des strategischen Managements angewendet werden, beeinflusst auch die Praktiken des Portfoliomanagements in diesem Bereich. Beispielsweise basiert die Entscheidungsfindung bezüglich des Produkt- oder Markenportfolios im Rahmen der Unternehmensplanung nicht nur auf den unterschiedlichen Produkten und Marken, sondern bezieht darüber hinaus die Historie des Unternehmens samt seiner Ressourcen und strategischen Positionierung ein.

Arten von Portfolios in Unternehmen

Im Umfeld von Unternehmen können Portfolios auf unterschiedlichen Ebenen verwendet werden. Dabei findet eine Unterteilung der Portfolios auf der Unternehmens-, Geschäftsbereichs- und operativen Ebene statt. Jeder Ebene werden wiederum unterschiedliche Arten von Portfolios zugeordnet. Zusätzlich können Portfolios in bestimmten Funktionsbereichen von Unternehmen, beispielsweise in Form eines Patent- oder Innovationsportfolios, angewendet werden. Unter einem Innovationsportfolio wird in diesem Zusammenhang "die Gesamtheit der Innovationsprojekte in einem Unternehmen verstanden, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden, zwischen denen verschiedene Abhängigkeiten (Interdependenzen) bestehen (können) und die um die gleichen Ressourcen konkurrieren."

1.1 Strategieorientiertes Portfoliomanagement

Grundlagen des strategieorientierten Portfoliomanagements

Aus einem strategischen Gesichtspunkt dient das Portfoliomanagement in erster Linie dazu, die bestehenden und zukünftigen Aktivitäten eines Unternehmens in Bezug auf unterschiedliche Produkte und Märkte miteinander abzustimmen. Im Rahmen dessen soll der langfristige Unternehmenserfolg durch eine Minimierung des unternehmerischen Risikos sichergestellt werden, indem die verschiedenen Produkt-Markt-Aktivitäten eines Unternehmens ausbalanciert werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen im strategischen Portfoliomanagement sowohl übergeordnete Unternehmensziele als auch die zur Verfügung stehenden Ressourcen Berücksichtigung finden.

Wichtige Aspekte, die auf strategischer Ebene im Rahmen der Portfolioanalyse zu berücksichtigen sind, stellen u. a. die

  • Strategie,
  • Strukturen und Organisationsformen,
  • Bekanntheit und das Image sowie
  • Eigenschaften der Absatzmärkte des Unternehmens dar.

Nutzen des strategieorientierten Portfoliomanagements

Mit der Beschaffung und Aufbereitung der für die Portfoliobetrachtung notwendigen Daten – je nachdem, wie viele der o. g. Aspekte berücksichtigt werden – geht ein mehr oder weniger großer Aufwand einher. Dieser muss durch den Nutzen der Portfoliobetrachtung gerechtfertigt werden. Im Hinblick auf das Innovations- und strategische Management kann das Management Portfolios für verschiedene Zwecke verwenden, z. B. als:

  • Verständnis- und Erklärungshilfe in komplexen Situation,
  • Instrument zur Entscheidungsfindung in Bezug auf vorhandene und fehlerhafte Objekte (z. B. Geschäftsbereiche oder Produkte) oder auch
  • Instrument zur Entwicklung und Überprüfung von Strategien.

1.2 Innovationsportfoliomanagement und -controlling

Definition des Innovationsportfoliomanagement

Auf der Grundlage der Definition von Innovationsportfolios kann auch die Definition des Begriffs Innovationsportfoliomanagement vorgenommen werden. Demnach kann Innovationsportfoliomanagement als "die Planung, Organisation, Führung und Kontrolle der Gesamtheit interdependenter Innovationen im Unternehmen" bezeichnet werden. Dem Innovationsportfoliocontrolling kommt dabei insbesondere die Rolle der Planungs- und Informationsunterstützung sowie der Erfolgsmessung zu.

Aufgaben und Ziele des Innovationsportfoliomanagements

Durch das Management interdependenter Innovationsprojekte soll das Innovationsportfoliomanagement ebenso wie das strategieorientierte Portfoliomanagement dazu beitragen, den langfristigen Unternehmenserfolg sicherzustellen. Der wichtigste Beitra...

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