Rechnungsabgrenzung / 3.5 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind u. a. in folgenden Fällen zu bilden:

  • für vorab gezahlte Provisionen und Pachten,
  • für öffentliche Aufwands- und Ertragszuschüsse, etwa Zinszuschüsse zu Darlehen und Zuschüsse für das Leasen emissionsarmer Nutzfahrzeuge,
  • für Instandhaltungsverpflichtungen bei Öffentlichen Privaten Partnerschaften,
  • für Entschädigungen für die dauerhafte Unterlassung einer künftigen, noch nicht verwirklichten Betätigung, im Entscheidungsfall die Erweiterung der Schweinehaltung,
  • für Entschädigungen für die Duldung von Versorgungsleitungen auf Grundstücken.

Besteht ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten bis zum Zeitpunkt der Betriebsaufgabe, rechnet der aus dessen Auflösung resultierende Gewinn nicht zum laufenden Gewinn, sondern zum – ggf. steuerbegünstigten – Aufgabegewinn.

Dagegen ist der Ansatz eines passiven Rechnungsabgrenzungspostens in folgenden Fällen nicht möglich:

  • für Angehörigendarlehen, die aus außerbetrieblichen Gründen nicht verzinst werden. Der sich infolge der Abzinsung ergebende Ertrag darf laut BFH nicht mittels eines passiven Rechnungsabgrenzungspostens neutralisiert werden. Hiergegen wurde unter Az. 2 BvR 2706/17 Verfassungsbeschwerde eingelegt,
  • für Gutscheine eines Friseurs, die eine Preisermäßigung bei einem Friseurbesuch im Folgejahr gewähren,
  • für Gutscheine, die ein Unternehmen beim Kauf von Waren ab einer bestimmten Umsatzhöhe an Kunden ausgibt und die einen Preisnachlass beim nächsten Kauf des Kunden versprechen,
  • für bei Abschluss eines Bausparvertrags erhaltene Abschlussgebühren,
  • für öffentliche Investitionszuschüsse,
  • für Investitionszulagen zwecks Verteilung über den vorgeschriebenen Verbleibenszeitraum,

    Im zweiten Rechtsgang hat das FG Berlin-Brandenburg

    entschieden, dass der Ertrag aus einer Investitionszulage dem Anschaffungs- bzw. Herstellungsjahr zuzuordnen ist, jedoch nicht mithilfe eines passiven Rechnungsabgrenzungspostens verteilt werden darf. Hiergegen wurde unter Az. XI R 8/18 wiederum Revision eingelegt.

  • für einen Werkzeugkostenbeitrag,
  • für eine Vorfälligkeitsentschädigung bei dem Kreditgeber,
  • für eine Entschädigung bei der Aufhebung eines für eine bestimmte Laufzeit begründeten Schuldverhältnisses,
  • für eine Entschädigung für die Duldung einer am Bilanzstichtag bereits abgeschlossenen Straßenbaumaßnahme,
  • für eine Pachtaufhebungsentschädigung.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge