Leasing im Abschluss nach H... / 5.3.4 Barwerttest (Recovery of Investment Test)
 

Rz. 50

Die größten praktischen Probleme ergeben sich bei der Bestimmung des Zinssatzes zur Ermittlung des Barwertes der Mindest-Leasing-Zahlungen, also der Summe der abdiskontierten Leasing-Raten. Für die Ermittlung des Diskontierungssatzes gibt es nach IAS 17.4 eine 3-stufige Reihenfolge: (a) Es ist der Abzinsungssatz, bei dem zu Beginn des Leasing-Verhältnisses die Summe der Barwerte (a) der Mindest-Leasing-Zahlungen und (b) des nicht garantierten Restwertes der Summe (i) des beizulegenden Zeitwertes des Leasinggegenstandes und der (ii) der anfänglichen direkten Kosten des Leasinggebers entspricht. Dieser Zinssatz wird häufig als interner Zinsfuß des Leasinggebers bezeichnet (sog. first best); (b) für den Leasingnehmer wird es in der Regel unmöglich sein, den internen Zinsfuß zu bestimmen, da er keinen Einblick in die Kalkulation des Leasinggebers hat. Daher erlaubt IAS 17.4 alternativ den sog. Fremdkapitalzinssatz. Dies ist derjenige Zinssatz, den der Leasingnehmer bei einem vergleichbaren Leasing-Verhältnis zahlen müsste (sog. second best); (c) für den Regelfall wird der Leasingnehmer auch nicht ein vergleichbares Leasing-Verhältnis mit ermittelbarem internem Zinsfuß kennen, daher gibt es in IAS 17.4 eine dritte Möglichkeit (sog. third best); hiernach kann als Grenzfremdkapitalzinssatz auch der Zinssatz herangezogen werden, den der Leasingnehmer zu Beginn des Leasing-Verhältnisses vereinbaren müsste, wenn er für den Kauf des Vermögenswertes Fremdkapital für die gleiche Dauer und mit der gleichen Sicherheit aufnehmen würde. Die Praxis orientiert sich regelmäßig an der Third-best-Alternative.

Nach IAS 17.10 (d) muss der Barwert der Mindest-Leasing-Zahlungen im Wesentlichen mindestens dem Zeitwert des Leasinggegenstandes entsprechen, um ein Finanzierungs-Leasing anzunehmen. Dem IAS-Standard ist nicht zu entnehmen, wann dies der Fall ist, da sich in ihm kein Hinweis auf einen quantitativen Grenzwert findet. Die Meinungen der Literatur hinsichtlich der Höhe des Barwertes sind unterschiedlich und reichen von 90 % bis 99 % des Zeitwertes.

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