Jahresabschluss: Kontoabsti... / 8 Zinsaufwand und Zinserträge: Gebühren getrennt buchen und auf Bruttobeträge achten
 
Arbeitsschritte erledigt
Gebühren für Kontokorrentkonten, die in der Regel in einem Betrag abgebucht werden, sind ggf. in Zins- und Bankgebührenanteile aufzuteilen.  
Sind alle Zinsaufwendungen und -erträge vollständig gebucht und ist die Höhe von der Bank bestätigt (z. B. auf Darlehenskontoauszügen)?  
Hat das Kreditinstitut Leistungen zuzüglich Umsatzsteuer abgerechnet, so sind die Buchungen mit Vorsteuerabzug durchzuführen.  
Stimmen Sie Zinserträge sowie dazu gehörende Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag genau ab; hier helfen entsprechende Steuerbescheinigungen der Kreditinstitute.  
Sortieren Sie die Belege der Zinserträge mit einbehaltener Zinsabschlagsteuer und Kapitalertragsteuer heraus, um sie im Bedarfsfall vorweisen zu können.  

Tab. 7: Arbeitsschritte beim Abstimmen des Zinsaufwands und Zinsertrags

Bereits im Zusammenhang mit der Abstimmung der Verbindlichkeiten (gegenüber Kreditinstituten) sind die "Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten" überprüft worden. Die gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Dauerschuldzinsen ist seit 2008 entfallen. Dafür werden 25 % aller Zinsen hinzugerechnet.

Bei Aufwendungen für Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzgebühren wird bei der Ermittlung der Gewerbesteuer nur der sog. Finanzierungsanteil hinzugerechnet. Bei mobilen Wirtschaftsgütern werden diese pauschal mit 20 % der Aufwendungen, bei immobilen Wirtschaftsgütern mit 50 %, bei Lizenzen und Konzessionen mit 25 % ermittelt. Allerdings wird ein Freibetrag in Höhe von 100.000 EUR für alle Zinsen und Finanzierungsanteile gewährt.

Überziehungszinsen des Girokontos müssen auf das Konto "Zinsen auf Kontokorrentkonten" gebucht werden. Saldieren Sie Zinsaufwendungen nicht mit den Guthabenzinsen, auch nicht, wenn von Dritten eine Saldierung vorgenommen wurde, sondern weisen Sie diese gesondert unter "Sonstige Zinserträge" aus.

 

Praxis-Tipp

Bankgebühren separieren

Die Kontobelastungen im Rahmen der Quartalsabschlüsse des Bankkontos sind aufzuteilen: Kontoführungsgebühren sind ebenso wie die Abschlussprovisionen bei betrieblichen Darlehen, Akkreditivspesen, Auszahlungsgebühren, Provisionszahlungen, Umsatzprovisionen, Buchungsgebühren, Beitreibungskosten, Wechselspesen ohne Diskont, Darlehensvermittlungsprovisionen, Depotgebühren, Eintragungskosten, Emissionskosten, Finanzierungskosten und Geldverkehrskosten, Geldbeschaffungskosten, Geldeinzüge, Nachnahmekosten, Hypothekenbeschaffungen, Maklerprovisionen, Kartengebühren, Inkassokosten, Mahnkosten, Kreditvermittlungsprovisionen, Scheckgebühren, Schließfachgebühren und viele weitere Finanzdienstleistungen der Banken auf das Konto "Nebenkosten des Geldverkehrs" zu buchen. Die Kreditinstitute gehen immer mehr dazu über, bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen ihre Leistungen wie z. B. auch Darlehenszinsen der Umsatzsteuer zu unterwerfen. Sollte also die Bank Beträge zuzüglich Umsatzsteuer belasten, ist der entsprechende Umsatzsteuerschlüssel zu verwenden oder die Buchung manuell aufzuteilen.

Wenn die Privatentnahmen den Gewinn und geleistete Einlagen übersteigen, können Kontokorrentzinsen nicht mehr ohne Einschränkung als Betriebsausgaben abgezogen werden. Pauschal 6 % dieser sog. "Überentnahmen" werden dem Gewinn wieder hinzugerechnet – höchstens jedoch der um 2.050 EUR gekürzte Betrag der tatsächlich angefallenen Schuldzinsen. Darlehenszinsen von Investitionsdarlehen für Anlagegüter bleiben ungekürzt in voller Höhe abzugsfähig, weshalb sie gesondert zu buchen sind.

Bei den Zinserträgen werden oftmals nur die von den Banken ausgezahlten Beträge verbucht. Es gelten jedoch steuerlich die Bruttobeträge als zugeflossen, wobei die einbehaltene Steuer auf die Steuerschuld angerechnet wird. Sofern noch nicht geschehen, sind also die als Kapitalertragsteuer, Zinsabschlagsteuer und sonstige Quellensteuer einbehaltenen Steuern auch als Zinserträge zu erfassen.

 

Praxis-Beispiel

Nacherfassung von Zinsabschlag und Soli

Einbehaltene Zinsabschlagsteuern und Solidaritätszuschläge in Höhe von 2.000 EUR bzw. 110 EUR von den betrieblichen Festgeldkonten sind noch nicht erfasst worden.

Buchungsvorschlag SKR 03:

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
2215 Zinsabschlagsteuer 2.000      
2208 Solidaritätszuschlag 110 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.110

Buchungsvorschlag SKR 04:

 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
7635 Zinsabschlagsteuer 2.000      
7608 Solidaritätszuschlag 110 7100 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.110

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