Nachhaltigkeitsmanagement: ... / 2.1 Zielbild und Rollenverteilung im "fairport"-Controlling

Integriertes Nachhaltigkeitscontrolling

Die FSG verfolgt einen integrierten Ansatz zur Steuerung der Nachhaltigkeit. Dies bedeutet, dass Entscheidungen im Unternehmen nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien und Zielen getroffen werden sollen. Der im Folgenden beschriebene Ansatz wurde im November 2013 mit dem "Green Controlling Preis" als innovativer und wegweisender Lösungsansatz ausgezeichnet.

Erweiterung des klassischen Controllings

Aus der strategischen Positionierung der FSG hat das Controlling für sich den Anspruch formuliert, alle relevanten Informationen in einem einheitlichen zentralen System ("Single Point of truth") zu halten und für konsistente Berichte und Analysen mit hoher Qualität bereitzustellen. Auf diese Weise können finanzielle Daten mit Betriebsdaten und den dazugehörigen Ressourcenverbräuchen bzw. Emissionswerten schnell und einfach miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Das klassische Controlling erfährt damit eine Erweiterung um neue ökologische und soziale Inhalte. Ein paralleles Controlling der Nachhaltigkeit neben dem Unternehmenscontrolling wird damit vermieden und das Thema Nachhaltigkeit wird in den klassischen Controlling-Zyklus aus Analyse, Planung, Umsetzung und Kontrolle integriert.

Die Vorteile des integrierten Ansatzes liegen auf der Hand:

  1. manueller Aufwand für die Datenerhebung wird auf ein Minimum reduziert
  2. kosten- und aufwandsintensive Parallelsysteme können vermieden werden
  3. hohe Konsistenz aller relevanten Daten
  4. Fördern der Akzeptanz und des Bewusstseins beim Management durch Integration finanzieller, ökologischer und sozialer Daten
  5. Verfügbarkeit interner Daten für ein externes (integriertes) Reporting

Leitbild und Rollenverteilung

In einem ersten Schritt wurden ein Leitbild und eine Rolle für das "Green Controlling" erarbeitet. Das Ergebnis ist in Abb. 2 dargestellt.

Abb. 2: Zielbild "fairport"-Controlling der FSG

Ausgehend von den nachhaltigen Zielen der FSG wurden spezielle Ziele für das "fairport"-Controlling abgeleitet. Hierzu zählen die Gewährleistung einer abgestimmten und zielorientierten Steuerung nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen und damit eine Integration aller Parameter in die relevanten Entscheidungsprozesse der FSG.

Zentrale Instanz für integriertes Reporting

Zusammengefasst strebt das Controlling eine koordinierende und rationalitätssichernde Rolle im Nachhaltigkeitsmanagement an. Dies mündet darin, dass sich das Controlling als zentrale Instanz für das integrierte interne Reporting der nachhaltigen Leistung sieht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es dem Controlling obliegt, ökologische oder soziale Informationen selbst zu generieren und zu bewerten. Vielmehr sind bestehende und neue Informationen der betroffenen Fachbereiche so in den Controlling-Systemen abzubilden, dass ökologische und soziale Informationen mit hoher Konsistenz zusätzlich zu "klassischen" betriebswirtschaftlichen Daten verfügbar sind und in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden.

Neue Formen der Zusammenarbeit erforderlich

Dies hat eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen dem Controlling und einerseits dem Umweltmanagement sowie andererseits bspw. dem Personal- und Rechtsbereich erfordert. Alle Akteure müssen kooperieren und gemeinsam Controlling-Aufgaben wahrnehmen, um die integrierte Steuerung zu gewährleisten. Zu den Aufgaben des Controllings zählt bspw.

  • ökologische und ökonomische Informationen zusammenzuführen,
  • die Steuerungsinstrumente anzupassen und
  • die Planung, Steuerung und Kontrolle um ökologische Aspekte zu erweitern.

In Ergänzung hierzu obliegt es dem Umweltmanagement oder dem Personalbereich,

  • konkrete Maßnahmen zum Erreichen der gesetzten Ziele zu planen,
  • deren Umsetzung zu koordinieren,
  • relevante Informationen in hoher Qualität bereitzustellen und
  • als "Sparringspartner" für die ökonomische Bewertung ökologischer und sozialer Daten zur Verfügung zu stehen.

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