Kapitalertragsteuer: Entstehung, Berechnung, Buchung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Steuerpflichtige Tatbestände
  • Abrechnungsverfahren
  • Bemessungsgrundlage

1 So kontieren Sie richtig

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Kapitalertragsteuer 25 %
Eigener Kontenplan SKR 03
  2213
IKR  
7720 SKR 04
Kostenart 7630
  Kostenstelle/Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Bank
Eigener Kontenplan SKR 03
  1200
IKR  
2800 SKR 04
Kostenart 1800
  Kostenstelle/Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Die vom Steuerzahler abgeführte Kapitalertragsteuer wird auf das Konto "Kapitalertragsteuer" 2213 (SKR 03) bzw. 7630 (SKR 04) gebucht.

 

Buchungssatz:

Kapitalertragsteuer 25 %

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Zahlung durch Kapitalgesellschaft

Die Hans Groß GmbH zahlt Kapitalertragsteuern in Höhe von 5.000 EUR.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
2213 Kapitalertragsteuer 25 % 5.000 1200 Bank 5.000
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
7630 Kapitalertragsteuer 25 % 5.000 1800 Bank 5.000

3 Die Kapitalertragsteuer wird an der Quelle erhoben

Die Kapitalertragsteuer ist eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer.

Grundsätzlich ermittelt der Steuerpflichtige seine Einkünfte nach Jahresablauf und gibt seine Steuererklärung ab. Nach Erhalt des Steuerbescheids zahlt er die festgesetzte Einkommensteuer.

Doch hiervon gibt es 3 Ausnahmen, von denen eine die Kapitalertragsteuer ist. Ähnlich wie die Lohnsteuer der Arbeitnehmer ist die Kapitalertragsteuer eine Art vorausgezahlter Einkommensteuer. Ihre Besonderheit liegt im Steuerabzug. Sie wird wie die Lohnsteuer an der Quelle erhoben.

Während die Lohnsteuer vom Arbeitgeber abzuführen ist, muss die Kapitalertragsteuer z. B. von einer Bank, einer Versicherung oder einer Kapitalgesellschaft abgeführt werden.

Die gesetzliche Regelung der Kapitalertragsteuer finden Sie in §§ 43 bis 45e Einkommensteuergesetz.

4 Der Kapitalertragsteuer unterliegende Erträge

Insbesondere folgende Kapitalerträge unterliegen der Kapitalertragsteuer:

  • Dividenden und ähnliche Ausschüttungen durch Kapitalgesellschaften,
  • Zinsen und ähnliche Einnahmen, die von Banken gezahlt werden,
  • Zinsen aus festverzinslichen Wertpapieren,
  • Ausschüttungen von Investmentgesellschaften,
  • Gewinnausschüttungen aus typisch stillen Beteiligungen,
  • bestimmte Lebensversicherungsverträge,
  • Gewinne aus Termingeschäften,
  • Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten,
  • Stückzinsen, die beim Verkauf festverzinslicher Wertpapiere anfallen.

5 Die Kapitalertragsteuer ist eine Abgeltungsteuer

Die Kapitalertragsteuer ist eine Abgeltungsteuer. Der Steuersatz der Kapitalertragsteuer beträgt grundsätzlich 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5 %. Dieser einheitliche Steuersatz wird unabhängig davon erhoben, ob der Schuldner oder der Gläubiger die Kapitalertragsteuer trägt.

Die Besteuerung kann jedoch auch geringer ausfallen. Das ist der Fall, wenn der Steuerpflichtige gem. § 32 Abs. 6 EStG beantragt, die Kapitalerträge seiner tariflichen Einkommensteuer zu unterwerfen. Dann greift nämlich die Günstigerprüfung. Das bedeutet, das Finanzamt prüft, ob der persönliche Steuersatz unter 25 % liegt. Bejahendenfalls werden die Kapitalerträge mit dem niedrigeren persönlichen Steuersatz unter 25 % besteuert.

Liegt eine Nichtveranlagungsbescheinigung vor, wird keine Kapitalertragsteuer erhoben. Außerdem wird auf den den erteilten Freistellungsauftrag nicht übersteigenden Teil der Kapitalerträge ebenfalls keine Kapitalertragsteuer erhoben.

 

Hinweis: Sparer-Pauschbetrag

Der Freistellungsauftrag ist an die Höchstbeträge des Sparer-Pauschbetrags (801/1.602 EUR) gebunden und kann auf verschiedene Banken aufgeteilt werden.

Der Steuersatz beträgt nur 15 % für Leistungen und Gewinne von Betrieben gewerblicher Art.

6 Die Kapitalertragsteuer entsteht im Auszahlungszeitpunkt

Die Kapitalertragsteuer entsteht grundsätzlich in dem Zeitpunkt, in welchem dem Gläubiger die Kapitalerträge zufließen. Doch davon gibt es Ausnahmen.

So regelt § 44 Abs. 2 EStG, dass die Dividende als in dem Zeitpunkt zugeflossen gilt, der im Gewinnverwendungsbeschluss als Tag der Auszahlung bestimmt worden ist. Ist die Ausschüttung nur festgesetzt, ohne dass über den Auszahlungszeitpunkt ein Beschluss gefasst worden ist, gilt als Zuflusszeitpunkt der Tag nach der Beschlussfassung.

 

Praxis-Tipp: Gewinnverwendungsbeschluss

Sind Sie Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft, so achten Sie darauf, dass der Gewinnverwendungsbeschluss den Auszahlungstag bestimmt. So sorgen Sie für klare Verhältnisse und beugen Streitigkeiten mit dem Finanzamt vor.

7 Durch Übertragung von Vermögenswerten sparen Sie Steuern

Ein legales Steuer-Sparinstrument ist die Übertragung von Vermögenswerten auf Kinder. Daran sollten Sie dann denken, wenn zwar Sie, nicht aber Ihre Kinder ihre Sparer-Pauschbeträge (801 EUR Ledige, 1.602 Verheiratete) ausgeschöpft haben.

8 Zusätzlich müssen Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag gezahlt werden

8.1 Es kommen zur Abgeltungsteuer noch 5,5 % Solidaritätszuschlag hinzu

Der Solidaritätszuschlag wird von den 25 % Abgeltungssteuern erhoben. Damit erhöht sich der Steuersatz ohne Kirchensteuer auf 26,375 %. Dieser Prozentsatz ermittelt sich folgendermaßen: die 5,5 % Solidaritätszuschlag von 25 % Abgeltungssteuern werden mit 25 % Abgeltungssteuer multipliziert.

Berechnungsformel für den Solidaritätszuschlag:

(0,25 × 5,5) % + 25 % = 26,375 %

8.2 Auf die Abgeltungsteuer ist auch Kirchensteuer zu zahlen

Wer Angehöriger einer kirchensteuerberechtigten Religionsgemein...

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