Private Pkw-Nutzung durch U... / 2.2 Gewillkürtes Betriebsvermögen

Liegt die betriebliche Nutzung des Kraftfahrzeugs ab 10 % bis einschließlich 50 %, gehört das Kraftfahrzeug nach ertragsteuerlicher Betrachtungsweise zum gewillkürten Betriebsvermögen. Es kann dann wahlweise als Betriebsvermögen im Bereich des Anlagevermögens aktiviert werden. Alternativ wird das Kraftfahrzeug dem Privatvermögen zugeordnet.

Bei Aktivierung im Betriebsvermögen sind alle mit dem Fahrzeug verbundenen Aufwendungen grundsätzlich als Betriebsausgaben gewinnmindernd zu berücksichtigen. Hingegen dürfen die Aufwendungen für den privaten Nutzungsanteil den steuerlichen Gewinn nicht mindern.

 

Praxis-Beispiel

Gewillkürtes Betriebsvermögen

Das Fahrzeug des Einzelunternehmers A wird zu 40 % betrieblich genutzt. Da die betriebliche Nutzung weniger als 50 % und mehr als 10 % beträgt, kann A das Fahrzeug als gewillkürtes Betriebsvermögen ansetzen. Die Wahl wird durch Aktivierung getroffen. Das Fahrzeug ist dann zu 100 % in der Bilanz auszuweisen. Ein anteiliger Ausweis ist nicht möglich. Durch die Aktivierung sind grundsätzlich sämtliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Fahrzeug stehen, als Betriebsausgaben anzusetzen. Hierunter fallen z. B. Aufwendungen für Benzin, Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kfz-Reparaturen, Inspektion etc.

Das Wahlrecht zur Zuordnung im Betriebsvermögen besteht auch im Rahmen der Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrechnung. Hier ist jedoch mangels Bilanzierungsausweis eine andere eindeutige Dokumentation in den Unterlagen vorzunehmen.,

 

Hinweis

Erlös aus der Veräußerung eines im Betriebsvermögen befindlichen Pkw

Im Rahmen der Gewinnermittlung durch Einnahmeüberschussrechnung ist der Erlös aus der Veräußerung eines Fahrzeugs im Betriebsvermögen, auch wenn es nur zu 25 % betrieblich genutzt wird, der vollen Besteuerung zu unterwerfen, auch wenn sich die Abschreibungsbeträge in der Vergangenheit aufgrund der privaten Nutzungsentnahme nur anteilig (in Höhe von 25 %) ausgewirkt haben. Dies hat zuletzt das Sächsische Finanzgericht entschieden. Der BFH hat auf die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers die Revision zugelassen. In der Literatur wird teilweise angemerkt, das FG-Urteil entspreche den Vorgaben der bisherigen BFH-Rechtsprechung. Unklar seien die Gründe für die Revisionszulassung durch den BFH. Dessen ungeachtet ist es ratsam, Steuerbescheide in einschlägigen Fällen durch Einspruch offen zu halten. Einsprüche ruhen kraft Gesetzes.

Auch der Gesellschafter einer Personengesellschaft kann unter gleichen Voraussetzungen seinen Pkw als Sonderbetriebsvermögen behandeln. Die Beweislast für die betriebliche Fahrleistung in entsprechendem Umfang trägt der Unternehmer.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge