Rückstellung, Urlaubsrückst... / 5.1.1 Ermittlung des Urlaubsentgelts für die Steuerbilanz

Für steuerliche Zwecke sind nach der BFH-Rechtsprechung zur Bestimmung des maßgebenden Urlaubsentgelts (bzw. Jahresentgelts) die jährlichen Bruttolöhne/-gehälter zu berücksichtigen ohne Änderungen des Entgelts im Folgejahr. Weiterhin sind auch Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und Beiträge zur Berufsgenossenschaft einzubeziehen (jeweils Jahreswerte). In Bezug auf Sonderzahlungen ist zu differenzieren:

  • Solche Sonderzahlungen, die sich aus dem jeweiligen Anstellungsvertrag oder Tarifvertrag jährlich ergeben, ohne dass es einer weiteren Vereinbarung zwischen den Parteien bedarf, sind einzubeziehen.
  • Nicht einzubeziehen sind jährlich neu vereinbarte Sonderzahlungen.

Dementsprechend hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, dass ein im vorstehenden Sinne fest vereinbartes Weihnachtsgeld Teil des maßgeblichen Urlaubsentgelts ist, jedoch eine Weihnachtsgratifikation, deren Entstehen jährlich neu vereinbart wird und die von bestimmten Faktoren wie z. B. der wirtschaftlichen Situation des Arbeitsgebers abhängt, nicht in die Bemessung des maßgeblichen Urlaubsentgelts einzubeziehen ist.

Außerdem können Zahlungen, die nicht Bestandteil von Lohn und Gehalt sind, nicht einbezogen werden. Daher sind z. B. vermögenswirksame Leistungen nicht zu berücksichtigen.

Das maßgebende Urlaubsentgelt kann für die Steuerbilanz nach folgender Formel ermittelt werden und ist als Jahreswert zu ermitteln:

 
  Bruttogehalt/-lohn (ohne Gehalts- und Lohnsteigerungen des Folgejahres)
- Jährlich neu zu vereinbarende (bzw. nicht fest vereinbarte) Sonderzahlungen
= Bereinigtes Bruttogehalt/-lohn
+ AG-Anteil KV/PV
+ AG-Anteil RV/AV
+ Anteil Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft
+ Urlaubsgeld (soweit nicht bereits ausbezahlt)
+ Weitere lohnabhängige Nebenkosten
= Maßgebliches Urlaubsentgelt (Jahresarbeitsentgelt)

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