Pensionen und sonstige Vers... / 1.12.2 Sterbegeld

Das Sterbegeld i. S. d. § 18 Abs. 12 Nr. 1 und Abs. 3 BeamtVG gehört zu den steuerbegünstigten Versorgungsbezügen. Diese einmalige Leistung beträgt das Doppelte der Bezüge des Verstorbenen. Es wird in einer bestimmten Reihenfolge an Ehegatten, Kinder oder Verwandte bezahlt. Für das Sterbegeld gelten zur Berechnung der Freibeträge für Versorgungsbezüge ebenfalls der Prozentsatz, der Höchstbetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag des Verstorbenen. Das Sterbegeld ist als eigenständiger – zusätzlicher – Versorgungsbezug zu behandeln. Die Zwölftelregelung des § 19 Abs. 2 Satz 12 EStG ist auf das Sterbegeld nicht anzuwenden. Bemessungsgrundlage für die Versorgungsfreibeträge ist das im betreffenden Kalenderjahr zugeflossene Sterbegeld.

 

Praxis-Beispiel

Versorgungsfreibetrag bei Bezug von Sterbegeld

A ist Beamter im Ruhestand. Er erhält seit 2004 eine Pension von monatlich 2.000 EUR. Im April 2019 stirbt er. Seine Ehefrau B erhält ab Mai 2019 ein Witwengeld von monatlich 1.200 EUR. Außerdem erhält sie im Jahr 2019 einmalig ein Sterbegeld von 4.000 EUR.

Witwengeld: Für den Versorgungsfreibetrag der B sind der für A maßgebende Prozentsatz und Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags samt Zuschlag (2005) anzuwenden. Der Versorgungsfreibetrag der B beträgt also 40 % ihrer auf 12 Monate umgerechneten Hinterbliebenenbezüge von 14.400 EUR, maximal 3.000 EUR, der Zuschlag beträgt 900 EUR. Die Versorgungsfreibeträge sind im Jahr 2019 auf 8 Monate umzurechnen. Der Versorgungsfreibetrag 2019 beträgt somit 8/12 von 3.000 EUR = 2.000 EUR, der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag 8/12 von 900 EUR = 600 EUR.

Sterbegeld: Für das Sterbegeld von 4.000 EUR sind ebenfalls der für A maßgebende Prozentsatz und Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags samt Zuschlag (2005) maßgebend. Der Versorgungsfreibetrag beträgt somit 40 % von 4.000 EUR = 1.600 EUR und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag 900 EUR.

Beide Versorgungsfreibeträge ergeben für 2019 einen Betrag von 2.000 EUR + 1.600 EUR = 3.600 EUR, abzugsfähig ist jedoch nur der für 2005 maßgebende Höchstbetrag von 3.000 EUR. Hinzu kommt der Zuschlag von insgesamt 900 EUR.

 

Praxis-Tipp

Sterbegeld kann steuerfrei sein

Sterbegeld, das aufgrund beamtenrechtlicher Vorschriften für die Hinterbliebenenversorgung dem überlebenden Ehegatten oder den Kindern bzw. weiteren Nachkommen eines verstorbenen Beamten typisierend wegen deren – durch den Todesfall bedingten – Hilfsbedürftigkeit gewährt wird, ist als Bezug i. S. d. § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG   zu qualifizieren und nach § 3 Nr. 11 EStG  steuerfrei.

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