Lohnsteuerfreie freiwillige... / 6 Besonderheiten bei Betriebsveranstaltungen

Zuwendungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer und deren Angehörige anlässlich von Betriebsveranstaltungen gehören bis zu einem Betrag von 110 EUR brutto je Veranstaltung und Arbeitnehmer nicht zum Arbeitslohn, wenn der Arbeitnehmer jährlich an nicht mehr als 2 Veranstaltungen teilnimmt und die Zuwendungen bei solchen Veranstaltungen üblich sind. Es können also mehr als 2 Veranstaltungen in einem Jahr durchgeführt werden, ohne dass es generell zu einer Steuerpflicht der gesamten dritten Veranstaltung kommt. Sie müssen für jede Veranstaltung Anwesenheitslisten führen. Sofern ein Arbeitnehmer dreimal teilgenommen hat, würde die Teilnahme an der 3. Veranstaltung in einem Jahr in voller Höhe als Sachbezug gelten.

Neu seit 2015: Die Freigrenze von 110 EUR wurde in einen Freibetrag umgewandelt, so dass nur der 110 EUR übersteigende Teil steuerpflichtig wird. Dies gilt aber nur für 2 Veranstaltungen im Jahr.

Es sind auch mehrtägige Betriebsveranstaltungen begünstigt, wenn der Freibetrag von 110 EUR nicht überschritten wird.

Als Betriebsveranstaltung versteht der Fiskus Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene, die gesellschaftlichen Charakter haben und bei denen die Teilnahme allen Arbeitnehmern offensteht.

Als übliche Zuwendungen anlässlich von Betriebsveranstaltungen gelten stets:

  • Speisen, Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten,
  • Übernachtungs- und Fahrtkosten,
  • Eintrittskarten für kulturelle und sportliche Veranstaltungen, wenn diese im Zusammenhang mit weiteren üblichen Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung übernommen werden,
  • Geschenke, auch wenn sie nachträglich übergeben werden, weil der Arbeitnehmer aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte und die Veranstaltung nicht nur in der Übergabe der Geschenke bestand,
  • Zuwendungen an Begleitpersonen des Arbeitnehmers,
  • Barzuwendungen, die statt Sachzuwendungen gewährt werden, wenn ihre zweckentsprechende Verwendung sichergestellt ist,
  • Aufwendungen für den äußeren Rahmen, wie Saalmiete oder Kosten für eine Eventagentur.
  • Neu: Das FG Köln hat entschieden, dass für die Aufteilung der Zuwendungen des Arbeitgebers anlässlich einer Betriebsveranstaltung nicht auf die Anzahl der tatsächlich an der Veranstaltung teilnehmenden Personen, sondern auf die Zahl derer abzustellen ist, für die die Betriebsveranstaltung geplant und kostenmäßig kalkuliert gewesen ist (= angemeldete Teilnehmer).
 

So buchen Sie richtig

Betriebsveranstaltungen

a) An einer Feier anlässlich des 10-jährigen Betriebsjubiläums nehmen 50 Arbeitnehmer und ihre Partner teil. Der Arbeitgeber zahlt: Saalmiete: 300 EUR, Transportkosten durch Mieten eines Busses: 300 EUR, Eventmanagement: 300 EUR. Jeder Arbeitnehmer erhält als Geschenk eine CD im Wert von 20 EUR (also 50 x 20 EUR = 1.000 EUR) und jeder Teilnehmer ein Menü inkl. Getränke im Wert von 36 EUR (beides inkl. USt), also 100 x 36 EUR = 3.600 EUR. Gesamtaufwand: 5.500 EUR. Der Gesamtaufwand ist durch die Anzahl der teilnehmenden Personen zu teilen. Pro Person entstehen Aufwendungen von 55 EUR. Die Kosten der Angehörigen sind dem Arbeitnehmer zuzurechnen. Pro Arbeitnehmer entsteht somit ein Aufwand von 110 EUR. Da das Ergebnis 110 EUR nicht überschreitet, gilt die Betriebsveranstaltung als üblich und stellt keinen lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

Die Zuwendung gilt nicht als Arbeitslohn, weil der Gesamtbetrag der Zuwendung 110 EUR nicht übersteigt.

Sie erhalten eine Rechnung über 50 CDs zu 20 EUR incl. 19 % USt. = 1.000 EUR:

Nettobetrag = 2.521,01 EUR

19 % USt = 478,99 EUR

 

Buchung der Rechnung

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
4946 Freiwillige Sozialleistungen 840,34 1200 Bank 1.000,00
1576 Vorsteuer 19 % 159,66      
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
6822 Freiwillige Sozialleistungen 840,34 1800 Bank 1.000,00
1406 Vorsteuer 19 % 159,66      

Von dem Menüservice erhalten Sie eine Gesamtrechnung über 3.600 EUR inkl. 19 % USt.

Nettobetrag = 3.025,21 EUR

19 % USt = 574,79 EUR

Buchung der Rechnung

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
4946 Freiwillige Sozialleistungen 3.025,21 1200 Bank 3.600,00
1576 Vorsteuer 19 % 574,79      
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
6822 Freiwillige Sozialleistungen 3.025,21 1800 Bank 3.600,00
1406 Vorsteuer 19 % 574,79      
 

Wichtig

Auswirkungen auf die Umsatzsteuer:

Die lohnsteuerlichen Regelungen, insbesondere die Einführung des 110-EUR-Freibetrags haben keine Auswirkungen auf die umsatzsteuerlichen Regelungen. Im o. g. Beispiel ist im umsatzsteuerlichen Sinne von einem überwiegenden unternehmerischen Interesse des Arbeitgebers auszugehen, da die 110 EUR pro Arbeitnehmer nicht überschritten wurden, so dass der Vorsteuerabzug für die entsprechenden Aufwendungen gegeben ist.

 

So buchen Sie richtig

Abwandlung des o. g. Beispiels

b) Der Arbeitgeber übernimmt zusät...

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