Kompaktübersicht: Steuerges... / Kindergeld, Kinderfreibetrag
 
Norm Erläuterung Inkrafttreten Änderungsgesetz Verfahrensstand
§ 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG Volljährige Kinder werden bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres unabhängig von der Höhe ihrer eigenen Einkünfte und Bezüge berücksichtigt (Wegfall der Einkommensgrenze von 8.004 EUR), die 1.1.2012 Steuervereinfachungsgesetz 2011 vom 1.11.2011 Verkündet am 4.11.2011 im Bundesgesetzblatt Teil I Seite 2131
sich in Berufsausbildung befinden (§ 32 Abs. 4 Nr. 2a EStG)
sich in einer begünstigten Übergangszeit von höchstens 4 Monaten befinden (§ 32 Abs. 4 Nr. 2b EStG)
eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen können (§ 32 Abs. 4 Nr. 2c EStG) oder
einen Freiwilligendienst i. S. d. § 32 Abs. 4 Nr. 2d EStG leisten.

Das gilt bis zum Abschluss der erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums ohne weitere Voraussetzung. Der Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung setzt voraus, dass das Kind einen Beruf im Rahmen eines geordneten Ausbildungsgangs erlernt hat und dieser durch eine Prüfung abgeschlossen worden ist. Begünstigt sind somit auch Kinder, die ohne vorhergehende Berufsausbildung eine Erwerbstätigkeit ausüben und sich daneben in Berufsausbildung befinden, weil sie z.B. eine Abendschule besuchen oder an einem Fernstudiengang teilnehmen.

Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums kommt eine Berücksichtigung von Kindern nur noch in Betracht, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Unschädlich sind eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit unter 20 Stunden, ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis und ein Ein-Euro-Job. Ebenso sind Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Vermietung, die nicht aus einer Erwerbstätigkeit bezogen werden, unschädlich.
Der Kinderfreibetrag steht den Eltern grundsätzlich je zur Hälfte zu. Es besteht die Möglichkeit der Übertragung von einem Elternteil auf den anderen auch dann, wenn ein Elternteil mangels Leistungsfähigkeit dem Kind gegenüber nicht unterhaltspflichtig ist.
Ein Übertrag des sog. Betreuungsfreibetrags für das minderjährige Kind, der auf Antrag des Elternteils erfolgt, bei dem das Kind gemeldet ist, ist nicht mehr möglich, wenn der andere Elternteil Aufwendungen für die Betreuung und Erziehung oder Ausbildung hat oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut und deshalb der Übertragung widerspricht.
Die den Eltern zustehenden Freibeträge können auf Antrag auch auf einen Stiefeltern- oder Großelternteil übertragen werden, wenn diese das Kind in ihren Haushalt aufnehmen oder einer Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind unterliegen. Die Übertragung kann auch mit Zustimmung des berechtigten Elternteils erfolgen und nur für künftige Kalenderjahre widerrufen werden.
Der Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind wird grundsätzlich auf beide Elternteile je zur Hälfte aufgeteilt. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn der Kinderfreibetrag auf den anderen Elternteil übertragen wurde.
  Anwendungserlasse:      
  Zum 1.1.2012 überarbeitetes Kindergeldmerkblatt: BZSt, Schreiben vom 21.3.2012, St II 2 – S 2280-BA/12/00005 , BStBl 2012 I S. 316      
  Steuerliche Berücksichtigung volljähriger Kinder nach Wegfall der Einkünfte- und Bezügegrenze: BMF, Schreiben vom 7.12.2011, IV C 4 - S 2282/07/0001-01, BStBl 2011 I S. 1243      
  Ergänzungen zum BMF-Schreiben: BZSt, Schreiben vom 20.12.2011, St II 2 - S 2282-PB/11/00002, BStBl 2012 I S. 40      
  Dienstanweisung als zentrale Vorschrift für die Familienkassen zur Durchführung des Familienleistungsausgleichs, Neufassung 2012, BZSt, Schreiben vom 16.7.2012, St II 2 - S 2280 - DA/12/00002, BStBl 2012 I Seite 734      
§§ 32 Abs. 1 Nr. 2d EStG, 2 Abs. 2 Nr. 2d BKGG Der Förderkatalog wird um den neuen Bundesfreiwilligendienst und den Internationalen Jugendfreiwilligendienst erweitert. Der Dienst muss die in der Richtlinie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 20.12.2010 (GMBl 2010 S. 1778) geregelten Rahmenbedingungen erfüllen, insbesondere eine umfassende pädagogische Begleitung sicherstellen. Veranlagungszeitraum 2011 Gesetz zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz – BeitrRLUmsG) vom 7.12.2011 Verkündet am 13.12.2011 im Bundesgesetzblatt Teil I Seite 2592
§§ 32 Abs. 1 Nr. 2d EStG, 2 Abs. 2 Nr. 2d BKGG Schaffung von zwei neuen Freiwilligendiensten 2010

Gesetz zur Einführung eines Bundesfreiwilligendienstes vom 28.4.2011

Neufassung des Wehrpflichtgesetzes vom 15.8.2011
Verkündet am 2.5.2011 im Bundesgesetzblatt Teil I Seite 687
Internationaler Jugendfreiwilligendienst
Bundesfreiwilligendienst als Ersatz nach dem Ende der Wehr- und Zivildienst zum 30.6.2011 ab dem 1.7.2011 Verkündet am 26.8.2011 im Bundesgesetzblatt Teil I Seite 1730
Die Umsetzung für den Familienlastenausgleich erfolgt im Rahmen des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetzes. Um eine kindergeldrechtliche Begünstigung für entsprechender Fälle gewährlei...

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