Rückstellung, Betriebsprüfung bei Großbetrieb

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Anschlussprüfung
  • Großbetrieb
  • Einzubeziehende Aufwendungen

1 So kontieren Sie richtig!

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontenbezeichnung SKR 03 SKR 04 Eigener Kontenplan Bilanz/GuV-Position
Rückstellung für Abschluss- und Prüfungskosten 0977 3095   Sonstige Rückstellungen
Abschluss- und Prüfungskosten 4957 6827   Sonstige betriebliche Aufwendungen

So kontieren Sie richtig!

Großbetriebe haben Rückstellungen für im Zusammenhang mit Außenprüfungen stehende Kosten zu bilden. Die Buchung erfolgt auf das Konto "Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten" 0977 (SKR 03) bzw. 3095 (SKR 04).

Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Abschluss- und Prüfungskosten" 4957 (SKR 03) bzw. 6827 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Abschluss und Prüfungskosten

an Rückstellungen für Abschluss und Prüfungskosten

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Rückstellung bei Großbetrieb wegen Mitwirkung an Außenprüfung

Die X-AG ist ein Großbetrieb i. S. d. § 3 BpO. Deshalb muss sie eine Rückstellung für im Zusammenhang mit Außenprüfungen stehende Mitwirkungspflichten bilden. Hierfür ermittelt sie einen Betrag von 20.000 EUR.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
4957/6827 Abschluss- und Prüfungskosten 20.000 0977/3095 Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten 20.000

3 Großbetriebe müssen entsprechende Rückstellungen bilden

Mit Urteil vom 6.6.2012 hat der BFH entschieden, dass in der Bilanz einer als Großbetrieb i. S. v. § 3 BpO eingestuften Kapitalgesellschaft Rückstellungen für im Zusammenhang mit einer Außenprüfung bestehende Mitwirkungspflichten nach § 200 AO grundsätzlich zu bilden sind, soweit diese die am Bilanzstichtag bereits abgelaufenen Wirtschaftsjahre betreffen.

4 Das gilt nicht für kleinere Kapitalgesellschaften

Der BFH hat die Frage offengelassen, ob eine Rückstellung für Betriebsprüfungskosten auch bei nicht abschlussgeprüften Steuerpflichtigen gebildet werden darf.

Das hat das Bundesfinanzministerium mit BMF-Schreiben vom 7.3.2013verneint. Danach kommt die Passivierung einer Rückstellung für Kosten, die in Zusammenhang mit einer zukünftigen möglichen Betriebsprüfung stehen, bei Steuerpflichtigen, die nicht vom Anwendungsbereich des § 4 Abs. 2 BpO umfasst sind, nicht in Betracht.

5 In die Rückstellung einzubeziehende Aufwendungen

In die Rückstellung dürfen nur die Aufwendungen einbezogen werden, die in direktem Zusammenhang mit der Durchführung einer zu erwartenden Betriebsprüfung stehen. Hierzu zählen beispielsweise die Kosten, die für die Inanspruchnahme rechtlicher oder steuerlicher Beratung zur Durchführung einer Betriebsprüfung entstehen.

Nicht einzubeziehen sind insbesondere die allgemeinen Verwaltungskosten, die bei der Verpflichtung zur Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen gem. § 257 HGB und § 147 AO, der Verpflichtung zur Erstellung des Jahresabschlusses und der Verpflichtung zur Anpassung des betrieblichen EDV-Systems an die Grundsätze zum Datenzugriff zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) berücksichtigt worden sind.

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