Jahresabschluss, Rechnungsabgrenzungsposten

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Periodengerechte Gewinnermittlung
  • Vorleistungen
  • Änderungen durch das BilMoG

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Aktive Rechnungsabgrenzung
Eigener ­Kontenplan SKR 03
  0980
IKR  
2900 SKR 04
  1900
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Passive Rechnungsabgrenzung
Eigener ­Kontenplan SKR 03
  0990
IKR  
4900 SKR 04
  3900
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Abschlussstichtag darstellen, ist ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden.

 

Buchungssatz:

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

an Aufwandskonto

Dagegen muss für Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Abschlussstichtag darstellen, ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten gebildet werden.

 

Buchungssatz:

Ertragskonto

an Passive Rechnungsabgrenzung

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Zahlung der Kfz-Versicherung

Am 20.12.01 überweist Unternehmer Hans Groß die Kfz-Versicherung für die Zeit vom 1.1.02 bis zum 31.12.02 in Höhe von 1.500 EUR. Diesen Vorgang hat Hans Groß in 01 voll als Aufwand erfasst.

Folge:

Die Versicherungsbeiträge gehören wirtschaftlich in das Jahr 02. Daher muss Hans Groß einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bilden.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
0980 Aktive Rechnungsabgrenzung 1.500 an 4520 Kfz-Versicherungen 1.500

SKR 04

 
1900 Aktive Rechnungsabgrenzung 1.500 an 6520 Kfz-Versicherungen 1.500

3 Notwendigkeit von Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten dienen der periodengerechten Gewinnermittlung. Das bedeutet, dass auf nachfolgende Wirtschaftsjahre entfallende Beträge abgegrenzt werden müssen. Aufgabe der Rechnungsabgrenzungsposten ist es, die Vorleistung einer Vertragspartei in das Jahr zu verlegen, in dem die geschuldete Gegenleistung erbracht wird.

Dabei wird der Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite ausgewiesen, wenn es sich bei den betreffenden Zahlungen um Aufwendungen für Zeiten nach dem Abschlussstichtag handelt. Der Ausweis erfolgt auf der Passivseite, wenn es sich um vor dem Abschlussstichtag erhaltene Einnahmen handelt, die als Ertrag aber auf Zeiten nach dem Abschlussstichtag fallen.

4 Unterschiede zwischen Steuer- und Handelsbilanz

§ 250 HGB a. F. regelte die Aktivierungs- und Passivierungspflicht von aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten, das Aktivierungswahlrecht für die aktive Abgrenzung von als Aufwand berücksichtigten Zöllen oder Verbrauchsteuern, soweit sie auf am Abschlussstichtag auszuweisende Vermögensgegenstände des Vorratvermögens entfallen, das Aktivierungswahlrecht für die aktive Abgrenzung von als Aufwand berücksichtigter Umsatzsteuer auf am Abschlussstichtag von den Vorräten offen abgesetzte Anzahlungen sowie das Aktivierungswahlrecht für die aktive Abgrenzung eines Disagios.

Durch das BilMoG wurden das Aktivierungswahlrecht für die aktive Abgrenzung von als Aufwand berücksichtigten Zöllen oder Verbrauchsteuern sowie das Aktivierungswahlrecht für die aktive Abgrenzung von als Aufwand berücksichtigter Umsatzsteuer aufgehoben.

Das gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2009 begonnen haben. Waren im Jahresabschluss für das letzte vor dem 1.1.2010 beginnende Geschäftsjahr Rechnungsabgrenzungsposten nach § 250 HGB a. F. enthalten, konnte der Posten beibehalten werden.

Hinweis: Steuerliche Aktivierungspflicht

Für alle bisherigen Regelungsinhalte des § 250 HGB a. F. besteht in der Steuerbilanz nach § 5 Abs. 5 EStG eine Aktivierungspflicht.

 

Praxis-Beispiel: Erhalt vorschüssiger Miete

Spediteur Hans Groß hat am 2.12. vorschüssig die Miete für eine vermietete Lagerhalle für 3 Monate in Höhe von 3.000 EUR erhalten.

Hans Groß hat die Miete am 2.12. wie folgt gebucht:

SKR 03

 
1200 Bank 3.000 an 2750 Grundstückserträge 3.000

SKR 04

 
1800 Bank 3.000 an 4860 Grundstückserträge 3.000

Folge:

Die erhaltene Miete stellt nur zu 1/3, nämlich bezüglich des Monats Dezember, Ertrag des alten Jahres dar. Für die Monate Januar und Februar des Folgejahres hat Hans Groß die Miete vorschüssig erhalten. Da diese auf Januar und Februar entfallende Miete Ertrag des Folgejahres darstellt, muss eine passive Rechnungsabgrenzung erfolgen.

Buchungsvorschlag Jahresabschlussbuchung:

SKR 03

 
2750 Grundstückserträge 2.000 an 0990 Passive Rechnungsabgrenzung 2.000

SKR 04

 
4860 Grundstückserträge 2.000 an 3900 Passive Rechnungsabgrenzung 2.000

Buchungsvorschlag im Folgejahr:

SKR 03

 
0990 Passive Rechnungsabgrenzung 2.000 an 2750 Grundstückserträge 2.000

SKR 04

 
3900 Passive Rechnungsabgrenzung 2.000 an 4860 Grundstückserträge 2.000

5 Der Hauptanwendungsbereich der Rechnungsabgrenzungsposten liegt im Auseinanderfallen von Zahlungs- und Erfolgswirksamkeit

Die Notwendigkeit eines Rechnungsabgrenzungspostens liegt hauptsächlich auf dem Gebiet solcher Geschäftsvorfälle, bei denen die Zahlungs- und die Erfolgswirksamkeit derart auseinanderfallen, dass Zahlungen im abzuschließenden Geschäftsjahr noch getätigt oder empfangen werden, deren Erfolgswirksamkeit sich aber auf eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag bezieht.

Durch Bildung eines Rechnungsabgrenzungspostens wird in diesen Fällen die Vorleistung des einen Vertragspartners in das Jahr verlegt, in dem die nach dem Vertrag geschuldete Ge...

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