Reisekosten / 7.1 Reisenebenkosten im Einzelnen

Zu den Reisenebenkosten gehören auch private Telefongespräche, soweit sie der beruflichen Sphäre zugeordnet werden können. Ebenso gehören in Ergänzung zu den in den Lohnsteuer-Richtlinien aufgezählten Sachverhalten Gebühren für die Benutzung sanitärer Einrichtungen auf Rastplätzen zu den Reisenebenkosten. Keine Reisenebenkosten sind die Aufwendungen für Essensgutscheine oder Essensbons von Raststätten bzw. Autohöfen.

Als Nebenkosten kommen nach R 9.8 LStR in Betracht:

  • die Beförderung, Versicherung und Aufbewahrung von Gepäck;
  • Ferngespräche, Telegramme und Schriftverkehr beruflichen Inhalts mit dem Arbeitgeber oder mit Geschäftspartnern sowie Telefongespräche privaten Inhalts zur Kontaktaufnahme mit Angehörigen und Freunden bei mindestens einwöchiger beruflicher Auswärtstätigkeit;
 

Wichtig

Werbungskostenabzug für private Ferngespräche

Nach der BFH-Rechtsprechung sind entgegen der Lohnsteuer-Richtlinien private Ferngespräche als Reisenebenkosten zu berücksichtigen, wenn sie während einer mindestens 1-wöchigen beruflichen Auswärtstätigkeit entstanden sind. Im Urteilsfall hatte der BFH die vom Arbeitnehmer nachgewiesenen Kosten für ein Telefonat pro Woche anerkannt. Die Finanzämter folgen dieser Rechtsprechung. Aufgrund längerer beruflicher Abwesenheit von mindestens einer Woche werden die eigentlich privaten Kosten der Lebensführung zu beruflich veranlassten Mehraufwendungen, weil insoweit die notwendigen privaten Angelegenheiten aus der Ferne nur im Wege der Telekommunikation geregelt werden können. Ein pauschaler Abzug für ein 15-minütiges Telefonat pro Woche, vergleichbar der Regelung zur doppelten Haushaltsführung, ist nicht vorgesehen. Aufwendungen für Besuchsfahrten eines Ehe- bzw. Lebenspartners an den auswärtigen Einsatzort sind dagegen auch bei einer längerfristigen Auswärtstätigkeit – anders als bei einer doppelten Haushaltsführung – keine Werbungskosten. Umgekehrten Familienfahrten fehlt es an der beruflichen Veranlassung.

  • Gebühren für die Benutzung von Straßen, Brücken, Tunneln und Parkplätzen, sanitären Einrichtungen auf Rastplätzen. Zum Nachweis reichen lt. Verwaltungsanweisung insbesondere bei Lkw-Fahrern repräsentative Aufzeichnungen für einen Zeitraum von 3 Monaten. Das Sächsische FG schätzt die Reisekosten eines Lkw-Fahrers pauschal mit 5 EUR pro Tag.
  • Schadensersatzleistungen bei Verkehrsunfällen, wenn sich der Unfall auf einer beruflichen Fahrt ereignet hat und nicht durch Alkoholeinfluss verursacht wurde.
  • Eine Unfallversicherung und andere Versicherungen für die Reisezeit, insbesondere eine Reisegepäckversicherung, deren Versicherungsschutz sich auf Dienstreisen des Arbeitnehmers beschränkt.
  • Der Wertverlust, der durch Diebstahl, Beschädigung und dergleichen beim persönlichen Reisegepäck während der Dienstreise eintritt. Der Werbungskostenabzug ist in diesem Bereich aber an enge Voraussetzungen geknüpft.

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