Lohnsteuer-Pauschalierung a... / 2.3 Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

Sachbezüge und Barzuschüsse im Zusammenhang mit Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte waren bis 2018 dem Grundsatz nach lohnsteuerpflichtig. Ab 1.1.2019 ändert sich die lohnsteuerliche Behandlung. Es ist zu unterscheiden zwischen Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge)

  • bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und
  • bei Benutzung anderer Verkehrsmittel, etwa des arbeitnehmereigenen Pkw.

Aufwendungen von Arbeitnehmern, die für ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel benutzen, kann der Arbeitgeber ab 1.1.2019 lohnsteuerfrei ersetzen.

 

Wichtig

Wegfall der Pauschalierungsmöglichkeit bei öffentlichen Verkehrsmittel ab 2019

Die Pauschalierung der Lohnsteuer für Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) im Zusammenhang mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kommt nicht mehr in Betracht. Bei zusätzlichen Leistungen ist ab 2019 vorrangig die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 15 EStG maßgebend. Arbeitnehmerfinanzierte Leistungen, z. B. bei Lohnoptimierungsmodellen, die im Wege der Barlohnumwandlung Arbeitgeberleistungen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vorsehen, sind sowohl von der ab 2019 geltenden Steuerfreiheit als auch von der Pauschalbesteuerung ausgeschlossen.

Für die lohnsteuerliche Behandlung der Arbeitgeberleistungen zu den Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit anderen als öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt alles beim Alten. Steuerpflichtiger Arbeitslohn liegt sowohl bei Fahrtkostenzuschüsse zu den Fahrten mit dem eigenen Pkw vor als auch beim geldwerten Vorteil bei Benutzung des betrieblichen Firmenwagens für diese Fahrten. Arbeitgeberleistungen für diese Fahrten sind lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn, der entweder individuell nach der Steuerklasse des ELStAM-Datensatzes dem Lohnsteuerabzug unterliegt oder aber pauschal mit 15 % versteuert werden muss. Eine Verrechnung mit den Beträgen, die als Werbungskosten abziehbar sind, ist nicht möglich. Die lohnsteuerliche Behandlung sowohl der Fahrtkostenzuschüsse und des Fahrtkostenersatzes an Arbeitnehmer als auch des geldwerten Vorteils bei einem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Firmenwagenn bleibt durch die ab 1.1.2019 geltende Steuerbefreiungsvorschrift des § 3 Nr. 15 EStG unverändert.

Ersetzt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Kfz, liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Dasselbe gilt für den geldwerten Vorteil aus der Überlassung eines Firmenwagens für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Bei der Benutzung eines Pkw besteht die Möglichkeit, die Lohnsteuer für diese steuerpflichtigen Arbeitgeberleistungen anstatt anhand der Lohnsteuerabzugsmerkmale mit einem festen Pauschsteuersatz von 15 % zu erheben. Pauschalbesteuert werden können:

  • Der geldwerte Vorteil bei Dienstwagen.

Im Fall der unentgeltlichen Überlassung eines Dienst- bzw. Firmenfahrzeugs ist stets auch ein geldwerter Vorteil für die Fahrt zur Dienststelle bzw. zur Firma anzusetzen. Der steuerpflichtige Sachbezug, der sich für den Firmenwagen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ergibt, kann normal mit dem übrigen Arbeitslohn des Arbeitnehmers versteuert werden. Er kann aber bis zur Höhe der Entfernungspauschale, der ohne weiteren Nachweis 15 Arbeitstage monatlich zugrunde gelegt werden dürfen, auch zulasten des Arbeitgebers mit 15 % pauschal versteuert werden.

Unberührt hiervon bleibt die (teilweise) unentgeltliche Beförderung von 2 oder mehreren Arbeitnehmern (sog. Sammelbeförderung). Die Sammelbeförderung von Arbeitnehmern zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte ist steuerfrei.

  • Der Barzuschuss zu Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte.

Regelmäßig handelt es sich hierbei um den Aufwendungsersatz für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Pkw.

Die Lohnsteuer-Pauschalierung bei Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte ist betragsmäßig begrenzt. Die Lohnsteuer von diesen Bezügen darf nur insoweit mit einem festen Steuersatz erhoben werden, als sie den Betrag nicht übersteigen, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend machen könnte. Obergrenze ist demnach die Entfernungspauschale von 0,30 EUR pro Entfernungskilometer, der ohne weiteren Nachweis 15 Arbeitstage monatlich zugrunde gelegt werden dürfen.

 

Wichtig

Pauschalierungsmöglichkeit für die Gesamtstrecke

Die pauschale Lohnsteuer von 15 % darf uneingeschränkt für die gesamte Entfernung zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte mit 0,30 EUR pro Entfernungskilometer berechnet werden. Ersetzt der Arbeitgeber allerdings höhere Beträge als die zulässige Entfernungspauschale, muss der übersteigende Betrag dem normalen Lohnsteuerabzug unterworfen werden.

 

Praxis-Beispiel

Fahrtkostenzuschuss zum eigenen Pkw

Ein Arbeitnehmer erhält von seinem Arbeitgeber 2019 einen monatlichen Fahrtkostenzuschuss für Fahrten zwischen Wo...

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