Prüfung des Jahresabschluss... / 4.2.1 Genossenschaftliche Prüfungsverbände
 

Rz. 180

Die Prüfungsinstitutionen der Genossenschaften, der Sparkassen und Giroverbände sowie der Wohnungsunternehmen sind Träger sog. Verbandsprüfungen, denen vom Gesetzgeber bestimmte Revisionsaufgaben übertragen wurden. So legt § 55 Abs. 1 Satz 1 GenG fest, dass ausschließlich den Prüfungsverbänden das genossenschaftliche Prüfungsrecht zusteht.

 

Rz. 181

Das Prüfungsrecht wird genossenschaftlichen Prüfungsverbänden durch die oberste Landesbehörde verliehen, in deren Gebiet der Verband seinen Sitz hat. Die Verbände stehen nach Verleihung des Prüfungsrechts unter behördlicher Aufsicht; im Falle von Mängeln bei Aufgabenerfüllung hat die Behörde bestimmte Einwirkungsmöglichkeiten.

 

Rz. 182

Ferner haben sich die Prüfungsverbände wie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Abstand von jeweils 6 bzw. 3 Jahren einer Qualitätskontrolle zu unterwerfen, die von Prüfungsverbänden, Wirtschaftsprüfern oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt wird.

 

Rz. 183

Über die periodische Pflichtprüfung des Jahresabschlusses, der Buchführung und des Lageberichts der Genossenschaft hinaus haben Prüfungsverbände von Kreditgenossenschaften im Auftrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) jährlich spezifische Jahresabschluss- und Depotprüfungen, jährliche Prüfungen im Rahmen des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts sowie aperiodische Sonderprüfungen nach § 44 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Satz 2 KWG durchzuführen. Neben den sich regelmäßig oder unregelmäßig wiederholenden Pflichtprüfungen sind von den Prüfungsverbänden im Zusammenhang mit einmaligen Sachverhalten [z. B.] Genossenschaftsgründung oder Genossenschaftsverschmelzungen Gutachten anzufertigen oder Prüfungen durchzuführen.

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