Private Pkw-Nutzung durch U... / 3.2.3 Gesamtaufwendungen

Im Rahmen der Ermittlung der gesamten Aufwendungen ist es sinnvoll, für jedes Fahrzeug ein eigenes Konto und entsprechende Aufzeichnungen zu führen. Die Ermittlung eines Durchschnittskilometersatzes aus den gesamten Kosten von allen betrieblichen Fahrzeugen ist nicht zulässig.

Zu den Gesamtaufwendungen für das Fahrzeug zählen Kosten, die unmittelbar dem Halten und dem Betrieb des Fahrzeugs zu dienen bestimmt sind und im Zusammenhang mit seiner Nutzung zwangsläufig anfallen. Hierunter fallen neben den von der Fahrleistung abhängigen Aufwendungen für Treib- und Schmierstoffe auch die regelmäßig wiederkehrenden festen Kosten, wie z. B. Haftpflichtversicherung, Kfz-Steuer, Absetzungen für Abnutzung und Garagenmiete, Öle, Reifen, Wagenpflege, Inspektions- und Reparaturkosten, Versicherungen, Finanzierungskosten, Gebühren für TÜV, Leasing und Leasingsonderzahlungen etc. Bei Treib- und Schmierstoffen wird angenommen, dass bei gleichmäßigem Kraftstoffverbrauch diese Kosten unabhängig von der Fahrleistung in gleicher Höhe anfallen, unabhängig davon, dass eine bestimmte Fahrstrecke aus privaten oder aus beruflichem Anlass zurückgelegt worden ist.

Es werden auch Kosten berücksichtigt, die im Rahmen von Urlaubsfahrten anfallen, ausgenommen Vignetten und Parkgebühren. Fallen diese Kosten jedoch im Rahmen von betrieblichen Fahrten an, sind diese nicht bei der Berechnung der Gesamtaufwendungen zu berücksichtigen. Ebenso mit einzubeziehen sind die jeweiligen Umsatzsteuerbeträge, es sei denn, es wurde keine Umsatzsteuer entrichtet, z. B. beim Kauf eines Fahrzeuges von Privat, bei der Kfz-Steuer und Kfz-Versicherung.

Im Rahmen der Ermittlung sind außergewöhnliche Kosten für den Pkw vorab der privaten oder betrieblichen Nutzung zuzurechnen. So gelten Aufwendungen für einen Motorschaden oder veranlasst durch Diebstahl als außergewöhnliche Fahrzeugkosten,, die nicht zu den Gesamtkosten hinzuzuaddieren sind. Seit dem 1.1.2011 zählen Unfallkosten nicht mehr zu den Gesamtkosten. Für Unfallkosten bis 1.000 EUR (inkl. Umsatzsteuer) je Schaden ist es nicht zu beanstanden, wenn sie als Reparaturkosten in die Gesamtkosten einberechnet werden. Gleiche Folgerungen gelten für Kosten, die lediglich den privaten Nutzungsanteil betreffen, z. B. Mautgebühren auf der privaten Urlaubsreise). Sie werden nicht in die Berechnung der Gesamtaufwendungen mit einbezogen. Diese Kosten erhöhen vorab die Privatentnahme. Ebenso wenig gehören Sonderabschreibungen zu den Gesamtkosten.

Die Gesamtkosten sind periodengerecht anzusetzen, wenn die Kosten des überlassenen Kfz in der Gewinnermittlung dementsprechend zu erfassen ist. Dies gilt auch für Leasingsonderzahlung, die für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erbracht werden.

Die jährlichen Gesamtkosten werden zu den insgesamt im Kalenderjahr gefahrenen Kilometern ins Verhältnis gesetzt. Auf Basis des so errechneten Prozentsatzes erfolgt die Bewertung der Privatfahrten.

 

Praxis-Beispiel

Ermittlung private Pkw-Nutzung

Der Unternehmer U nutzt den betrieblichen Pkw auch für private Zwecke. Die Anschaffungskosten des Fahrzeugs haben 50.000 EUR zzgl. 9.500 EUR Umsatzsteuer betragen. Die Kosten für das Fahrzeug belaufen sich laut Aufzeichnungen der Buchhaltung auf netto 7.000 EUR, davon betreffen 3.000 EUR nicht mit Vorsteuer belastete Kosten (Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer).

Gemäß dem Fahrtenbuch betrugen die gefahrenen Kilometer 28.555 km. Davon betreffen 8.000 km Privatfahrten und 4.000 km für 200 Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb (Entfernung 10 km).

Berechnung:

 

Ermittlung der jährlichen Kfz-Kosten:

Abschreibung (1/6 von 50.000 EUR)
8.333 EUR
+ Kosten mit Vorsteuer 4.000 EUR
= Zwischensumme 12.333 EUR
     
+ Kosten ohne Vorsteuer 3.000 EUR
= Gesamtkosten 15.333 EUR

Kilometersatz: 15.333 EUR : 28.555 km = 0,54 EUR/km

Der Hinzurechnungsbetrag ermittelt sich wie folgt:

 
Privatanteil: (8.000 km × 0,54 EUR/km)   4.320 EUR
Kosten für Fahrten zum Betrieb: (4.000 km × 0,54 EUR/km)   2.160 EUR
./. Entfernungspauschale: (200 Tage × 10 km × 0,30 EUR/Tag) ./. 600 EUR
Summe nicht abzugsfähige Betriebsausgaben   1.560 EUR

In Höhe des privaten Nutzungswerts erfolgt eine Hinzurechnung zum Ergebnis. Die mit dem Fahrzeug verbundenen Kosten sind grundsätzlich als Betriebsausgaben abzugsfähig. Sind die Fahrzeuge unangemessen teuer, kann die Anerkennung des Betriebsausgabenabzugs jedoch gefährdet sein.

 

Hinweis

Luxusfahrzeuge

Beim Erwerb und Halten eines Luxussportwagens, dessen Kostenlast in einem unausgewogenen Verhältnis zum Umfang der tatsächlichen betrieblichen Nutzung steht, ist bei typisierender Betrachtung regelmäßig davon auszugehen, dass die Anschaffung privat veranlasst war. So hat das FG Nürnberg den betrieblichen Ferrari eines Tierarztes mangels Bezug zur freiberuflichen Tätigkeit dem notwendigen Privatvermögen zugeordnet und die "nur" aufgrund des ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs ermittelten angemessenen Betriebskosten anerkannt.

Die gleiche Problematik betrifft dem Betriebsvermögen zugeordnete "Oldtimer". Hier vertrat das...

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